2. September 2021, 09:48
Basketball-Bundesliga

Angels überzeugen im ersten Testspiel

Grund zum Strahlen haben die Eigner Angels Basketballdamen nach dem 118:20-Testspielsieg gegen den MTV Stuttgart.

Bild: Katja Mangold
Mit einem überzeugenden 118:20-Testspielsieg gegen den MTV Stuttgart sind die Eigner Angels ideal in die Saison gestartet. Am Wochenende geht es in Nördlingen bereits mit dem "Angels-Cup" weiter.

Das kann man mal so machen! Bei ihrem ersten Auftritt vor Publikum fegten die Eigner Angels die Gäste vom Zweitligisten MTV Stuttgart mit sage und schreibe 118:20 (52:14) vom Platz. Relativierend muss man einwenden, dass der Zweitligist aus dem Württembergischen auch erst seit einer Woche im Training steht. Dennoch, der Eindruck, der abgesehen von dem klaren Ergebnis bei Publikum und Verantwortlichen entstand, ist positiv.

Symptomatisch für das ganze Spiel war die letzte Spielminute beim Stand von 113:20. In dieser Minute kam es zweimal zu sehr engagierten, aber immer fairen Bodenkämpfen um den Ball. Jeder hätte Verständnis gehabt, wenn die Angels angesichts der Zeit und des Spielstands zurückgezogen hätten. Aber das Wort „zurückziehen“ scheint Coach Ajtony Imreh bei seinen Damen in den ersten acht Trainingseinheiten gelöscht zu haben, so hochmotiviert und spielfreudig traten die Angels auf.

Meg Wilson überzeugt mit 29 Punkten

Die Saison eröffnete Neu-Angel Anissa Pounds (18 Punkte) gleich in der ersten Minute mit einem Dreier. Die Stuttgarter blieben aber nichts schuldig und hielten das Spiel bis zur 6. Minute (12:10) offen und nahmen das ungemein hohe Tempo der Kraterbasketballerinnen auf. Mit langen Steilpässen überspielten sie ein ums andere Mal die Nördlinger Verteidigung und gingen sogar kurzzeitig in Führung. Doch dann hatte sich das Nördlinger Team um Rückkehrerin Sami Hill auf die neue Halle eingestellt und drückten auf die Tube. Über ein 19:11 in der 8. Minute ging es zum 25:12 Viertelstand. Die beiden „M&M’s“ - Neuzugang Meg Wilson und Eigengewächs Mona Berlitz waren mit elf bzw. sieben Punkten die Topscorer des ersten Viertels. Am Ende haben sich nicht nur die „M&M’s“ vermehrt – Mariam Hasle-Lagemann (7 Punkte und 12 Rebounds) und Marina Dzinic (6 Punkte und 5 Rebounds) trugen sich ebenfalls in die Scorerliste ein – mit Wilson (29 Punkte und 9 Rebounds) sowie Berlitz (20 Punkte und 8 Rebounds) tütete das „M-Team“ über die Hälfte der Nördlinger Punkte und Rebounds ein. Auch wenn es gegen einen Zweitligisten ging, war das so nicht zu erwarten.

Hohe Einsatz- und Laufbereitschaft

Ebenfalls nicht zu erwarten war die hohe Lauf- und Einsatzbereitschaft nach den harten Trainingseinheiten der letzten Tage. Deutlich sah man im Training eingeübte Spielzüge in der Offense und die immer wieder einstudierten Verteidigungssysteme.  Deutlich war auch der gute Fitnesszustand des Teams zu sehen. Als Außenstehender hatte man den Eindruck, dass hier eine Mannschaft spielt, die schon einige gemeinsame Spiele hinter sich hat. Sami Hill (12 Punkte, 7 Assists) verteilte gemeinsam mit Youngster Bianca Helmig (7 Punkte, 6 Assists) die Bälle sicher. Sie kontrollierten Tempo und Spiel und zogen immer wieder zum Korb. Bemerkenswert war dabei besonders das Comeback von Helmig: nach einer Reihe von verlegten Abschlüssen nahm Coach Imreh die verzweifelnde Neu-Nördlingerin kurz vom Platz, nur um sie sofort wieder einzuwechseln. Helmig machte es danach wesentlich besser und verwandelte ihre Chancen. Mona Berlitz machte mit vielen guten Aktionen auf sich aufmerksam und deutete ihr Potential an. Eine weitere Bereicherung des ANGEL-Teams ist Elina Koskimies. 13 Punkte, 7 Rebounds und eine besonders große Laufbereitschaft lassen einen hohen Spaßfaktor erkennen. Viele der ansehnlichen Ballstafetten liefen über die Finnin.

Vorfreude auf den Angels-Cup

Last but not least ist da ja noch Amenze „Mesi“ Obanor. Der Routinier war überall da, wo brenzlig für die Angels wurde. Sie blockte Würfe, blockte Gegenspielerinnen und trug auch noch sechs Punkte zum Erfolg bei. Die niedrige Punktzahl der Stuttgarterinnen war mitunter auch ihr Verdienst.

Fazit: Zwar war das Spiel nur ein Test gegen einen wesentlich schwächeren Gegner. Dennoch muss man in 40 Minuten erst einmal 118 Punkte erzielen. Auffällig war die sehr große Einsatzbereitschaft und das Auge für die Mitspielerin, entweder in der Offensive mit einem schönen Pass oder in der Defensive mit nötiger Hilfe. Ob diese bemerkenswerte Leistung vom Mittwochabend ein Fingerzeig für kommende Aufgaben war, wird man an diesem Wochenende sehen, wenn beim Angels-Cup je ein Spiel gegen einen weiteren Zweitligisten (Schwabach, Samstag, 18.30) und am Sonntag gegen einen Erstligisten (Saarlouis oder Wasserburg) ansteht. Mit den Eindrücken vom Mittwoch dürfen sich die Zuschauer auf ein großartiges Basketballwochenende freuen. (pm)