Pflegefachhelfer

Neue Chancen in der Pflege: gKU bietet jetzt einjährige Ausbildung

Die Pflegefachschule in Donauwörth. Bild: Diana Hahn
An der Berufsfachschule für Pflege in Donauwörth beginnt am 1. April 2026 erstmalig die einjährige Ausbildung zum Pflegefachhelfer. Zum Auftakt starten aktuell elf Frauen und Männer ihre Ausbildung.

Darunter sind Frauen und Männer unterschiedlichen Alters: Die jüngste Auszubildende ist 16 Jahre alt, der älteste Teilnehmer über 50, berichtet die Schulleiterin Carmen Zieher. Die Ausbildung richtet sich daher nicht nur an Schulabgänger. "Es ist auch eine Chance für Quereinsteiger", sagt Zieher. Insgesamt sind an der Berufsfachschule 22 Ausbildungsplätze pro Schuljahr genehmigt. Für das aktuelle Jahr laufe derzeit noch der Bewerbungsprozess. Natürlich hoffe man zukünftig alle 22 Plätze besetzen zu können. 

Ein Einstieg in den Pflegeberuf

Voraussetzung für einen Ausbildungsplatz als Pflegefachhelfer ist der Mittelschulabschluss. Eine klare Vorgabe, wie das Niveau der Deutschkenntnisse sein muss gebe es laut Zieher nicht. Jedoch müssen die Auszubildenden dem Unterricht folgen können. Ergänzend hält sie auch ein mögliches Weiterbildungsangebot im Bereich der sprachlichen Fachkenntnisse für denkbar.

Die Ausbildung sowie die anschließenden Tätigkeiten sind inhaltlich vielseitig und breit aufgestellt: Pflegefachhelfer unterstützen unter anderem bei der Körperpflege, helfen bei der Mobilisation oder übernehmen Aufgaben wie das Blutzuckermessen. Bei der Gabe von Medikamenten oder Infusionen arbeiten sie jedoch ausschließlich unterstützend. Nach der Ausbildung können Pflegefachhelfer sowohl im Krankenhaus als auch in Seniorenheimen arbeiten. Ein großer Vorteil: Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, kann im Anschluss die generalistische Pflegeausbildung verkürzt absolvieren – in zwei statt drei Jahren. „Das ist ein echtes Sprungbrett“, so Zieher. 

Einschränkungen gibt es dennoch: Ausgelernte Pflegefachhelfer dürfen nicht in sensiblen Bereichen wie der Intensivstation oder der Notaufnahme eingesetzt werden.

Vorstandsvorsitzender des gKU Jürgen Busse betont, dass viele Pflegefachkräfte nach ihrem Abschluss dem Unternehmen erhalten bleiben. Gleichzeitig verliere man jedoch jedes Jahr zahlreiche Fachkräfte – etwa durch Renteneintritt, Mutterschutz oder Wegzug. Daher sei die Etablierung der einjährigen Pflegeausbildung eine große Chance. Platzprobleme gibt es trotz des neuen Angebots nicht. „Wir sind davon ausgegangen, dass wir für die zusätzliche Ausbildung erweitern müssen“, sagt Landrat Stefan Rößle. „Doch die bestehenden Räumlichkeiten reichen derzeit aus.“ 

Attraktiv ist auch die Bezahlung: Pflege-Auszubildende verdienen im ersten Jahr genauso viel wie angehende Pflegefachkräfte. Am gKU erfolgt die Vergütung nach Tarif. Ab dem 1. Mai 2026 liegt das Ausbildungsgehalt im ersten Lehrjahr bei 1415 Euro brutto. Stefan Rößle unterstreicht die positive Entwicklung. In den vergangenen Jahren habe sich die Bezahlung in der Pflege deutlich verbessert.

Redakteurin. Recherchiert und schreibt für online und im blättle. Immer unterwegs, ob bei einer politischen Diskussion, einem Unfall oder im Eins-zu-eins Gespräch mit ihren Interviewpartnern. Zimmerpflanzenbeauftragte im Redaktionsbüro. Steht in ihrer Freizeit auf dem Tennisplatz.
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