„Deshalb ist es wichtig, dass Menschen, die typische Symptome an sich feststellen, zum Arzt oder zur Ärztin gehen“, empfiehlt Michaela Kluger, Direktorin der AOK Donau-Ries. Das Anzeichen, dass die meisten Menschen mit Parkinson in Verbindung bringen, ist das Zittern einer Hand. Hinzukommen können Steifheit, Langsamkeit, eine monotone leise Stimme, ein ausdrucksloses Gesicht sowie Schwierigkeiten beim Gehen und mit dem Gleichgewicht. „Es gibt aber Frühsymptome, die eher unspezifisch sind“, ergänzt Kluger. So hat die Mehrzahl aller Parkinsonerkrankten vor den Hauptsymptomen schon eine Riechstörung, die aber nur etwa die Hälfte der Betroffenen bemerkt. Viele Patientinnen und Patienten schlafen sehr unruhig, haben heftige Träume, bei denen sie auch um sich schlagen und schreien können. Da das autonome, also unwillkürliche, Nervensystem gestört ist, bleibt der Stuhl länger im Darm, wodurch es zu starker Verstopfung kommt. Etwa 30 Prozent aller Parkinsonbetroffenen haben depressive Verstimmungen oder Depressionen. Dabei ist bisher unklar, ob Depressionen ein Frühsymptom oder auch ein Risikofaktor für Parkinson sein können.
Medikamente halten Krankheit meist gut in Schach
Für die Erkrankung gibt es bisher keine Heilung, mittlerweile lässt sie sich aber gut behandeln. Der überwiegende Teil der Betroffenen kann heute dank moderner Medikamente und zusätzlicher Therapien wie Ergotherapie, Krankengymnastik und Entspannungstechniken gut leben und die Beschwerden sehr lange eindämmen. Doch wie die schleichende Krankheit im Einzelfall verläuft, kann sehr unterschiedlich sein. Bei der Krankheit werden Nervenzellen geschädigt, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Hat der Neurologe oder die Neurologin eindeutig festgestellt, dass es sich um Parkinson handelt, bekommen die Betroffenen Medikamente, die den Dopamin-Mangel im Gehirn wieder ausgleichen sollen.
Vielfältige Unterstützung erforderlich
Eine gute ärztliche Begleitung ist bei Parkinson sehr wichtig. Zudem sollten die Erkrankten so weit wie möglich aktiv sein und bleiben. Auch psychologische Betreuung oder der Austausch mit anderen Betroffenen, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe, helfen dabei, schwierige Situationen im Alltag besser zu meistern und das veränderte Leben durch die Krankheit zu akzeptieren. (dra)