23. Oktober 2020, 11:43

Nördlingen braucht mehr Platz

Hier sehen Sie die geplanten Flächen für Wohnen und Gewerbe eingezeichnet. Dass die Gewerbefläche größer als die Wohnfläche wirkt liegt an der Verzerrung durch den flachen Blickwinkel. Bild: Stadtbauamt Nördlingen
Die Große Kreisstadt Nördlingen wächst und wächst. Für neue Wohn- und Gewerbeflächen nimmt die Verwaltung nun ein Areal von 60 Hektar im Osten der Stadt ins Visier.

Die Überlegungen wurden am Donnerstagabend dem Stadtrat vorgestellt. „Wir stoßen mit unserer Innenentwicklung an Grenzen“, meinte Oberbürgermeister David Wittner, was Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel in seiner Präsentation bestätigte. Die Stadtentwicklung mittels Nachverdichtung bzw. Belebung ungenutzter Flächen im Stadtgebiet sei in den vergangenen Jahren intensiv betrieben worden. Derzeit befinden sich laut Sigel im Stadtgebiet Nördlingen 450 Wohneinheiten in Planung, in der Genehmigungsphase oder bereits im Bau, zum Beispiel auf dem Stabilus-Gelände, im Triumph-Park oder auf dem BayWa-Areal. So wurden im Stadtgebiet bereits 7,5 Hektar Fläche aktiviert, nimmt man die Ortsteile dazu sind es 11,2 Hektar.

Ohne neue Flächen geht es nicht

Betrachtet man aber die Bevölkerungsentwicklung der Stadt wird klar, dass das allein den Bedarf nach Wohnraum nicht decken kann. Seit 2010 hat Nördlingen 1.500 Einwohner hinzugewonnen, und die Nachfrage reißt nicht ab. Als Lösung präsentierte Sigel ein neues Baugebiet unter dem Titel „Wohnpark Ost“. Dieser soll sich nach Vorstellungen des Stadtbaumeisters östlich des Wemdinger Viertels vom Gewerbegebiet An der Lach bis hoch zum Wohngebiet Saubrunnen erstrecken und einmal Wohnraum für 5.000 Einwohner bieten. 36 Hektar sind für Wohnraum angedacht, 24 Hektar für das Gewerbe. Das Gelände soll über mehrere Jahre hinweg Stück für Stück entwickelt werden, außerdem sollen sich die Bürgerinnen und Bürger beteiligen können. Vorgesehen ist ein Architektenwettbewerb, bis zum Baurecht besteht dauert es dann voraussichtlich eineinhalb Jahre. Eventuell wird dann noch ein Umlageverfahren nötig, dessen Dauer man laut Sigel nicht vorhersagen könne, aber Erfahrungswert sind nochmals circa eineinhalb Jahre.

Im persönlichen Gespräch mit unserem Medium war es dem Stadtbaumeister wichtig zu betonen, dass das Areal langfristig und über viele Jahre hinweg bebaut werden soll, und selbst dann nur auf Nachfrage. Vorzug solle weiterhin die Innenentwicklung und Nachverdichtung – auch in den Stadtteilen – bekommen.

Bei der Präsentation im Stadtrat handelte es sich um einen Sachstandsbericht ohne Beschlussfassung, entschieden ist also noch nichts. Auf eine Diskussion wurde verzichtet, um die Sitzungszeit in der momentan bedenklichen Coronasituation so kurz wie möglich zu halten.