Warnung

Jäger warnen vor hoher Waldbrandgefahr im Donau-Ries

Bild: Matthias Stark
Waldbrände sind zu dieser Jahreszeit eine ständige Gefahr. Auch im Donau-Ries herrscht ein hohes Risiko. Daher rufen die Jäger zu besonderer Umsicht im Wald auf.

Die Bilder der verheerenden Waldbrände in Spanien und Frankreich gehen derzeit täglich durch die Medien. Tausende Hektar Wald und Buschland sind bereits den Flammen zum Opfer gefallen, zahlreiche Menschen mussten ihre Häuser verlassen und vielerorts kämpfen Feuerwehren rund um die Uhr gegen die Brände. Auch wenn die Verhältnisse in Bayern nicht mit denen Südeuropas vergleichbar sind, mahnt der Jagdverband Donauwörth zu besonderer Vorsicht.

„Der Waldboden ist vielerorts von trockenem Laub, Nadelstreu und abgestorbenem Gras bedeckt. Zusammen mit der anhaltenden Trockenheit und dem häufig auffrischenden Wind entsteht ein hochempfindliches Gemisch – ein einziger Funke kann genügen, um einen Brand auszulösen“, warnt der Vorsitzende des Jagdverbandes Donauwörth, Robert Oberfrank.

Auch Mitvorstand Albert Reiner appelliert an die Bevölkerung: „Die allermeisten Waldbrände werden durch den Menschen verursacht. Mit etwas Umsicht lässt sich ein Großteil davon vermeiden.“

Hoher Waldbrandgefahrenindex für das Donau-Ries

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht während der Waldbrandsaison täglich den Waldbrandgefahrenindex (WBI). Er bewertet die Gefahr auf einer Skala von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr) und dient den Behörden als wichtige Grundlage für Vorsorge- und Schutzmaßnahmen. Bereits ab Stufe 4 sind besondere Vorsichtsmaßnahmen angebracht. Im Donau-Ries wird dieser Index derzeit mit 4-5(!) angegeben.

Achtlosigkeit kann schwere Folgen haben. Die Jäger bitten deshalb alle Erholungssuchenden um besondere Aufmerksamkeit:

  • Im Wald und an Waldrändern keinesfalls rauchen.
  • Zigarettenkippen niemals achtlos wegwerfen.
  • Kein offenes Feuer oder Grillen im Wald oder auf Wiesen.
  • Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras oder Stoppelfeldern abstellen – heiße Auspuffanlagen oder Katalysatoren können Brände auslösen.
  • Glasflaschen und Glasscherben wieder mitnehmen. Sie können bei intensiver Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas wirken.
  • Brände oder Rauchentwicklungen sofort über den Notruf 112 melden.

Auch entlang von Bahnstrecken besteht erhöhte Aufmerksamkeit, da Funkenflug trockene Böschungen entzünden kann.

Wildtiere kommen meist gut zurecht

Immer wieder wird gefragt, ob unsere heimischen Wildtiere unter der Trockenheit besonders leiden. „Im Regelfall kommen Rehe, Hasen oder Füchse erstaunlich gut mit trockenen Sommern zurecht“, erklärt Oberfrank.

Der Wasserbedarf hängt von Körpergröße, Aktivität und der aufgenommenen Nahrung ab. Ein Großteil der benötigten Flüssigkeit wird über frische Pflanzen, Kräuter und den Morgentau aufgenommen. Ein ausgewachsener Feldhase benötigt im Sommer etwa einen Viertelliter Wasser pro Tag. Deshalb richten manche Jagdpächter bei längeren Trockenperioden zusätzliche Hasentränken auf der Feldflur ein.

Auch Vögel finden in der Regel ausreichend Wasser an Bächen, Weihern, Flüssen oder in wasserführenden Fahrspuren und kleinen Senken. Problematisch wird es allerdings, wenn kleinere Gewässer vollständig austrocknen oder langanhaltende Hitzeperioden immer häufiger auftreten.

Jeder kann helfen

Ein Waldbrand zerstört innerhalb kürzester Zeit wertvolle Lebensräume für Wildtiere und Pflanzen. Viele Jungtiere, Insekten, Reptilien und Bodenbrüter haben bei einem Feuer kaum eine Chance zu entkommen. Umso wichtiger ist es, Brände gar nicht erst entstehen zu lassen.

„Mit etwas Rücksicht und gesundem Menschenverstand kann jeder Einzelne dazu beitragen, unsere Wälder, unsere Tierwelt und letztlich auch Menschenleben zu schützen“, betonen Oberfrank und Reiner abschließend. (dra)