8. Februar 2020, 08:08

Pflegeausbildung im Donau-Ries wird generalistisch

Derzeit liegt der Bau der Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege in Donauwörth voll im Zeit- und Kostenplan. Ende Mai soll die Schule bezugsfertig sein. Bild: Diana Hahn
Ende April 2019 erfolgte der Spatenstich für die neue Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege in Donauwörth. Bereits zu Pfingsten soll die Schule bezogen werden. Nicht nur das Gebäude ist neu. Auch mit der Ausbildung schlägt man eine neue Richtung ein.

Die Menschen werden immer älter und der Bedarf an qualitativ hochwertiger Pflege nimmt dadurch drastisch zu. Auch der Landkreis Donau-Ries ist da keine Ausnahme. Um dem entgegenzuwirken und für die Zukunft gerüstet zu sein, setzt der Landkreis auf die Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege, für die derzeit in der Neugegger Allee in Donauwörth gebaut wird. Noch befindet sich die Schule im Bau, aber bereits an Pfingsten soll sie bezugsfertig sein. 

90 statt 75 Ausbildungsplätze

Dann soll auch die Zahl der Ausbildungsplätze von 75 auf 90 erhöht werden. Bereits 2016 wurde die Zahl der Ausbildungsplätze in den bisherigen Räumen der Knabenrealschule von 60 auf 75 erhöht. Mit der Erhöhung der Ausbildungsplätze soll dafür gesorgt werden,dass man in Zukunft 25-30 Absolventen eine Stelle anbieten könne, statt der bisher 15-20. Das wäre dann eine Steigerung um 20%. Dass diese Hoffnung durchaus begründet ist, zeigt auch das große Interesse an Ausbildungsplätzen an der Donauwörther Berufsfachschule. "Wir haben jedes Jahr mehr Bewerber als Ausbildungsplätze. Das das so ist kommt nicht von ungefähr. Die Schulleitung und die Lehrer sorgen an der Berufsfachschule für hohe Qualität. Wir freuen uns und sind stolz auf den guten Ruf, dem unsere Schule über die Landkreisgrenzen hinaus genießt", so Landrat Stefan Rößle. 

Generalistische Ausbildung ab 1. September

Aber nicht nur bei der Anzahl der Ausbildungsplätze gibt es eine Neuerung. Auch in der Ausbildung wird sich ab nächstem Schuljahr einiges ändern. Mussten sich Auszubildende bisher zu Beginn ihrer Ausbildung entscheiden ob sie in die Kranken-, Kinderkranken- oder Altenpflege gehen möchten, bietet ihnen die ab 1. September angebotene generalistische Ausbildung mehr berufliche Flexibilität. "Die dreijährige Ausbildung beinhaltet Theorieblöcke in der Schule und Praxisblöcke, in denen die Schüler in den Kliniken unter der Führung von eigens geschulten Praxisanleitern mitarbeiten. Die zukünftigen Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner wählen zu Beginn ihrer Ausbildung zwar den Schwerpunkt Kranken- oder Altenpflege, können aber nach ihrer Ausbildung in beiden Berufen arbeiten. Kinderkrankenpflege bieten wir nicht an", erklärte Schulleiterin Karola Rigel die generalistische Ausbildung. "Wir wollen die Schüler noch fitter machen. Damit die praktische Ausbildung bereit sin der Schule beginnen kann, wird es Räume geben, die genauso aussehen wie Krankenzimmer und auch mit Nasszellen ausgestattet sind", freut sich Karola Rigel.

Übernahmegarantie und freie Standortwahl

Neben der flexibleren generalistischen Ausbildung haben der Landkreis und das gemeinsame Kommunalunternehmen bereits zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um die Attraktivität des Pflegeberufs im Donau-Ries zu steigern. So wird es neben einer Übernahmegarantie, auch freie Standortwahl innerhalb der Kliniken und Seniorenheime des gKU für die Auszubildenden geben. "An der Lieselotte-Nold-Schule in Nördlingen werden weiterhin Pflegekräfte ausgebildet", betont Rößle. Zudem wolle man weitere Kooperationspartner, wie es die Lieselotte-Nold-Schule bereits sei, gewinnen.

Außerdem soll in Zukunft an der Fachschule zudem der Ausbildungsberuf „Krankenpflegehilfe“ angeboten werden. Die einjährige Lehrzeit qualifiziere dann Schüler/-innen für einfache Pflegetätigkeiten. "Das wird Nordschwabens erstes Ausbildungsangebot dieser Art", so Stefan Rößle.