Nachhaltig, langfristig und vor allem für die Menschen im Unternehmen gedacht: Das neue Verwaltungsgebäude der Geda GmbH in Asbach-Bäumenheim ist nun offiziell mit dem DGNB-Zertifikat in Gold ausgezeichnet worden. Für das Unternehmen ist die Auszeichnung die Bestätigung eines Baukonzepts, bei der die Themen Nachhaltigkeit und Wohlbefinden der Mitarbeitenden von Anfang an im Fokus standen.
„Wir sind stolz auf diese Auszeichnung“, sagt Johann Sailer, geschäftsführender Gesellschafter von GEDA. Rund 220 Büroarbeitsplätze befinden sich im neuen Gebäude, insgesamt beschäftigt Geda etwa 520 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort in Asbach-Bäumenheim. „Uns ging es in erster Linie darum, das Gebäude mitarbeiterfreundlich zu gestalten. Die Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen.“
Die Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) betrachtet dabei weit mehr als nur den Energieverbrauch. Bewertet werden unter anderem die ökologische und ökonomische Qualität, der Komfort für die Nutzer, technische Aspekte, die Qualität des Planungs- und Bauprozesses sowie der Standort. Für die Auszeichnung in Gold muss ein Gebäude einen Gesamterfüllungsgrad von mindestens 65 Prozent erreichen.
Das Raumklima im Blick
Geda hatte deshalb bereits früh im Projekt die ATP sustain GmbH eingebunden. Das Unternehmen ist auf nachhaltiges Bauen, Bauphysik, ESG-Beratung und Gebäudezertifizierungen spezialisiert und begleitet Projekte von der Analyse über Planung und Ausführung bis hin zur Qualitätssicherung. Bei Geda unterstützte ATP sustain den Zertifizierungsprozess und die Umsetzung der entsprechenden Anforderungen bereits während der Planung.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Raumklima. Das Verwaltungsgebäude wird über die Deckenflächen beheizt und gekühlt. Eine Klimaanlage im herkömmlichen Sinne gibt es nicht. Dabei wird Grundwasser genutzt. Im Winter kommt eine Wärmepumpe zum Einsatz. Strom stammt unter anderem aus Photovoltaikanlagen auf den Dächern der gegenüberliegenden Produktionshallen. Die Luftfeuchtigkeit wird reguliert und ist permanent bei ca. 60 Prozent. Die Raumluft wird dabei zwei- bis dreimal pro Stunde ausgetauscht. Ein regelmäßiges Öffnen der Fenster zur Belüftung ist dadurch nicht notwendig. Die umfangreiche Haustechnik befindet sich in einem rund 900 Quadratmeter großen Technikbereich im Keller.
Neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen
Auch die verwendeten Baustoffe mussten hohe Anforderungen erfüllen und entsprechend dokumentiert werden. Nach Fertigstellung wurden unter anderem Schadstoffmessungen durchgeführt.
Neben der Nachhaltigkeit sollte auch die Architektur neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen. „Wir wollten die Kommunikation stärken, gerade nach der Corona-Zeit“, erklärt Johann Sailer. Coffee Points und Begegnungsflächen schaffen Raum für spontane Gespräche und kurze Abstimmungen zwischen den verschiedenen Unternehmensbereichen. Höhenverstellbare Tische und ergonomische Arbeitsplätze gehören ebenfalls zum Konzept.
Auch das Mitarbeiterrestaurant „M60“ wurde bewusst als Aufenthalts- und Begegnungsort gestaltet. Selbst Themen wie Raumakustik und Lärmschutz flossen hier in die Planung und Bewertung ein. Statt einer klassischen Kantine setzt Geda auf täglich frisch zubereitete Speisen in Zusammenarbeit mit einer Manufaktur aus Ulm. Täglich werden hierfür lokale und saisonale Zutaten angeliefert. Vor Ort werden die Speisen frisch zubereitet.
Höhere Baukosten in Kauf genommen
Die aufwendigere Bauweise und Zertifizierung hatten ihren Preis. „Ich gehe davon aus, dass das Gebäude so rund zehn Prozent teurer geworden ist“, schätzt Johann Sailer. Eine reine Betrachtung der Investitionskosten greife allerdings zu kurz. Entscheidend seien auch Energie- und Betriebskosten über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes und Faktoren wie das Wohlbefinden der Beschäftigten ließen sich ohnehin kaum in Geld ausdrücken.
Für Geda ist die Auszeichnung deshalb kein Endpunkt. Weitere Nachhaltigkeitsprojekte sind bereits vorgesehen, darunter LED-Beleuchtung in den Produktionshallen und langfristig nachhaltigere Lösungen für deren Wärmeversorgung.
Das neue Verwaltungsgebäude sei damit nicht nur eine Investition in moderne Arbeitsbedingungen. Es stehe auch für eine langfristige Perspektive am Standort. „Wir reden hier über eine Investition für Generationen“, sagt Johann Sailer und über ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Donau-Ries. Das unterstreicht auch, dass viele der am Bau beteiligten Handwerksunternehmen aus der Region kamen.
Auszeichnung gemeinsam gefeiert
Die offizielle Übergabe des DGNB-Zertifikats wurde gemeinsam mit Gästen aus Politik und Wirtschaft gefeiert. Zu den Gästen zählten unter anderem Landrat Michael Dinkelmeier, der Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler, der Erste Bürgermeister Asbach-Bäumenheims, Florian Mittler, sowie Vertreter der örtlichen Wirtschaft.
Bei diesem besonderen Anlass durfte auch Dr.-Ing. Bettina Kandler nicht fehlen, die als Architektin mit großem persönlichem Einsatz und außergewöhnlichem Engagement an der Realisierung des Neubaus beteiligt war.
Nach kurzen Begrüßungsworten und Ansprachen wurde der besondere Meilenstein bei einem gemeinsamen Frühstück gewürdigt. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Auszeichnung selbst, sondern auch die Leistung der zahlreichen Beteiligten, die den anspruchsvollen Zertifizierungsprozess von der Planung bis zur Fertigstellung begleitet hatten.
Für Geda hat das Zertifikat eine Bedeutung, die weit über den Neubau hinausgeht. Es steht für langfristiges Denken, moderne Arbeitsbedingungen und ein klares Bekenntnis zur Region. „Wir reden hier über eine Investition in die Zukunft“, betont Johann Sailer. Auch kommende Generationen sollen von der Entscheidung profitieren, bei Planung und Bau bewusst höhere Anforderungen an Qualität, Nachhaltigkeit und langfristige Wirtschaftlichkeit zu stellen. (dra)