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Nördlinger Mess: Langjährige Standbetreiber stellen sich vor

Bild: Josef Diebold
Neben den strukturellen Veränderungen lebt die Mess’ vor allem von den Menschen, die sie Jahr für Jahr prägen. Zwei von ihnen geben Einblicke in ihre Arbeit, ihre Motivation und ihre persönliche Sicht auf das Volksfest.

„Man kennt sich – und genau das macht den Reiz aus“

Josef Diebold, Vorsitzender des Schwäbischen Schaustellerverbands. Bild: Josef Diebold

so Josef Diebold, Vorsitzender des Schwäbischen Schaustellerverbands und Betreiber des „Orientexpress“

Seit vielen Jahren ist Josef Diebold fester Bestandteil der Nördlinger Mess’. Mit seinem Fahrgeschäft „Orientexpress“ steht er – mit Unterbrechungen – bereits seit 1995 auf dem Festplatz, seit 2022 wieder jährlich. Für ihn ist die Mess’ weit mehr als ein Arbeitsplatz: „Das ist ein Fest, das über Generationen hinweg lebt.“ Besonders schätzt Diebold die familiäre Atmosphäre. „Das Publikum ist freundlich, viele kommen jedes Jahr wieder. Man kennt sich, man spricht miteinander – und es wird nicht nur geschaut, sondern auch konsumiert“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Die Mischung aus Krämermarkt, Rieser Verbraucherausstellung und Vergnügungspark mache die Mess’ für Besucher und Schausteller gleichermaßen attraktiv.

„Tradition wird hier wirklich gelebt“

Auch im Vergleich zu anderen Volksfesten hebt sich Nördlingen für ihn deutlich ab. „Hier werden Traditionen wirklich gelebt – zum Beispiel beim großen Festzug.“ Der Besuch der Mess’ sei in der Region fest im Kalender verankert, unabhängig vom Wetter. „Es ist friedlich, die Leute sind offen, und man schwätzt schwäbisch.“

Wenn Diebold selbst Zeit findet, genießt er die Mess’ auch abseits seines Geschäfts: ein Bummel über den Markt, Einkäufe auf der Ausstellung oder Gespräche mit Kollegen. „Und die Innenstadt ist sowieso immer sehenswert.“

Als Vorsitzender des Schwäbischen Schaustellerverbands vertritt er zudem die Interessen der Branche. Neben der Pflege von Traditionen geht es auch um die Vermittlung aktueller Vorschriften – von Sicherheitsstandards über Hygiene bis hin zu behördlichen Auflagen. „Das Spektrum ist breit“, sagt Diebold. „Aber am Ende geht es vor allem um Qualität und Sicherheit – bei den Fahrgeschäften genauso wie bei den Lebensmitteln.“

Bild: FOTOSTUDiO – Donauwörth | Fotograf Elmar Bschorer

„Die Mischung macht’s – genau das ist die Mess’“ - David Reinhardt, Markthändler (Gemüsehobel)

David Reinhardt ist mit seinem Stand „Gemüsehobel“ seit 2012 fester Bestandteil der Nördlinger Mess’. Seine Verbindung reicht jedoch deutlich weiter zurück: „Wir sind bereits die dritte Generation hier auf der Mess’ – auch meine Familie war schon vorher dabei“, erzählt er. Für ihn ist das Volksfest deshalb nicht nur ein Termin im Jahr, sondern gelebte Familientradition.

Besonders schätzt Reinhardt die Marktstruktur in Nördlingen. „Bei uns gibt es Dinge, die es nicht überall gibt – das Ries kommt zum Vergnügen“, sagt er. Die Mischung aus Markthändlern, Schaustellern und klassischem Festbetrieb sei entscheidend: „Die Mischung macht’s. Man kann auch mal einen Kaffee oder ein Bier trinken – das gehört einfach dazu.“ Die Mess’ sei daher fest im regionalen Kalender verankert: „In Nördlingen ist die Mess’ Pflicht.“

„Für uns ist das unser Leben“

Auch wirtschaftlich sieht er die Veranstaltung stabil, wenn auch mit den üblichen Herausforderungen im Marktgeschäft. „Momentan sind die Geschäfte in Ordnung“, sagt er. Entscheidend sei vor allem das Umfeld: „Für uns ist das unser Leben – wir müssen uns in der Stadt, in der wir sind, auch wohlfühlen.“

Der Alltag auf der Mess’ ist kaum planbar. „Einen klassischen Ablauf gibt es nicht – es kann immer Überraschungen geben.“ Der Tag beginnt früh gegen 8 Uhr mit dem Frühstück, ab 10 Uhr ist der Stand verkaufsbereit und es wird bis in den Abend verkauft.

Die Familie stammt aus Rain am Lech und lebt während der Mess’ für zwei Wochen im Wohnwagen auf dem Festplatz. „Wir sind Camper und leben komplett vor Ort“, erklärt Reinhardt. Diese Nähe sei auch für den Kontakt zu den Besuchern wichtig: „Viele kaufen lieber direkt vor Ort – genau für diese Menschen sind wir da.“

Redakteur. Schreibt bei uns für Online und blättle. Ist in Donauwörth geboren und aufgewachsen und der Stadt sehr verbunden. In seiner Freizeit als Spieler und Trainer auf den Fußball - und Tennisplätzen der Region zu finden.

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