14. Dezember 2018, 15:24

Geburtshilfe in Nördlingen braucht Neuanfang

Archivbild. Bild: Matthias Stark
Gute und schlechte Nachrichten hatten Jürgen Busse Vorstandsvorsitzender der Donau-Ries-Kliniken und Seniorenheime gKU und sein Stellvertreter Dr. Roland Buchheit nach einer Sitzung des Verwaltungsrates zu vermelden. Die schlechte betrifft die Geburtshilfe in Nördlingen.

Was im Nachbarlandkreis Dillingen bereits im Frühjahr diesen Jahres zu Problemen geführt hat, trifft nun auch die Geburtshilfe in Nördlingen: Die beiden Frauenärzte, Dr. Robert Schaich und Dr. Mathias Hübner, die als Belegärzte auf der Geburtshilfestation im Nördlinger Stiftungskrankenhaus tätig sind, haben beschlossen ihre Tätigkeit im Stiftungskrankenhaus mit Ablauf von 2019 zu beenden. Zurückzuführen sei das auf die Doppelbelastung von eigener Praxis und der Tätigkeit im Stift, erklärte Jürgen Busse die Entscheidung der Ärzte. Man habe aber nun noch genügend Zeit, um eine gute Lösung bis zum Ende des nächsten Jahres zu finden, ist sich der Vorstandsvorsitzende sicher, der am Freitag sowohl den Verwaltungsrat als auch die Mitarbeiter über die Entwicklungen in Nördlingen informiert hatte.

Gute Nachrichten vom Ministerium

Eine gute Nachricht für die medizinische Versorgung von werdenden Müttern kommt von Seiten des Gesundheitsministeriums. So ist das Ministerium der Meinung, dass sowohl der Standort in Donauwörth als auch die Geburtshilfe in Nördlingen für die Versorgung von werdenden Müttern aus dem Landkreis und der angrenzenden Region notwendig sind. Deshalb sollen die Geburtshilfen zukünftig finanzielle Unterstützung erhalten. 90 Prozent der Defizite der Geburtshilfen werden dann vom Staat getragen. Auch Busse stellt die Notwendigkeit der Nördlinger Geburtshilfe nicht in Frage: "In Donauwörth werden jährlich etwa 670 Kinder entbunden. In Nördlingen haben wir pro Jahr rund 450 Geburten. Die Frauenklinik in Donauwörth hätte nicht die Kapazität diese Geburten zu übernehmen." Maximal könnten im Jahr 800 Kinder in Donauwörth geboren werden, so Busse weiter. Wie das Problem in Nördlingen gelöst werden wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Denkbar wäre sowohl eine Hauptabteilung, wie es sie in Donauwörth gibt, als auch eine Mischform mit Belegärzten und angestellten Frauenärzten. Hier müsse man aber zunächst mit den Kostenträgern vorfühlen, so Jürgen Busse.

Defizit bleibt

Neben den Neuigkeiten aus Nördlingen wurden dem Verwaltungsrat auch die aktuellen Zahlen des gKU präsentiert. Das gemeinsame Kommunalunternehmen wird das Jahr 2018 mit einem Minus in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro abschließen. Ein ähnliches Defizit wir auch für 2019 erwartet.  Da man aber mit Lohnzuschüsse für Pflegekräfte rechne, könnte sich diese Zahl noch verkleinern.

An den geplanten Investitionen ändert sich jedoch nichts. Für den Neubau der Intensivpflege und des OP-Bereiches in Donauwörth gibt es bereits eine Zusage über einen Zuschuss. Derzeit warte man auf die Ausführungsbestimmungen vom Staatsministerium, informierte Dr. Roland Buchheit. Beim zweiten Projekt, dem Neubau der Krankenpflegeschule, sei man voll im Plan, so Buchheit weiter. Bis Ende Februar habe man voraussichtlich die Ausschreibungen und die Vergabehinter sich. Der Bau soll dann im zweiten Halbjahr 2019 beginnen. Der Bauantrag für das MRT in Nördlingen soll sogar noch in diesem Jahr eingereicht werden. Hier rechne man mit einer termingerechten Fertigstellung im ersten Halbjahr 2020, so Buchheit abschließend. 

Diana Hahn
Diana Hahn , Donau-Ries-Aktuell

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