22. November 2019, 11:54

SPD Nördlingen geht mit Selbstbewusstsein in den Wahlkampf

Die Kandidatinnen und Kandidaten der SPD Nördlingen für die Kommunalwahl 2020 Bild: Cara-Irina Wagner/Foto Hirsch
Als letzte der aktuell im Nördlinger Stadtrat vertretenen Fraktionen präsentierte die SPD am Donnerstag, 21. November, ihre Liste für die Kommunalwahl am 15. März 2020. Das Schlössle Restaurant bot den passenden Rahmen für die Nominierung – und für scharfe Attacken der Spitzenkandidatin Rita Ortler.

15 Männer und 15 Frauen sind es, die unter dem „Dach der SPD“ ihren Hut in den Ring werfen – sie zu finden, sei eine Herausforderung gewesen, meinte SPD-Landratskandidat Peter Moll. „Ich weiß, dass wir momentan einen schweren Stand haben“, sagte Moll und meinte die SPD als Ganzes, die von ihren Glanzzeiten aktuell so weit entfernt scheint wie nie. Er dankte den Kandidatinnen daher für ihren Mut und ihre Bereitschaft, sich zu engagieren.

Auf die Nördlinger SPD lasse sich die Misere der Partei jedoch nicht beziehen, betonte OB-Kandidatin Rita Ortler: Hier vor Ort habe man stets tolle Arbeit geleistet, nie Klientelpolitik betrieben, und so wolle man auch weitermachen. Ihren Stadtratskollegen Erich Geike und Paul Schneele, die nicht mehr antreten, dankte sie für die gute Zusammenarbeit in den letzten zwölf Jahren. Ortler selbst geht auf der SPD-Liste an Platz 1 ins Rennen.

Ortler feuert erste Salven ab

Andere Töne schlug die OB-Kandidatin in Richtung „gewisser Gruppierungen“ im Stadtrat an, die sich derzeit durch das Aufdröseln von vor langer Zeit getroffenen Mehrheitsbeschlüssen ins Rampenlicht stellen wollten. Das sei nicht die SPD: Sie stehe zu einmal getroffenen Beschlüssen der Mehrheit, selbst dann, wenn man ursprünglich dagegen war.

Mit dieser Kritik dürften sich vor allem die Nördlinger Grünen und ihr Spitzenkandidat Wolfgang Goschenhofer angesprochen fühlen, ebenso wie bei folgender Aussage: „Was alles auf der Wunschliste anderer Parteien steht, ist utopisch.“ Sie könne sich auch tolle Dinge vorstellen, meinte Rita Ortler, einen Konzertsaal zum Beispiel. Luftschlösser wolle sie aber nicht an die Wand malen, sondern realistisch bleiben – das Hallenbad und bald auch ein neues Feuerwehrhaus seien die Investitionen, die Nördlingen in Zukunft wirklich brauche. „Wahlkampfgedöns sollte man im Stadtrat außen vor lassen“, so die Kandidatin weiter. Immerhin gelte es, noch bis zur Wahl weiterhin gute Politik zu machen, im Moment komme es ihr aber eher vor wie im Kindergarten.

Liste soll Gesellschaft gut abbilden

Der Wahlvorschlag der Vorstandschaft um Vorsitzenden Thomas Stowasser wurde von der Versammlung mit 26 Stimmen einstimmig angenommen. Die Liste bilde laut Ortler ein „breites Spektrum“ der Gesellschaft ab, es sind verschiedenste Berufe vertreten, zehn Bewohner der Stadtteile sowie Menschen im Alter von 21 bis 81. Die Kandidatur der früheren Bundestagsabgeordneten Gabriele Fograscher auf Platz 9 sticht dabei heraus.

Peter Moll gab den Kandidatinnen und Kandidaten mit auf den Weg, die richtigen Themen zu setzen. Die Schließung des Jobcenters in Nördlingen zum Beispiel sei „eine Steilvorlage für uns“. „Ich freue mich auf einen spannenden Wahlkampf mit euch allen!“ meinte Rita Ortler – damit ist nach diesem Abend in jedem Fall zu rechnen.

Die Kandidatinnen und Kandidaten

  1. Rita Ortler
  2. Thomas Stowasser
  3. Laura Schwetz
  4. Jürgen Greiner
  5. Mirjam Holik
  6. Norbert Wanger
  7. Silvia Feirer-Fischer
  8. Peter Steiner
  9. Gabriele Fograscher
  10. Michael Zeller
  11. Simone Reiber
  12. Manuel Groß
  13. Luise Müller
  14. Savvas Theofanidis
  15. Dr. Susanne Gabler
  16. Johann Kechele
  17. Swetlana Kloster
  18. Wolfgang Stark
  19. Karin Thum
  20. Stephan Lingel
  21. Maria Höpfner
  22. Florian Schweiger
  23. Ute Heinze
  24. Enver Hasimi
  25. Tanja Böhmer
  26. Michael Schulz
  27. Jutta Trabelsi
  28. Horst Donauer
  29. Edith Berchtenbreiter-Beck
  30. Walter Fograscher

Ersatz 1: Sabine Thomann

Ersatz 2: Karl Schmidt

Rita Ortler, die OB-Kandidatin der SPD Nördlingen, äußerte bei der Aufstellungsversammlung deutliche Kritik an Teilen des Stadtrats. Bild: Maximilian Bosch