15. Juli 2020, 10:11

Neue Geopark-Infostelle in Harburg

Die neue Geopark Infostelle in Harburg wurde eröffnet. Das Bild zeigt (von links) Wolfgang Kilian (ehemaliger Harburger Bürgermeister), Heike Burkhardt (Geschäftsführerin Geopark Ries), Landrat Stefan Rößle, Christoph Schmidt (Bürgermeister Harburg), Graf Maximilian Pückler-Märker (Geschäftsführer Märker Zement) und Günther Pfefferer (1. Vorsitzender der LAG Monheimer Alb-Altmühl Jura). Bild: Diana Hahn
"Was lange währt wird endlich gut", sagte Landrat Stefan Rößle in seinen Grußworten bei der Eröffnung der Geopark Infostelle in Harburg am vergangenen Diesnstag und traf den Nagel damit auf den Kopf. Denn insgesamt sechs Jahre gingen ins Land in denen geplant und vorgearbeitet wurden musste, damit die bilinguale Outdoor-Infostelle an der Wörnitz nun eröffnet werden konnte.

Bisher gibt es im Landkreis Donau-Ries drei Infozentren und vier Infostellen des Geopark Ries. Seit vergangenen Dienstag gibt es eine Infostelle mehr. In der Donauwörther Straße in Harburg wurde die Outdoor-Infostelle an der Wörnitz eröffnet. Mit einem Festakt, Corona-bedingt nicht direkt an der Infostelle, sondern einige hundert Meter entfernt auf der Steinernen Brücke in Harburg wurde die Eröffnung mit musikalischer Begleitung der Stadtkapelle Harburg gefeiert.

Für Harburgs neuen Bürgermeister, Christoph Schmidt, war es der erste offizielle Termin,auf den er ganze 75 Tage hatte warten müssen. In seinen Grußworten ging Schmidt zurück zu den Anfängen ins Jahr 2014, als auf einer Stadtratssitzung vorgeschlagen wurde eine Geopark Infostelle zu errichten. Dieser Vorschlag sei daraufhin an die zuständigen Stellen zur Prüfung gegeben worden. Ersten Kostenschätzungen beliefen sich damals noch auf rund 60000 Euro. "Falls Sie sich nun fragen, ob die Jahreszahl 2014 stimmen kann - ja sie stimmt", so Schmidt weiter. Ziemlich genau zwei Jahre später, im November 2016 wurde dann die Vergabe der Planung beschlossen. Die geplanten Kosten hatten sich zu diesem Zeitpunkt mehr als verdoppelt und lagen bei rund 130000 Euro, führte Schmidt weiter aus. Seit dem Jahr 2016 habe das Projekt dann immer wieder gestockt, da die Kosten in die Höhe schossen und viel sei darüber diskutiert worden, ob an diesem Bauvorhaben noch festgehalten werden solle, erklärte Schmidt weiter. Nur durch die Unterstützung der verschiedenen Förderstellen, sei dies aber schließlich doch verwirklicht worden, so schmidt abschließend.

Die Gesamtkosten für die Infostelle liegen bei rund 300 000 Euro. 200000 Euro flossen dabei als Fördermittel von Seiten des Geoparks, der Regierung von Schwaben, des Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, sowie durch LEADER. Somit bleibe ein Eigenanteil der Stadt Harburg von rund 100000 Euro, sagte Schmidt. "Die Kombination mit der geplanten Fischtreppe und der Sanierung der Donauwörther Straße wird unsere Altstadt in den nächsten Jahren deutlich aufwerten", so Schmidt.

Ruhe-Oase im Herzen Harburgs

Landrat Stefan Rößle konnte der langen Dauer auch Positives abgewinnen: "Wenn es jetzt etwas gedauert hat, das hat auch was gutes, zum einen wir konnten neue Forderungen aufnehmen, was den UNESCO-Geopark angeht, es soll nämlich jetzt zweisprachig sein. Hätten wir das schon vor ein paar Jahren gemacht, hätten wir es einsprachig gehalten und es wäre jetzt schon wieder überholt." Die Zweisprachigkeit sei auch ein Vorteil im Hinblick auf eine erneute UNESCO-Bereisung, die im Herbst erfolgen solle. Auch das Tafeldesign habe man überarbeitet und so eine äußerst moderne Infostelle in Harburg geschaffen.

Auch die einmalige und tolle Lage betonte der Landrat besonders. Mit der Lage direkt an der Wörnitz und dem eigens gestalteten Wörnitz-Zugang wurde mit der Harburger Infostelle eine kleine Ruhe-Oase im Herzen Harburgs geschaffen, so Rößle. "Wir freuen uns, dass Harburg als "Tor zum Ries" nun durch eine weitere Attraktion noch mehr mit dem Geopark Ries verwoben ist", sagte Rößle und warb in diesem Zuge auch dafür "Urlaub daheim" zu machen.

Auch LEADER unterstützt

Monheims Bürgermeister und 1. Vorsitzender der LAG Monheimer Alb-Altmühl Jura, Günther Pfefferer, freute sich, dass mit der Infostelle ein weiteres wichtiges Leader -Projekt eröffnet werden konnte und erklärte, dass die Europäische Union und die bayerische Staatsregierung mit dem LEADER-Programm die ländlichen Regionen auf dem Weg zu einer selbstbestimmten Entwicklung unterstützen. Mit der Geopark Infostelle in Harburg werde das bereits bestehende geologische Netzwerk um einen weiteren wichtigen Bestandteil erweitert. Das Projekt bedeute für Harburg eine Steigerung der Attraktivität des Stadtkerns, eine Stärkung der Innenstadt und eine Förderung touristischer Aktivitäten. 

Auch Graf Maximilian Pückler Märker, Geschäftsführer der Märker-Gruppe richtete Grußworte an die anwesenden Gäste. Überall in der Region treffe man auf die Spuren dieser kosmischen Katastrophe, die vor über 14 Millionen Jahren für die Entstehung des Rieskraters verantwortlich war. Dabei ging er auf die Entstehung des Suevit oder Trass, wie die Bezeichnung unter Bautechnologen für das Gestein ist, ein und betonte, dass es etwas einzigartiges sei, dass Märker Trass-Zement und Trass-Produkte vermarkten könne. 

Zum Abschluss der Eröffnung erklärte Heike Burkhardt, Geopark Geschäftsführerin, den anwesenden Gästen, was der Geopark Ries für die Entwicklung der Region leistet und stellte heraus, dass der Geopark Ries ein Alleinstellungsmerkmal sei, dessen Möglichkeiten man finden und entwickeln müsse. Sie verwies darauf, dass der Geopark immer bekannter werde und betonte die Bedeutung des Parks als „bestes Lehrbeispiel für Impaktkrater weltweit“.