Das neue bayerische Jagdgesetz sorgt seit seinem Inkrafttreten am 1. April auch unter Jägerinnen und Jägern für Diskussionen. Bei der Jahreshauptversammlung des Jagdverbandes Donauwörth im Hofgut Bäldleschwaige bezeichnete CSU-Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler die Neuregelung als „großen Wurf“. Sie ermögliche eine praxisnahe Weiterentwicklung des Jagdwesens und berücksichtige die Interessen von Wild, Wald, Grundeigentümern, Jägern und Gesellschaft.
Der Vorsitzende der Jäger, Robert Oberfrank, mahnte hingegen, zunächst praktische Erfahrungen mit dem Gesetz zu sammeln. Ob die Möglichkeit, Rehwild bereits ab dem 16. April zu bejagen, tatsächlich genutzt werde, ließ er offen. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Albert Reiner blickte Oberfrank in einem rund 90-minütigen Bericht auf das vergangene Jahr zurück. Vor etwa 150 Anwesenden rief er die Jägerschaft zu Zusammenhalt und Standhaftigkeit auf und betonte ihre Rolle als Anwalt der Wildtiere.
Vorstandschaft wird im Amt bestätigt
Im Jahresbericht ging es unter anderem um die Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe auf die Jagd, steigende Wildunfallzahlen, Wildkrankheiten, die Wolfssituation sowie Unstimmigkeiten innerhalb des Bayerischen Jagdverbandes. Kritisch bewertete Oberfrank die unterschiedlichen Darstellungen der Wildunfallstatistik durch Polizei und Landratsamt. Thomas Laukenmann berichtete aus seiner Nachsuchenpraxis und sprach sich dafür aus, sensible Daten daraus nicht weiterzugeben. Albert Reiner hob die vielfältigen Aktivitäten des Verbandes hervor, darunter Fortbildungen, den Jägertag, Angebote für Schulkinder sowie das Mitteilungsblatt. Aktuell zählt der Verband 592 Mitglieder.
Bei den turnusgemäßen Neuwahlen wurden Robert Oberfrank, Albert Reiner und Schatzmeister Sebastian Mayer in ihren Ämtern bestätigt. Für den bisherigen Schriftführer Helmar Sagel folgt Heidrun Printz nach. Im Anschluss fand die Hegeschau statt. Jagdberater Martin Schweihofer berichtete von 4.423 erlegten Rehen im vergangenen Jahr – ein neuer Höchstwert. (dra)