Vereinsförderung

Stadt Donauwörth: „Vereine sind die Basis unserer Gesellschaft“

Bild: Thomas Oesterer
Das Vereinsleben gehört zu den tragenden Säulen der Stadtgesellschaft in Donauwörth. Mit neuen Vereinsförderrichtlinien stellt die Stadt nun die Förderung breiter auf und reagiert somit auf die Vereinsvielfalt im Ort.

Bereits seit 1974 unterstützt die Stadt Donauwörth Vereine finanziell. Damals traten die Richtlinien zur Sportförderung in Kraft, die über Jahrzehnte hinweg die Grundlage für Zuschüsse an Sportvereine bildeten. Bis Ende 2025 konnten jedoch ausschließlich Sport- und Schützenvereine Fördermittel beantragen. „Wir haben rund 180 eingetragene Vereine mit Sitz in Donauwörth – und die Sportvereine sind davon nur ein Teil“, erklärt Michaela Bierbichler aus der Stadtverwaltung. „Alle Vereine leisten hervorragende Arbeit für das Stadtleben. Deshalb war es uns wichtig, die Förderung künftig breiter aufzustellen”, so Bierbichler weiter. Mit den neuen Vereinsförderrichtlinien öffnet die Stadt ihre Unterstützung nun auch für kulturelle, soziale und weitere gemeinnützige Organisationen. Ziel sei es, die Vielfalt des Engagements stärker abzubilden. „Das ist einfach ein wichtiger Teil unseres Alltags, unseres Stadtlebens“, betont sie.

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als zentraler Bestandteil

Auch aus politischer Sicht ist die Erweiterung ein bewusstes Signal der Wertschätzung. Der Pressesprecher der Stadt Donauwörth, Mirko Zeitler, betont die gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamts: „Vereine sind die Basis unserer Gesellschaft. Sie schaffen Angebote, fördern Bildung und vermitteln soziale Kompetenzen.“ Besonders die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sieht er als zentralen Bestandteil: „Wenn Kinder schon früh in Vereine eingebunden werden, lernen sie beispielsweise im Mannschaftssport, auch mal mit Konflikten und Niederlagen umzugehen und ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten.“

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Vereine kontinuierlich – von organisatorischen Pflichten bis hin zu rechtlichen Vorgaben „Es wird immer komplexer. Deshalb wollen wir sagen: Wir unterstützen euch, wo wir können, und zeigen damit auch unsere Wertschätzung für das Ehrenamt“, so Zeitler.

Mehrere Förderbausteine geplant

Die Vereinsförderung basiert künftig auf mehreren Bausteinen. Für Sport- und Schützenvereine gilt weiter das bisher bereitgestellte Fördervolumen, diese Summe wird nun um die entsprechenden Mittel für die restliche Vereinswelt erweitert. Insgesamt stellt die statt so voraussichtlich rund 110 000 Euro jährlich für die Vereinsförderung zur Verfügung – vorbehaltlich der endgültigen Haushaltsverabschiedung. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten stehen außerdem im Rahmen der Jugendkulturförderung zur Verfügung. Generell ist und bleibt die Förderung der Jugendarbeit ein wichtiger Bestandteil. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist und bleibt die Förderung der Jugendarbeit. Qualifizierte Jugendleiterinnen und Jugendleiter können weiterhin Zuschüsse erhalten. Wer eine sogenannte JuLeica (Jugendleiter-Card) vorweisen kann, erhält beispielsweise jährlich eine pauschale Förderung. Zusätzlich unterstützt die Stadt künftig auch die Grundausbildung für Jugendleiter finanziell. „Gerade wenn es daran scheitert, dass jemand die Ausbildung aus eigener Tasche zahlen müsste, wollen wir als Stadt helfen“, erklärt Bierbichler. Ziel sei es, „qualifizierte Jugendarbeit in den Vereinen und Verbänden nachhaltig zu fördern“.

Von Bauprojekten bis Infrastruktur - Förderbeispiele aus der Praxis

Wie vielfältig die Fördermöglichkeiten sind, zeigen Projekte aus den vergangenen Jahren. So erhielt der Deutsche Alpenverein 2024 für den Bau einer Außenkletterwand eine Förderung in Höhe von 25 000 Euro – eines der sichtbarsten Projekte der jüngeren Vergangenheit. Im selben Jahr wurde der Kanuclub Donauwörth beim Umbau seines Spülplatzes mit 1 926 Euro unterstützt. Auch der Schützenverein Nordheim profitierte von städtischen Zuschüssen: 

Für Umbaumaßnahmen im Dorfgemeinschaftshaus erhielt der Verein einen Baukostenzuschuss von etwas über 10 000 Euro. Grundsätzlich sind bei Bau- und Investitionsmaßnahmen Zuschüsse von bis zu 20 Prozent der Kosten möglich – maximal 35 000 Euro. Solche Projekte müssen jedoch im Vorjahr beantragt werden, da sie gesondert im Haushalt berücksichtigt werden.

Wer gefördert werden kann

Förderfähig sind grundsätzlich eingetragene, gemeinnützige Vereine mit Sitz in Donauwörth, deren Tätigkeit dem Wohl der Stadtbevölkerung dient. Auch die Vereinsaktivitäten oder genutzten Einrichtungen sollen möglichst im Stadtgebiet stattfinden. „Der Vereinszweck muss der Einwohnerschaft zugutekommen“, erläutert Bierbichler. Dazu gehören beispielsweise Angebote in den Bereichen Jugend-, Senioren-, Sport- oder Kulturarbeit. Nicht gefördert werden unter anderem Vereine mit überregionaler Zielsetzung sowie Organisationen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik oder Religion. Auch Doppelförderungen sollen vermieden werden, um eine faire Verteilung der Mittel sicherzustellen. Die Stadt rechnet damit, dass künftig rund 100 Vereine die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllen könnten. Gleichzeitig betont die Stadtverwaltung ihre grundsätzliche Offenheit: „Wenn es Spezialfälle gibt, hören wir zu und versuchen Lösungen zu finden – im Rahmen dessen, was möglich ist“, sagt Zeitler.

Parallel zur finanziellen Förderung arbeitete die Stadt in der jüngeren Vergangenheit an einem weiteren Angebot für das Vereinsleben. Eine neue städtische App bietet Vereinen mittlerweile die Möglichkeit, sich öffentlich zu präsentieren, Veranstaltungen zu veröffentlichen und Mitglieder sowie Interessierte per Push-Nachrichten zu informieren. Die Nutzung ist für Vereine kostenfrei sein und wurde Anfang März offiziell vorgestellt werden.

Redakteur. Schreibt bei uns für Online und blättle. Ist in Donauwörth geboren und aufgewachsen und der Stadt sehr verbunden. In seiner Freizeit als Spieler und Trainer auf den Fußball - und Tennisplätzen der Region zu finden.

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