Es begann mit einem "Paukenschlag", und das ist durchaus wörtlich gemeint: Stadtkapellmeister Josef Basting sorgte zur Einweihung des Geoptops Mangoldfelsen für die musikalische Untermalung. So ähnlich das war die Idee, muss es sich angehört haben, als vor rund 15 Millionen Jahren ein Meteorit in Süddeutschland einschlug und den Rieskrater formte.
Der Mangoldfelsen droht über der Promenade in Donauwörth. Der Kalk des bekannten Felsens entstand vor etwa 150 Millionen Jahren im warmen, tropischen Jurameer. Beim Rieseinschlag wurde der Brocken aus seinem Gesteinsverband gerissen und blieb am heutigen Standort liegen. Dass er rollend und gleitend hierher kam, zeigen Schliffflächen, die beim Bau des VHS-Gebäudes entdeckt wurden, sowie seine Schichten: Sie lagen einst waagrecht und stehen heute um 90 Grad gedreht, senkrecht. Weil der harte Kalk der Verwitterung besser standhielt als das weichere Umfeld, ragt der Felsen heute markant aus dem Gelände.
All dies können Interessierte jetzt auf einer neuen Infotafel am Fußweg Brabanter Weg in der Promenade nachlesen.
Donauwörth als "Tor in den Geopark"
Heike Burkhardt, Geschäftsführerin des Geopark Ries, betonte die Bedeutung der Stadt für den Geopark. "Donauwörth ist ein wichtiges Tor in den Geopark". Viele Touristen würden ihre Reise ins Ries in Donauwörth beginnen. Geologisch gehört die Stadt zum sogenannten Vorries.
Bereits seit 2014 ist der Kalvarienberg im Stadtteil Wörnitzstein ein Geotop des Geoparks. Mit dem Mangoldfelsen ist jetzt ein zweiter markanter Punkt in Donauwörth hinzugekommen.
Donauwörths Erster Bürgermeister Jonathan Schädle brachte die Besonderheit.
Von Erdgeschichte zur Stadtgeschichte
Auf dem Mangoldfelsen stand bis 1301 die Burg Mangoldstein, in der Maria von Brabant, Herzogin von Bayern, auf Befehl ihres eifersüchtigen Gatten hingerichtet wurde. Donauwörths Erster Bürgermeister Jonathan Schädle brachte die Besonderheit des Ortes auf eine einprägsame Formel: „Hier trifft Erdgeschichte auf Stadtgeschichte.“ Er ergänzte: „Ohne Meteorit kein Felsen, ohne Felsen, keine Burg und ohne Burg kein Donauwörth, wie wir es heute kennen.“