Es hätte kaum einen passenderen Tag für die Eröffnung geben können. Bei strahlendem Sonnenschein und mitten in einem Frühling, in dem die Stadt bereits in voller Blüte steht, wurde am Dienstag der neue Naschgarten an der Kindertagesstätte An der Deininger Mauer eröffnet. Zwischen jungen Beerensträuchern, Kräutern und Obstbäumen wurde schnell deutlich, dass hier weit mehr als nur ein Garten entstanden ist.
Inmitten von Brombeeren, Himbeeren, Walderdbeeren, Kräutern und Haselnusssträuchern soll ein Ort wachsen, den man riechen, schmecken und erleben kann. Eine Blühwiese bietet künftig Nahrung für Insekten. Unversiegelte Hackschnitzelwege schaffen zusätzlichen Lebensraum für kleine Tiere.
Großes Lob für die Zusammenarbeit bei der Gartenentwicklung
„Es ist kein Garten, den man nur anschaut, sondern auch ein Garten, den man erleben darf“, sagte Oberbürgermeister David Wittner. Zugleich sei er „ein Lernort für biologische Vielfalt“. Dass viele an dieser Idee mitgewirkt haben, werde überall sichtbar. Die Biodiversitätsgruppe des Theodor-Heuss-Gymnasiums schuf mit Käferburg und Sandarium Rückzugsorte für Insekten, die Wirtschaftsschule half beim Pflanzen, der städtische Baubetrieb bereitet das Gelände vor. „Man sieht wunderbar, was entstehen kann, wenn viele Menschen gemeinsam an einer Idee arbeiten“, so Wittner.
Auch der Rotary Club halb mit einer Spende von 7000 Euro, das Projekt möglich zu machen. Für Dr. Jörg Eidam, ehemaliger Präsident des Rotary Clubs in Nördlingen, war das mehr als finanzielle Unterstützung. „Mir war es wichtig, dass es nicht nur beim Reden bleibt, sondern dass wir ins Handeln kommen.“ Fast ein wenig festlich wurde es, als die Kita-Kinder gemeinsam ein Lied anstimmten und bunte Holzfiguren aus Fröschen, Bienen, Käfern und einem Storch zwischen den Pflanzen ein neues Zuhause fanden.
Ein Garten für Jung und Alt
Klimaschutzmanager Holger Biller, der den Naschgarten von der ersten Idee an fachlich begleitet und als Koordinator mit auf den Weg gebracht hat, war die Verbundenheit zu dem Projekt deutlich anzumerken. Wenn er über Artenvielfalt, Pflanzen und die Idee hinter dem Garten spricht, spürt man schnell, wie viel Herzblut in diesem Projekt steckt. Zum Abschluss nahm er die Gäste noch gedanklich mit auf eine kleine Reise durch die Natur, bei der man den Geschmack reifer Himbeeren deutlich auf der Zunge spüren konnte.
Und genau davon lebt dieser Ort von nun an. Er soll von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen genutzt, von allen Bürgerinnen und Bürgern gepflegt und gemeinsam mitgetragen werden.
Wer Kräuter, Sträucher oder andere passenden Pflanzen, etwa Oregano, beisteuern möchte, kann den Naschgarten mit einer pflanzlichen Spende weiter wachsen lassen. Denn mit jeder Himbeere und jedem Kräuterzweig wächst hier ein Stück Zukunft.