Sonderausstellung

Imperium im Kleinen - Das römische Oettingen und sein Umfeld

Die Ausstellung Imperium im Kleinen - Das römische Oettingen und sein Umfeld findet vom 10. Mai 2026 bis 6. Januar 2027 statt. Bild: Heimatmuseum Oettingen
Die Jahrhunderte lange Zugehörigkeit zum Römischen Imperium hat ihre Spuren in der Region hinterlassen. Das Heimatmuseum Oettingen zeigt ab Mai die Spuren dieser Zeit.

Das Ries ist eine der wichtigsten archäologischen Regionen Deutschlands mit einer hohen Funddichte von vor- und frühgeschichtlichen Artefakten. Archäologie trägt für die Gesellschaft eine orientierende, identitätsstiftende und kritisch‑reflektierende Funktion. Sie verbindet materielle Spuren der Vergangenheit mit aktuellen Fragen und schafft damit einen Raum, in dem Geschichte nicht abstrakt bleibt, sondern konkret erfahrbar wird.

Sie macht transkulturelle Netzwerke, Handelswege und Austauschprozesse sichtbar und fördert so ein Bewusstsein für globale Zusammenhänge. Archäologie zeigt, wie Menschen in unterschiedlichen Zeiten auf Herausforderungen reagiert haben – von Klimawandel und Migration bis zu technischen Innovationen und sozialen Konflikten. Archäologische Funde und Stätten prägen das kulturelle Selbstverständnis einer Gesellschaft.

Die provinzialrömische Archäologie hat eine besondere Bedeutung, weil sie an der Schnittstelle von materieller Kultur, politischer Geschichte, Alltagsleben und globalen Verflechtungen arbeitet. Sie zeigt nicht nur „wie die Römer lebten“, sondern erklärt, warum die römische Welt bis heute wirkt – in Recht, Infrastruktur, Religion, Urbanistik und kulturellen Vorstellungen. In Zusammenarbeit mit den Altertumswissenschaften erschließt Archäologie die Mechanismen eines der langlebigsten politischen Systeme der Geschichte.

Munningen, Oettingen und Gutshöfe im Fokus

Die Ausstellung widmet sich diesem Ausschnitt unserer kulturellen Geschichte. Im Zentrum stehen das Kastell Losodica (Munningen), die Straßensiedlung Oettingen sowie die Gutshöfe im Umfeld dieser beiden Orte. Anhand von Forschungsberichten, aber vor allem anhand von Funden und Objekten soll ein Bild der raetischen Provinz gezeichnet werden, wie sie sich während der römischen Kaiserzeit – dem Zeitraum von ca. 50 – 260 nach Christus – darstellte. 

Anstoß für die Konzeption war die Übergabe der archäologischen Sammlung von Werner Paa in die Sammlung des Heimatmuseums. Die Ausstellung legt den Fokus bewusst nicht auf High-End-Stücke, sondern stellt die ebenso wichtigen und aussagekräftigen Klein- und Lesefunde von mehreren Feldgehern in den Mittelpunkt. Zusammen mit den neuesten Erkenntnissen der Archäologie entsteht so zum ersten Mal ein komplexes Bild des römischen Oettingen und seines Umfeldes. Die Ausstellung erzählt vom Kleinen über Großes, vom Fragment über das Ganze und aus der Provinz über das Reich. Das Imperium war keine abstrakte Macht, sondern gelebte Realität in Städten, Dörfern, Militärlagern und ländlichen Siedlungen. (dra)

  • Eröffnung am 10.05.2026 um 14 Uhr
  • Ausstellungsdauer: 10.05.2026 – 06.01.2027