15. März 2019, 11:49

Oettinger Schüler streiken fürs Klima

Schüler demonstrieren für Klimaschutz in Oettingen. Bild: Mara Kutzner
Gut 50 Schüler der Mittelschule Oettingen, vom AEG und von der Maria-Stern-Realschule in Nördlingen haben sich am Freitag bei der Fridays-for-Future Kundgebung in Oettingen beteiligt. Warum die Schüler streiken

Ob Berlin, New York, Helsinki, Rom oder Neu-Delhi: Am Freitag streikten weltweit hunderttausende Schüler, um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Ganz so viele waren es in Oettingen nicht. Gut 50 Kinder und Jugendliche sind trotzdem dem Aufruf ihrer Mitschülerin Jasmin Bauer gefolgt und blieben am Freitag der Schule fern. Stattdessen versammelten sich die Schülerinnen und Schüler auf dem Oettinger Marktplatz, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren. Sie folgten damit dem Vorbild der jungen Umweltaktivistin Greta Thunberg aus Schweden, die zu einem globalen Schulstreik aufgerufen hatte. Die Schüler gehen überwiegend auf die Oettinger Mittelschule, nur wenige sind vom Albrecht-Ernst-Gymnasium und von der Maria-Stern-Realschule Nördlingen.

"Die Erwachsen machen die Erde kaputt, deshalb sollen die Erwachsenen das jetzt regeln" sagen Schülerinnen der Mittelschule unisono. Fügen aber an, dass auch sie selbst etwas tun könnten, um die Umwelt zu schützen. Weniger mit dem Auto fahren zum Beispiel oder weniger Müll produzieren. Sie sind 12 und 13 Jahre alt und beteiligten sich an der Demo. Dass sie deshalb nicht in die Schule gehen, hätten die Jugendlichen mit ihren Eltern besprochen - die fänden es "toll". Falls sie am Montag einen Verweis bekommen, hätten sie den "für den guten Zweck" bekommen, sagt ein Mädchen. 

Ähnlich sehen es auch drei Gymnasiastinnen im Alter von 17 und 18 Jahren. Sie sagen: "Der Status Schüler hilft". Klar könnten sie auch nach der Schule demonstrieren, mehr Aufmerksamkeit erlangen sie aber so, sind sich die Mädchen einig. Für die Jugendlichen war es nicht die erste Demo, auch bei anderen Aktionen haben sie sich schon beteiligt. Die Rektoren beider Schulen haben sich Anfang der Woche in Elternbriefen gegen den Schulstreik ausgesprochen.

Vier Jungen der Nördlinger Realschule stehen mit einem Banner am Oettinger Marktplatz. "Gedankenwandel statt Klimawandel" haben sie auf ihr Transparent geschrieben. "So kann es nicht weiter gehen", sagt ein 10-Klässler. Er findet, der Kohleausstieg müsse viel schneller geschehen. 

Unterstützung von Linken und Grünen

"Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel noch stoppen kann", ruft die 15-jährige Initiatorin und Sprecherin der Fridays-for-Future Regionalgruppe Oettingen, Jasmin Bauer, bei der Kundgebung ins Mikrophon. Sie fordert die Einhaltung der Klimaziele. "Wir streiken bis ihr handelt" sagt Jasmin. Ob es tatsächlich schon bald einen weiteren Streik in Oettingen geben wird, will sie nicht ausschließen. 

Unterstützung bekamen die Jugendlichen von Eva Bulling-Schröter, Landesvorsitzende der Linken in Bayern. Verweise für die Teilnahme an solchen Demos zu bekommen, sei "der Demokratie nicht würdig", sagt sie. Auch Eva Lettenbauer, Landtagsabgeordnete der Grünen nahm mit einem Redebeitrag an der Kundgebung teil. "Wir brauche in Bayern eine echte Klimapolitik. Das ist nicht eure Aufgabe, sondern die Aufgabe von uns Politikerinnen und Politikerin", so Lettenbauer zu den Schülern.