So führt der Goldbach in Baldingen aktuell nur sehr wenig Wasser bzw. ist teilweise bereits ausgetrocknet. Für die dort beheimatete, streng geschützte Bachmuschel stellt die langanhaltende Trockenphase eine besondere Herausforderung dar.
Um die Bachmuschel vor dem vollständigen Austrocknen zu schützen, wurde am Donnerstag, 13. August, gemeinsam mit dem selbstständigen Muschel- und Krebsberater Andre Holzinger und dem Baubetriebshof der Stadt Nördlingen eine gezielte Maßnahme durchgeführt. Hierfür wurden insgesamt rund 2.000 Liter aufbereitetes Wasser aus der Kläranlage auf Höhe des Kindergartens in Baldingen langsam in den Goldbach eingeleitet. Das Wasser wurde vom Baubetriebshof in zwei großen Containern angeliefert.
Auch der 2. Bürgermeister Steffen Höhn war vor Ort und machte sich ein Bild von der Situation und den durchgeführten Schutzmaßnahmen. „Gerade in einer solchen außergewöhnlichen Trockenperiode müssen wir dort unterstützen, wo es möglich und sinnvoll ist. Mit dieser Maßnahme leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bachmuschel“, betont Steffen Höhn.
Ziel der Maßnahme ist es nicht, den Bach dauerhaft mit Wasser zu versorgen, sondern den Untergrund gezielt zu befeuchten. Dadurch erhält die Bachmuschel die Möglichkeit, sich in den feuchten Boden einzugraben und die Trockenperiode dort zu überstehen. Der Vorgang soll bei Bedarf und abhängig von der weiteren Wetter- und Gewässerentwicklung zu gegebener Zeit wiederholt werden.
„Die Bachmuschel ist für das Ökosystem des Goldbachs von großer Bedeutung. Sie trägt unter anderem zur natürlichen Reinigung des Wassers bei und erfüllt damit eine wichtige ökologische Funktion“, erklärt Andre Holzinger. Als selbstständiger Muschel- und Krebsberater arbeitet er unter anderem mit Städten und Gemeinden zusammen und unterstützt diese beim Schutz heimischer Muschel- und Krebsarten.
Mit der gemeinsamen Maßnahme leisten die Stadt Nördlingen und Andre Holzinger einen wichtigen Beitrag dazu, die streng geschützte Bachmuschel auch während der derzeit außergewöhnlich trockenen Witterungsphase zu erhalten. Die weitere Entwicklung des Goldbachs wird beobachtet, um bei Bedarf erneut geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. (dra)