Gesundheit

Wie sieht die kinderärztliche Versorgung im Landkreis aus?

Im November 2022 übergab Gesundheits-minister Klaus Holetschek (2.v.l.) im Beisein von MdL Wolfgang Fackler (l.), OB Jürgen Sorré (2.v.r.) und Landrat Stefan Rößle (r.) den Förderbescheid an Dr. Katharina Ehrenberg. Bild: Mara Kutzner
In manchen Orten in Bayern finden Eltern keinen Kinderarzt bzw. keine Kinderärztin in Wohnortnähe mehr. Auch die Praxen in der Region Donau-Ries sind stark belastet. Im Juli 2022 hat sich eine Kinderärztin in Donauwörth niedergelassen und trägt damit zur Verbesserung der Versorgungssituation bei. Teil 4 unserer Serie: Gute Besserung? So steht es um die medizinische Versorgung unserer Kinder.

Landkreis Donau-Ries leben 23.438 Bürger*innen im Alter unter 18 Jahren. Auf über 23.000 Kinder und Jugendliche kommen acht Kinderärzt*innen. In Oettingen gibt es eine Kinderärztin, in Nördlingen verteilen sich drei Kinderärzt*innen auf zwei Praxen und in Donauwörth gibt es eine Gemeinschaftspraxis mit insgesamt vier Mediziner*innen. Damit wird ein Versorgungsgrad von 97,13 Prozent erreicht. Dies geht aus dem Versorgungsatlas der Kinder- und Jugendärzte der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns hervor. Laut Vereinigung ist die Region damit zwar optimal versorgt, trotzdem kommen die Praxen an die Grenzen und können teils keine neuen Patient*innen aufnehmen.

Das Durchschnittsalter der Kinderärzt*innen im Landkreis Donau-Ries liegt bei 58,3 Jahren. Ältere Kinderärztinnen und Kinderärzte haben in ganz Deutschland zum Teil Schwierigkeiten Nachfolger*innen zu finden – besonders auf dem Land gibt es Probleme.

Als Kinderärztin in den ländlichen Raum

Anders war es im Falle der Kinderärztin Dr. Katharina Ehrenberg. Für sie spielten vor allem familiäre Gründe eine wichtige Rolle, warum sie sich in Donauwörth niederließ. Nach der Geburt ihres ersten Kindes, sah sie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in ihrer Tätigkeit am Universitätsklinikum in Hannover nicht mehr gegeben. Zusammen mit ihrem Mann verschlug es sie dann erst nach München und schließlich nach Donauwörth. Seit vier Jahren arbeitet die mittlerweile zweifache Mutter in der Kinderarztpraxis im Maximilium in Donauwörth. Ehrenberg war angestellte Ärztin, bevor sie sich im Juli 2022 als niedergelassene Ärztin in die Gemeinschaftspraxis für Kinder- und Jugendmedizin einkaufte – auch mithilfe eines im Dezember überreichten Förderbescheids.

Seit 2012 fördert das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten. Die Förderung wurde im Januar 2021 zur bayerischen Landarztprämie weiterentwickelt. Unterstützt wird damit die Niederlassung von Haus- und Fachärzt*innen der allgemeinen und spezialisierten fachärztlichen Versorgung mit einer Prämie von bis zu 60.000 Euro. Voraussetzung ist dabei, dass sich die Medizinerinnen und Mediziner in Gemeinden mit nicht mehr als 20.000 Einwohnern niederlassen. Außerdem dürfen diese Gemeinden nicht überversorgt sein.

Dr. Katharina Ehrenberg war die 1000. Medizinerin, der ein solcher Förderbescheid ausgehändigt wurde. Dafür war Gesundheitsminister Klaus Holetscheck im Dezember sogar zu Gast in Donauwörth. Er betonte damals: „Besonders die aktuelle Lage zeigt, wie wichtig Kinderärztinnen und Kinderärzte sind. Die akute Welle an Erkrankungen stellt dabei nicht nur die Kinderkliniken und -intensivstationen vor große Herausforderungen, sondern gerade auch die niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzte. Für viele Familien stellen diese die erste Anlaufstelle dar. Mit ihrer Entscheidung, sich als Kinderärztin in Donauwörth niederzulassen, trägt Katharina Ehrenberg unmittelbar zur Verbesserung der medizinischen Versorgung bei und übernimmt in dieser herausfordernden Zeit eine große Verantwortung für die Kleinsten in unserer Gesellschaft.“