23. Juli 2020, 10:48

Eger Viertel: Stadt Nördlingen sucht Kompromisslösung

Die hier gezeigte Variante A für das Eger Viertel in Nördlingen ist seit 9. Juli vom Tisch. Bild: Architekturbüro Schlientz
Im weiteren Vorgehen bezüglich des Eger Viertels in Nördlingen könnte es noch zu einer Kompromisslösung kommen, wie sich in der Sitzung des Bauausschusses am 21. Juli zeigte.

Nach der Stadtratssitzung am 9. Juli, in der Investor Stephan Deurer von der Eco Residential GmbH & Co. KG aus Augsburg erstmals die neuen Pläne (Variante B) für das ehemalige Anker-Areal vorgestellt hatte, herrschte hauptsächlich Unzufriedenheit – bei Investor und Eigentümer, weil sie ihr ambitioniertes, ursprüngliches Vorhaben nicht weiterverfolgen können, und bei der Stadt, weil sie keinerlei Einfluss mehr auf das Projekt nehmen kann. Denn Variante B sieht vor, das Gelände mittels Einzelbaugenehmigungen nach §34 BauGB zu entwickeln. Das würde entgegen des ursprünglichen Plans zu einem abgeschlossenen Gelände mit zahlreichen oberirdischen Parkplätzen und ohne öffentlichen Zugang zur Eger führen.

„Wir sollten uns mit Variante B nicht zufrieden geben“, meinte Nördlingens Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel im Bauausschuss. Es sei wichtig, dass es in dieser Sache eine gemeinsame Lösung gebe und ein Areal entsteht, das mit der Altstadt ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Deshalb schlug die Stadtverwaltung dem Ausschuss vor, von einem externen Büro einen Rahmenplan für die Entwicklung des 7000 m² großen Geländes erstellen zu lassen. Die Kosten für den Plan sollen zu 40 Prozent die Stadt Nördlingen, zu 60 Prozent die Regierung von Schwaben tragen, ein Gespräch zwischen Stadt, Eigentümer, Investor und der Regierung von Schwaben wird im August stattfinden. Am Ende soll ein städtebaulich verträglicheres Konzept erarbeitet werden.

Der Bauausschuss stimmte dem Vorschlag schlussendlich zu, wenn auch nicht unkommentiert. Markus Hager (Stadtteilliste) sagte, er tue sich schwer mit diesem Vorgehen – nachdem man so lange in Kontakt steht, wieso komme der Kompromissvorschlag erst jetzt? Oberbürgermeister David Wittner entgegnete, dass man es schon ganz früh in den Verhandlungen vorgeschlagen habe, der Eigentümer hätte sich aber damals anders entschieden.

Rita Ortler (SPD) hingegen richtete ein Lob an die Verwaltung, da sie in der kurzen Zeit nach der letzten Vollsitzung so schnell gehandelt habe und jetzt diesen Lösungsansatz präsentiere. „Wir sollten diese letzte Chance ergreifen, miteinander eine Lösung für Stadt und Investor zu finden“, so die Stadträtin.

Auf die Frage von Dr. Cathrin Schnell (Grüne-Frauenliste), wie nun der weitere Zeitplan aussehen könne, antwortete Wittner, dass bei optimalem Verlauf bis in einem viertel oder halben Jahr Ergebnisse auf dem Tisch liegen könnten.

Wie der Eigentümer des Geländes Sebastian Haag unserer Redaktion nach der Sitzung mitteilte, stimme er einem Gesprächstermin zu. „Wir waren immer gesprächsbereit und werden es weiter sein“, so Haag.