Kirche

Oberndorf trauert um Pfarrer Karl Mayr

Pfarrer Karl Mayr Bild: Alfred Mayr
Pfarrer Karl Mayr ist nach längerer, schwerer Krankheit gestorben. Der gebürtige Oberndorfer wurde im Juni 1982 zum Priester geweiht und war viele Jahre als Seelsorger in der Region tätig.

Der 4. Juli 1982 ist in die Annalen Oberndorfs eingegangen. An diesem Tag wurde zum bisher letzten Mal in der Lechgemeinde eine Primiz gefeiert. Karl Mayr brachte bei strömendem Regen sein erstes Messopfer dar und Tausende Gläubige waren dazu gekommen. Nun ist Pfarrer Karl Mayr nach längerer, schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren gestorben. Karl Mayr wurde am 3. Februar 1952 in Oberndorf geboren und absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Französischdolmetscher und Industriekaufmann absolviert.

Berufung zum Priestertum und prägende Zeit im Kloster

Viele Gespräche mit für ihn prägenden Priesterpersönlichkeiten, wie etwa seinem Heimatpfarrer Josef Waldmann oder P. Anton Karg, ließen ihn schließlich seine Berufung zum Priestertum erkennen. So holte er am Augsburger Bayernkolleg das Abitur nach und trat ins Priesterseminar Augsburg ein. Im Juni 1982 wurde er von Bischof Josef Stimpfle im Hohen Dom zu Augsburg zum Priester geweiht. Nach zwei Kaplansjahren in Illertissen und Schrobenhausen begab er sich für fünf Monate in ein Karthäuserkloster im oberschwäbischen Marienau, um dort eine Berufung als in strenger Klausur lebender Mönch für sich zu prüfen. Auch wenn er sich letztendlich doch für ein Leben als Weltpriester entschied, bezeichnete er die dort verbrachte Zeit auch später immer als besondere und prägende Erfahrung.

Pfarrer in Unterknöringen und Reichertshofen

Nach seiner Rückkehr aus dem Kloster trat er 1985 seine erste Pfarrstelle in Unterknöringen bei Günzburg an. Zehn Jahre später wechselte er nach Reichertshofen, wo er auch bauliche Spuren hinterließ. Besonders wichtig war ihm dabei die Marienkapelle mit Lourdesgrotte beim Ortsteil Starkertshofen, die auf seine Initiative hin 2000 gebaut und eingeweiht wurde und sich zu einem gern besuchten Gebetsort für Menschen aus der Region und darüber hinaus entwickelt hat. Als Pfarrer initiierte er einen Krankenbesuchsdienst und legte großen Wert auf eine breit aufgestellte Kirchenmusik. Seine Nähe zur französischen Kultur blieb ihm auch als Pfarrer erhalten.

Ruhestand, Seelsorge und Abschied

Dies äußerte sich in einem steten Eintreten für die deutsch-französische Freundschaft wie auch in der diözesanen Lourdeswallfahrt, die er gerne begleitete. Nach 22 Jahren in Reichertshofen ging Pfarrer Karl Mayer in den Ruhestand, den er in Aichach verbrachte. Auch dort unterstützte er die örtliche Seelsorge gerne weiter und war für die Pfarreiengemeinschaft in vielerlei Weise tätig. Für den Spätberufenen war das Priestersein bis zuletzt einer der schönsten Berufe, die er kannte, „weil man sogar dann noch helfen kann, wenn alle anderen Mittel versagten“, wie er anlässlich seines 40. Priesterjubiläums betonte. Pfarrer Karl Mayr wird am kommenden Samstag um 10 Uhr in Reichertshofen bestattet. Seine Heimatgemeinde Oberndorf wird seiner bei einem Requiem am Mittwoch, 24. Juni 2026, um 18 Uhr gedenken. (dra)