23. Juni 2020, 07:06

Alarmstufe Rot: Eventbranche macht auf Krisensituation aufmerksam

Das malerische Schloss Leitheim erstrahlt im Roten Licht im Rahmen der Night of Light 2020. Bild: Matthias Stark
In ganz Deutschland erstrahlten gestern Nacht tausende Gebäude in rotem Licht. Symbolhaft wurde so auf die Situation hingewiesen, die aufgrund der Corona-Pandemie in weiten Teilen der Veranstaltungswirtschaft herrscht. Auch im Landkreis machte die Eventbranche auf die Krise aufmerksam.

Schloss Leitheim trohnt hoch über dem Donautal. An diesem Abend ist es auch von der rund fünf Kilometer entfernten Bundesstraße 16 zu erkennen. Die Fassade des historischen Gebäudes strahlt in rotem Licht. Ebenso zahlreiche weitere Gebäude im Landkreis, wie das Gut Sulz bei Holzheim, das Rieder Tor, Doubles Starclub oder das Café La Kami in Donauwörth. Deutschlandweit sind rund 7.700 Gebäude an der "Night of Ligtht" beteiligt, um auf die aktuelle Situation in der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen. Die Botschaft: Es herrscht Alarmstufe Rot, die nächsten 100 Tage überstehen viele Betriebe in der Eventbranche nicht.

Für die Beleuchtung des Schlosses in Leitheim zeigt sich das Unternehmen Staber verantwortlich. Das Ingenieurbüro für Veranstaltungstechnik hat seinen Sitz in Münster und beschäftigt 27 Mitarbeiter. "Die sind im Moment alle in Kurzarbeit auf 0 Prozent", berichtet Inhaber Jesse Staber, als er den Veranstaltungsort in Leitheim besucht. "Es war ein tolles Gefühl, nach Monaten unsere Technik wieder aus den Lagern zu holen und diese aufzubauen", berichtet einer der anwesenden Techniker. Alle sind sich einig: Mit dieser Aktion gelingt es, weiten Teilen der Bevölkerung die Notlage klar zu machen. "Eigentlich hätten wir einen großen Kongress mit 6.500 Teilnehmern in Amsterdam organisiert. Dieser wurde - wie nahezu alles andere - abgesagt", so Jesse Staber weiter. "Diese Aktion bringt mehr, als Demonstrationen und Straßenblockaden. Mit dieser Aktion zeigt die Veranstaltungsbranche, wie schön sie das Leben der Menschen machen kann. Darum sind wir uns auch sicher, dass es die nötige Aufmerksamkeit mit sich bringt." Staber macht aber auch klar, dass es ohne Kurzarbeit nicht gehen würde: "Hätten wir dieses Instrument nicht, wären alle meine Mitarbeiter mittlerweile arbeitslos."