11. Dezember 2018, 08:22

Go-Ahead statt Fuggerexpress

Ab 2022 wird der Bahnverkehr nach Norden durch GoAhead abgewickelt. Möglicherweise kommen dann Züge der Baureihe FLIRT zum Einsatz. Bild: Stadtler Rail AG
Ab dem Jahr 2022 fahren auf den Strecken Augsburg-Donauwörth-Aalen und Augsburg-Donauwörth-Treuchtlingen keine Züge der Deutschen Bahn mehr, sondern die des Mitbewerbers GoAhead-Verkehrgesellschaft Deutschland mbH.

Am 7. Dezember verkündete die Bayerische Eisenbahngesellschaft in München die Entscheidung. Im Vergabeverfahren der Augsburger Netze wurde der Zuschlag des Netzes von Augsburg nach Norden an die Go-Ahead-Verkehrsgesellschaft mbH aus Berlin vergeben. Damit fährt ab 2022 kein Fuggerexpress mehr auf den Strecken von Augsburg über Donauwörth und Nördlingen nach Aalen, sowie von Augsburg über Donauwörth, Treuchtlingen und Ansbach nach Würzburg.

Allerdings kann die Deutsche Bahn gegen die Entscheidung rechtlich noch vorgehen. Laut der Bayerischen Eisenbahngesellschaft ist der endgültige Zuschlag erst frühestens nach Ablauf einer gesetzlichen Wartefrist von zehn Kalendertagen möglich. Das wäre der 18. Dezember. 

Betreiber kommt aus England

Die Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland mbH ist eine Gesellschaft der britischen Go-Ahead Group und hat bereits im August 2018 den Zuschlag für das im Dezember 2021 beginnende E-Netz Allgäu erhalten. Zudem wird Go-Ahead ab 2019 mehrere Stecken in Baden-Württemberg, zum Teil auch grenzüberschreitend nach Bayern, betreiben. In England betreut das Unternehmen neben Bahnlinien auch Buslinien und macht mit 26.000 Mitarbeitern rund 3,6 Milliarden Euro Umsatz. 

Ab Juni 2019 betreibt das Unternehmen mit der Tochterfirma Go-Ahead Baden-Württemberg GmbH sechs Linien vom Bahnhof Stuttgart ab, unter anderem nach Ulm, Aalen und Nürnberg. Die Instandhaltung der Züge soll in einem neuen Betriebswerk am Bahnhof Essingen (bei Aalen) erfolgen. Zusammen mit der Einrichtung einer Waschanlage und einzelner Gleise sind Investitionen von ca. 19 Millionen Euro vorgesehen. ]Für deren Bau wurde im Dezember 2016 die Go-Ahead Facility GmbH gegründet. Ende 2018 soll der Bau fertig und ab Mai 2019 betriebsbereit sein. Möglicherweise wird dieser Stützpunkt dann auch für die auf der Riesbahn verkehrenden Züge genutzt.

Vermutlich werden auf den neuen Strecken auch wieder Züge von Stadtler Rail aus der Schweiz eingesetzt. Das Unternehmen bestellte für die Linien in Baden-Württemberg insgesamt 45 Triebwagen der Reihe FLIRT.