14. Oktober 2020, 14:00

Vorerst kein Kreisverkehr vor dem Berger Tor

Symbolbild Bild: pixabay
In seiner jüngsten Sitzung vom 13. Oktober gab es im Bauausschuss des Nördlinger Stadtrats keine Mehrheit für eine baldige Einrichtung eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Nähermemminger Weg – Ulmer Straße.

In der Präsentation durch Claus-Peter Grimm vom Büro Grimm Ingenieure in Ellwangen war die Rede von einem sogenannten „Minikreisverkehr“ mit einem Durchmesser von 19 Metern, der die Verkehrssituation besonders für Radfahrer sicherer machen soll. Von 2014 bis 2019 gab es an der Kreuzung nahe des Berger Tors neun Unfälle, sechs davon mit verletzten Radlern. Der vorgestellte Kreisverkehr könnte laut Planer im Endausbau oder als Provisorium eingerichtet werden. Die endgültige Variante wäre mit zwei bis drei Monaten Bauzeit und Kosten von circa 300.000 Euro realisierbar, der provisorische Kreisel könne mit 50.000 bis 70.000 Euro nach zwei bis drei Wochen fertig sein. Doch dazu wird es – vorerst – nicht kommen.

„Warum brauchen wir das?“, war die Frage von Markus Hager (Stadtteilliste), die sich auch viele weitere Mitglieder des Ausschusses stellten. Denn mit dem aktuellen Ausbau des Straßenzugs „Am Emmeramsberg“ würden Radfahrer an dieser Stelle künftig anders geführt und die Gefahrenstelle entschärft, so der Stadtrat. Man solle besser abwarten, wie sich die Situation mit der neuen Verkehrsführung entwickele und dann noch einmal auf das Thema Kreisverkehr zurückkommen. Der gleichen Meinung war Johannes Ziegelmeir (PWG), der außerdem anfügte, dass der vorgestellte Plan für den Kreisverkehr eine Verschlechterung für Fußgänger bedeute. Für diese ist im neuen Konzept nämlich kein Zebrastreifen über den Nähermemminger Weg vorgesehen, stattdessen müsste man vor und nach dem Kreisverkehr jeweils einen Fußgängerüberweg überqueren, um durch das Berger Tor in die Stadt oder zurück zu kommen. Auch PWG-Stadtrat Peter Romano sprach sich dafür aus, noch abzuwarten.

Rot, Grün und Frauenliste für den Kreisel

Für Rita Ortler (SPD) stellt der Kreisverkehr eine konsequente Fortsetzung des Ausbaus „Am Emmeramsberg“ dar. Der Kreisel nehme den Autos die Geschwindigkeit, außerdem sorge der Ausbau für eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer, was sie sehr befürworte. Ihre Fraktion sei daher für den Bau im Provisorium. Ähnlich sah es Wolfgang Goschenhofer (Grüne-Frauenliste), der sich dafür aussprach, es mit dem Kreisel zu versuchen, auch wenn er die Zwei-Zebrastreifen-Lösung kritisch sehe. Stattdessen könne man eine Win-Win-Situation kreieren, wenn man einen der beiden Fußgängerüberwege näher am CAP-Markt platziere. Für so eine Verlegung des Zebrastreifens plädierte auch CSU-Stadtrat Steffen Höhn.

Mit elf zu fünf Stimmen wurde entschieden, dass der Kreisel vorerst nicht installiert wird. Stattdessen wird die neue Situation beobachtet und das Thema im Herbst 2021 nochmals dem Bauausschuss vorgelegt. Außerdem wird die Stadtverwaltung prüfen, ob ein Zebrastreifen an geeigneterer Stelle möglich ist.