9. Dezember 2019, 10:26

Freiwillige sammeln 12000 Zigarettenstummel

Auf dem 1. Foto zu sehen: Müllsammlerin Anja Baierlein, Johannes Thum (Kreisvorsitzender ÖDP), Stadtradt Gustav Dinger, Katrin Gleißner (1. Vorsitzende Transtition Town Donauwörth, Müllsammlerin Martha Stark; Bild: Carina Reitmair
Am vergangenen Samstag gab es in Donauwörth eine von der Plogginggruppe Donauwörth organisierte „Fill the bottle“ Aktion. Die Ploggingruppe ist eine Arbeitsgruppe des kürzlich gegründeten Vereines „Transition Town Donauwörth e.V.“

Zigarettenkippen sammeln, in eine leere Flasche füllen, Fotos posten. Unter dem Hashtag #fillthebottle sammeln Menschen in vielen Ländern Filter und Zigarettenstummel ein und werfen sie in eine leere Flasche. Was in Frankreich als Aktion auf Instagram begonnen hat, kommt nun auch in den Landkreis. Diese Aktion soll für Sauberkeit sorgen und die Umwelt von den Zigarettenstummeln befreien. Ein Foto in sozialen Medien dokumentiert die Aktion. 

Warum Kippen aufsammeln und keinen "richtigen" Müll? „Weil Zigarettenfilter besonders problematisch sind. Sie bestehen aus Kunststoff (Celluloseacetat) und brauchen bis zu 15 Jahre, bis sie sich zersetzt haben. Und: Sie stecken voller Giftstoffe: Arsen, Blei, Cadmium – und natürlich Nikotin. Die Giftstoffe fließen bei Regen ins Grundwasser oder am Strand natürlich schnell ins Meer. Alarmierend ist, das ein einziger Zigarettenstummel bis zu 500 Liter Wasser mit giftigen Chemikalien verunreinigen kann, haben Experten ausgerechnet. Trotzdem werden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zwei Drittel aller Zigaretten achtlos irgendwo auf die Straße oder in die Natur geworfen“, erklärt die Gruppe in einer Pressemitteilung.

Zigarettenreste im Abwasser sind sehr gefährlich, weil nicht alle Giftstoffe in den Kläranlagen restlos herausgefiltert werden könnten, so die Pressemitteilung weiter. „Weltweit verschmutzen unzählige Filter die Natur. Jede dritte Meeres-Schildkröte hat Reste von Zigarettenstummeln im Magen und auch Vögel und andere Tiere sind stark betroffen. Für Tiere (z.B. Vögel, Hunde, Katzen) können achtlos weggeworfene Zigarettenreste zur tödlichen Gefahr werden. Die Zigarettenkippen haben eine gemeine Größe für viele Vögel oder kleinere Wirbeltiere. Sie werden aufgenommen und verschluckt – und richten dadurch Schaden an. Für kleine Kinder kann schon eine einzige verschluckte „Kippe“ tödlich sein. Wenn ein Kind mehr als eine halbe Zigarette gegessen hat bzw. der Verdacht besteht, muss sofort ein Notarzt oder die Giftnotrufzentrale angerufen werden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme ist eine mit Wasser zerstoßene Kohletablette geeignet. Gesammelt wurde hier in Donauwörth am vergangenen Samstag von 10:30 Uhr bis ca 12.30 Uhr – Treffpunkt war das Landratsamt. In diesem kurzen Zeitraum wurden von den fleißigen Ehrenamtlichen – darunter auch Stadtrat Gustav Dinger (ÖDP) - insgesamt fast 12000 Zigarettenstummel eingesammelt. Genug Zigaretten um 6 Millionen Liter Wasser mit giftigen Chemikalien zu verunreinigen“, informieren die Organisatoren.

„Das Ziel dieser Aktion war aber nicht nur die Beseitigung der Zigarettenstummel, sondern auch die Sensibilisierung für das Ausmaß, in dem wir unsere Umwelt zumüllen und zerstören und uns selbst damit schaden – denn wir sind Teil unserer Umwelt“, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.(pm)

Weitere Infos gibt es auf der Facebook-Seite „Plogging Donauwörth“

Infos zum Verein gibt aus auf Facebook, Instagram oder per Mail: transition-town-don@web.de

Auf Instagram etwa gibt es unter den Hashtags #fillthebottle und #fillthebottlechallenge insgesamt mehr als 6400 Einträge.