Mal fließt nur ein schmales Rinnsal durch die Kleine Wörnitz, oft bleibt das Bachbett sogar komplett trocken. Wer derzeit über die Brücke am Riedertor geht oder durch die Onkel-Ludwig-Anlage spaziert, bekommt von dem Gewässer kaum etwas mit. Doch das soll sich im Zuge der Landesgartenschau 2028 grundlegend ändern.
Ein entsprechendes Konzept stellten Daniel Lindemann vom Landschaftsarchitekturbüro GDLA zusammen mit Dr. Nina Röttgers vom Planungsbüro Polyplan-Kreikenbaum am Montag dem Bauausschuss vor.
Die Kleine Wörnitz soll künftig als eigenständiges Wassersystem funktionieren. Dafür wird sie hydraulisch vom bisherigen Gewässer getrennt. Statt eines natürliches Durchflusses entsteht ein geschlossener Wasserkreislauf in dem rund 30 Kubikmeter Wasser pro Stunde umgewälzt werden - ähnlich wie bei einem Naturpool oder Naturfreibad. So soll die Wasserqualität erhalten bleiben und das Gewässer nicht "kippen".
Gespeist wird das System durch Wasser aus der Wörnitz sowie durch gesammeltes Regenwasser. Pumpen sorgen für die Zirkulation und ein Nassfilter reinigt das Wasser. Eine spezielle technische Vorrichtung, ein sogenannter Skimmer, entfernt zusätzliche Verunreinigungen von der Oberfläche. Die Pumpen sollen über eine Photovoltaikanlage betreiben werden.
Neue Aufenthaltsbereiche an der Kleinen Wörnitz
Künftig soll die Wasserfläche rund 1.600 Quadratmeter groß sein und einen konstanten Wasserstand von 20 bis 50 Zentimeter haben. Insgesamt werden etwa 560 Kubikmeter Wasser im System gehalten. Das neue Gewässer werde dabei eher den Charakter eines langgezogenen Sees haben, mit einer kaum spürbaren Fließgeschwindigkeit.
Dafür wird auch die Gewässersohle im westlichen Abschnitt abgesenkt. Hier entsteht ein naturnaher Bereich, der auch für Flora und Fauna deutlich aufgewertet werden soll, erklärt Daniel Lindemann. Fische seien im künstlichen Wassersystem allerdings nicht vorgesehen.
Im Bereich am Museumsplatz sind Sitzstufen direkt am Wasser, Findlinge und eine Begrünung vorgesehen. Besucher sollen das Wasser hier unmittelbar erleben können. Der Abstand zwischen Wasser und Wegen wird teilweise nur rund einen Meter betragen.
Bestehende Bäume bleiben nach den Planungen erhalten. Auch die Hochwasserschutzfunktion der vorhandenen Wehre werden durch das System nicht beeinträchtigt.
Die Planer räumten allerdings ein, dass es sich nicht ganz ausschließen lasse, dass extreme Wetterlagen - bedingt durch den Klimawandel - auch künftig Auswirkungen auf das Gewässer haben werden.