5. Mai 2019, 16:51

„Provinz findet nicht auf der Landkarte, sondern im Kopf statt“

Die Ausstellung "Die Provinz lebt" kann noch zu verschiedenen Terminen in der Alten Schranne in Nördlingen besichtigt werden. Bild: Doris Dollmann
Gestern wurde die Ausstellung "Die Provinz lebt" in der Alten Schranne in Nördlingen eröffnet.

 „Provinz findet nicht auf der Landkarte, sondern im Kopf statt“. Mit diesen Worten eröffnete Kerstin Simon, Leiterin des städtischen Kulturamtes Waldshut- Tiengen, die Vernissage in der Alten Schranne in Nördlingen. Sechs Künstlerinnen und Künstler aus Waldshut-Tiengen stellen dort ihre Kunstwerke aus. Ilse Werner - Malerei, ANRA mit Installation, Bernd Salfner - Objekte und Bilder, Peter Schütz - Malerei und Josef Briechle mit seinen Skulpturen und Reliefs. Er und der gebürtige Nördlinger Bernd Salfner, sowie der künstlerische Austausch mit Wolfgang Mussgnug, waren ausschlaggebend für die Ausstellung. Seit mehreren Jahren besteht zwischen den beiden Städten eine lockere kulturelle Verbindung. Nachdem Nördlinger Künstler im Schwarzwald zu Gast waren, stand nun der Gegenbesuch an.

Kunst als Gesellschaftskritik

Blickfang ist die angerichtete Tafel der Zwillingsbrüder Andreas und Ralf Hilbert, die unter ihrem Künstlernamen "ANRA Art Twins" eine ganz eigenwillige Szenerie geschaffen haben. Man könnte das Werk in den Bereich Trash-Art einordnen, denn die beiden verwenden Massenprodukte, wie Puzzle-Teile, Flohmarktfunde und alltägliche Dinge, um gesellschaftskritisch gegen Gewalt und Krieg zu demonstrieren. „Kreativität frisst Krieg“, so der Titel, ist ein Gesamtkunstwerk, wobei jedes Detail, bzw. jede Mahlzeit, ein eigenes Kunstobjekt darstellt. Dazu kommen mit dem ANAR-Kodex, einer eigenen geheimnisvollen Schrift, versehene alte Schallplatten. Eine davon thematisiert Nördlingen.

Objekte können erworben werden

Oberbürgermeister Hermann Faul machte die Besucher darauf aufmerksam, dass diese Ausstellung nicht nur zum Schauen da sei, sondern dass man die Objekte auch durchaus mit einem roten Punkt versehen, sie also kaufen könne - mit Ausnahme der beiden Portraits Hermann und Theresa Salfner von Bernd Salfner.

Die Ausstellung ist am Sonntag, 05. Mai, von 14 bis 18 Uhr geöffnet, sowie am folgenden Wochende Freitag, 10. Mai von 18 bis 20 Uhr, sowie Samstag und Sonntag, 11./12. Mai von 14 bis 18 Uhr und während der 10. Ateliertage in der Zeit von Freitag, 17. Mai 2019, 18:00 – 22:30 sowie Samstag und Sonntag, 18./19. Mai 2019, 14:00 – 19:00.