Die Ablehnung eines Grundsatzbeschlusses für einen Bürgertreff durch den Oettinger Stadtrat war eine große Enttäuschung, wie Michael Fuchs, der sich innerhalb des AK Innenstadt in der Projektgruppe Leerstand engagiert, bestätigte. Auch Oettingens Innenstadtmanagerin Barbara Binder hätte sich eine andere Entscheidung gewünscht.
Dennoch will der AK Innenstadt auch nach diesem Rückschlag nicht von seiner Forderung nach einem Bürgertreff in der Kernstadt abrücken. „Wichtig ist soziale Kompetenz und Engagement. Daher machen wir weiter – weil es wichtig ist“, erklärte Sabine Völker bei einem Treffen des AK Innenstadt mit unserer Redaktion und bekam dabei Unterstützung von ihren Mitstreitern.
Auch Peter Bauer, der für die PWG im Stadtrat sitzt, sieht weiter Möglichkeiten für einen Bürgertreff in der Zukunft. Grundsätzlich sei kein Stadtrat dagegen, „alle stehen dahinter“, so Bauer, der in der vergangenen Sitzung aufgrund der finanziellen Situation der Stadt ebenfalls gegen den Bürgertreff gestimmt hatte. „Oettingen hat einen extremen Haushalt. Momentan stehen wir schwierig da. Deswegen haben viele Stadträte Bedenken.“
AK Innenstadt hat bereits ein Grundkonzept für einen Bürgertreff
Aktuell hat der AK Innenstadt vier Immobilien in der Oettinger Kernstadt im Blick, die für einen Bürgertreff infrage kommen würden. Beim abgelehnten Grundsatzbeschluss ging es um Räumlichkeiten in der Straße Zwinger. „Diese Räumlichkeiten wären perfekt gewesen“, sagte Roswitha Riedelsheimer und fügte hinzu: „Die nächste Immobilie ist wahrscheinlich schwieriger in der Umsetzung und teurer.“ Das sieht auch Peter Hillesheimer so: „Beim aktuellem Objekt hätte es die niedrigste Schwelle gegeben, bei den anderen drei erwarten uns höhere Investitionen.“
Dennoch braucht es einen Bürgertreff, wie Quartiersmanagerin Ute Küper in der Runde bestätigte. Aktuell laufe viel in der Vhs, wofür man dankbar sei. „Aber es bietet keine Flexibilität. Mit eigenen Räumlichkeiten wäre diese vorhanden.“ Gerade auch mit Blick auf das Oettinger Reparatur-Café wäre diese Flexibilität wünschenswert, so der Tenor aus der Gruppe. Aber auch für andere Nutzungen wäre ein Bürgertreff prädestiniert. Im Grundkonzept war ein festes Büro für das Quartiersmanagement vorgesehen. Auch ein Café als niedrigschwelliger Treffpunkt wäre möglich gewesen sowie Räumlichkeiten für verschiedene Gruppen und Vereine.
Die Stadt als Trägerschaft des Projekts gewünscht
Dass man bei dem Projekt an der Stadt Oettingen nicht vorbeikommt, ist den Beteiligten klar. „Wir brauchen die Stadt auf jeden Fall als Träger“, weiß Peter Hillesheimer. „Und auch als Finanzier.“ Nur von den Ehrenamtlichen sei das finanziell nicht zu stemmen.
Die Stadt würde aber in den Augen Hillesheimers auch davon profitieren. „Eine Investition in Krisenzeiten könnte sich positiv für Oettingen auswirken, bei relativ geringem Investitionsvolumen.“ Den Profit sieht der AK Innenstadt in einer Stärkung des Ehrenamts. „Da könnte vieles wegbrechen“, sorgte sich Hillesheimer und auch Michael Fuchs wusste zu berichten, dass viele Vereine in Oettingen über zu wenig Ehrenamtliche klagen. „So ein Raum bietet auch Möglichkeiten für neue Mitglieder. Viele Vereine sind an der Kippe.“
Dass die Idee eines Bürgertreffs grundsätzlich auf offene Ohren stößt, hat Stadtrat Peter Bauer bereits bestätigt. Und auch Oettingens Erster Bürgermeister Thomas Heydecker steht dem Projekt trotz finanzieller Bedenken positiv gegenüber. „Es wird zeitnah ein Treffen mit dem AK Innenstadt zum Thema geben“, bestätigte er auf Nachfrage unserer Redaktion.
Die Mitglieder des AK Innenstadt dürfen also weiter auf einen Bürgertreff hoffen – oder wie es Ute Küper ausdrückt: „Es ist eine Vision, die es wert ist, weiter verfolgt zu werden.“