11. November 2019, 11:02

Vizemeister im Herzschlagfinale

Das Wemdinger Judoteam nach der Siegerehrung Bild: Sebastian Lechner
Das Finale der Judo Schwabenliga in Memmingen wurde zum erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Judokas des TSV Wemding und des TV Kaufbeuren.

Beim an Spannung kaum zu überbietenden Aufeinandertreffen fehlte den Wemdingern am Ende nur ein Sieg, um den Titel zu feiern. In der ersten Begegnung gegen die KG Lindau/Memmingen sorgten Jürgen Jung (-73 Kg) und Marco Schmidt (+90 Kg) für eine 2:0-Führung, ehe Jonathan Stecher unglücklich in einen Haltegriff geriet, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Den entscheidenden dritten Punkt sicherte Alexander Lachner (-81 Kg) mittels Haltegriffs. Bernd Jankovsky (-66 Kg) stellte souverän kämpfend auf 4:1, indem er ebenfalls mit einer Haltetechnik erfolgreich war. Das Aufeinandertreffen gegen die als gefährlich eingeschätzte KG Augsburg/Königsbrunn konnten Alexander Lachner (-73 Kg), Marcel Schmidt (+90 Kg), Jonathan Stecher (-90 Kg), Marco Lechner (-81 Kg) und Michael Gottwald (-66 Kg) unerwartet deutlich mit 5:0 gewinnen.

Meisterschaft entscheidet sich im Duell mit Kaufbeuren

Im anschließenden Kampf gegen den TV Kaufbeuren sollte die Meisterschaft entschieden werden. Für den ersten Paukenschlag sorgte Alexander Lachner (-73 Kg), der gegen den Kaufbeurer Nicolas Hartmann in Rückstand liegend eine Wurftechnik des Gegners kontern konnte und den ersten Punkt einfuhr. Routinier Marco Schmidt (+90 Kg) traf in der zweiten Begegnung auf Bayernliga-Kämpfer Jakob Hartmann. Mit hohem Kraftaufwand hielt Schmidt den Kampf gegen den dritten der Deutschen Hochschulmeisterschaften offen. Zum Ende der Kampfzeit konnte Hartmann, der über die größeren Reserven verfügte, entscheidend punkten.

Auf Jonathan Stecher (-90 Kg) wartete mit David Karle eine schier unlösbare Aufgabe. Der 24-jährige Karle kann nämlich eine mehrjährige Bundesligaerfahrung beim TSV München-Großhadern und internationale Erfolge vorweisen. Der Huisheimer Jonathan Stecher schaffte es, seinen Kontrahenten lange zu beschäftigen, musste aber am Ende eine Niederlage akzeptieren. Marco Lechner (-81 Kg), der nun siegen musste, um den Kampf noch offenzuhalten, kam mit mehreren Angriffen nicht entscheidend durch. Eine überraschende Fußtechnik des Gegners besiegelte dann die Niederlage.

Michael Gottwald (-66 Kg) hatte gegen Matthias Kerler die Aufgabe, zumindest noch etwas für die Unterwertung zu tun. Mit einem Sieg hätten sich die Wemdinger dank mehr gewonnener Einzelkämpfe in Führung befunden. Kerler, der für die Mannschaft aus Peiting in der Bayernliga startet, war in der regulären Kampfzeit nicht zu Fall zu bringen. Im Golden Score musste Gottwald nach einer Wurftechnik seines Gegners eine umstrittene Wertung hinnehmen, womit er den Kampf verlor. Das abschließende 5:0 gegen den PSV Königsbrunn reichte dann nicht mehr, um die Kaufbeurer an der Spitze abzulösen, da diese in ihrem letzten Match ebenfalls keine Schwäche zeigten. Somit belegten die Judokas des TSV Wemding punktgleich mit dem Meister aus Kaufbeuren den zweiten Platz, da sie in der Unterbewertung einen Kampf weniger gewonnen hatten.

Beste Wemdinger Saisonbilanz

Alexander Lachner, der abwechselnd in der Gewichtsklasse -73 kg und -81 Kg eingesetzt wurde und alle seine Kämpfe gewinnen konnte, wurde von Ligacoach Marco Schmidt als Kämpfer der Saison geehrt. In seiner Ansprache an die Mannschaft schlussfolgerte Ligacoach Marco Schmidt: „Die anfängliche Enttäuschung wird der Erkenntnis weichen, dass wir gegen eine solche Spitzenmannschaft wie Kaufbeuren nur äußerst knapp den Kürzeren gezogen haben. Wir haben uns in diesem Jahr deutlich weiterentwickelt und gezeigt, dass wir reif für den Titel sind.“ Abteilungsleiter Jörg Fackler freute sich ebenfalls über die starke Saison mit nur einer Niederlage und einer Bilanz von 31:9 Kämpfen. Er dankte besonders den vielen mitgereisten Fans für ihre lautstarke Unterstützung. (pm)

Michael Gottwald im Kampf gegen Kaufbeuren Bild: Sebastian Lechner