„Zwischen Ökowunder und Ökoterrorist liegen beim Biber oft nur wenige hundert Meter überflutete Wiese.“ Mit dieser zugespitzten Feststellung eröffnete der Vorsitzende des Jagdverbandes Donauwörth, Robert Oberfrank, einen Informationsabend zum Thema Biber. Zahlreiche Jägerinnen und Jäger nutzten die Gelegenheit, sich über Biologie, Rechtslage und das Bibermanagement im Landkreis zu informieren.
Der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Thomas Fischer, sowie der Biberfachmann der UNB Michael Oblinger, erläuterten die Situation aus Sicht der Naturschutzverwaltung und zeigten auf, warum das größte heimische Nagetier die Gemüter bewegt wie kaum eine andere Wildart.
Der bis zu 30 Kilogramm schwere Biber lebt in Familienverbänden, ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und gestaltet mit seinen Dämmen und Burgen ganze Landschaften um. Gleichzeitig führen überstaute Flächen, gefällte Ufergehölze oder unterhöhlte Wege regelmäßig zu Konflikten mit Landnutzern und Kommunen.
Aufmerksam verfolgten die Teilnehmer die Ausführungen zur rechtlichen Situation. Obwohl der Biber dem Jagdrecht unterliegt, genießt er gleichzeitig den höchsten Schutzstatus nach europäischem und nationalem Naturschutzrecht. Entnahmen sind ausschließlich auf Grundlage behördlicher Ausnahmegenehmigungen möglich. Einigkeit bestand darüber, dass die Jägerschaft aufgrund ihrer Revierkenntnisse ein wichtiger Partner im Bibermanagement ist.
Eigenständige Eingriffe sind jedoch ausgeschlossen und erfolgen ausschließlich auf behördlicher Grundlage. Im Jahr 2025 wurden im Landkreis im Auftrag des Landratsamtes 48 Biber entnommen, zehn Tiere gefangen und 31 Totfunde registriert.
Das Fazit: Der Biber wird dauerhaft Teil unserer Kulturlandschaft bleiben. Ziel ist ein professionelles Management sein, das Konflikte minimiert und gleichzeitig einen stabilen Bestand sichert. Und auch eines wurde sehr deutlich: Die falsche Maßnahme kann die Schäden nicht verringern, sondern mitunter sogar deutlich verschärfen. (dra)