11. Juni 2019, 13:37

Nördlingen testet entstehendes Radverkehrsnetz

Die Stadt Nördlingen hat zur Befahrung des in Entwicklung befindlichen Radverkehrsnetzes eingeladen. Bild: Stadtbauamt Nördlingen
Die Stadt Nördlingen hat zur Befahrung des in Entwicklung befindlichen Radverkehrsnetzes eingeladen. Oberbürgermeister Faul begrüßte am 6. Juni 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Parkplatz der Stadtbibliothek zur 12 Kilometer langen und auf 2 1/2 Stunden ausgelegten Rundtour.

Den Teilnehmer*innen wurden 10 Pedelecs, besser bekannt als E-Bikes, zur Verfügung gestellt, um die neue Technik zu erfahren und ohne größere Anstrengung an der Ausfahrt teilnehmen zu können.
Die extra dazu einberufene Befahrungskommission, die sich aus Mitgliedern des Stadtrats und den Fachabteilungen der Verwaltung zusammensetzt, begutachtete zum ersten Mal in diesem Format die vorhandenen Radverkehrsanlagen. Die Radverkehrsplaner vom Büro VAR+, Herr Petry und Herr Tengler, führten den Trupp bei frischem Wind zu Örtlichkeiten mit Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept.
Die Strecke verlief vom Marktplatz zum Reimlinger Tor, hier werden für den Umbau bereits Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept umgesetzt, Radverkehr darf dort zukünftig die Fahrbahn benutzen, um in die Altstadt zu gelangen.

Herr Petry zeigte der Gruppe Achsen auf Nebenstraßen, die für den Schülerradverkehr eine hohe Bedeutung haben und führte die Befahrungskommission auf straßenbegleitenden Radwegen zum Krankenhaus und am Sportpark entlang. Unfallpunkte wurden besichtigt und diskutiert: Problemlagen aufgrund fehlender Übergänge an Radweg-Enden zur Fahr-bahn und Aufstellbereiche an großen Knotenpunkten mit Ampeln.
Im Wemdinger Viertel konnte die Benutzungspflicht auf der nördlichen Kerschensteiner Straße bereits aufgehoben wer-den. Im Radverkehrskonzept sind hier weitere Markierungen zur Sicherung des Radverkehrs auf der Fahrbahn vorgesehen. In diesem Zusammenhang betonte Herr Petry die Bedeutung des Fußverkehrs. Die Wahlfreiheit zwischen Geh-weg „Rad frei“ und Führungen auf der Fahrbahn für den schneller werdenden elektrisch unterstützten Radfahrer sind hier ein erster wichtiger Schritt.
Ein Schwerpunkt im Radverkehrskonzept sind die Haupteinfallstraßen und die Stadttore. In diesem Zusammenhang wurden die Nürnberger Straße und das Löpsinger Tor vor Ort unter die Lupe genommen. Lücken bestehen entlang des Inneren Rings von der Nürnberger Straße bis zum Bahnhof.
Nach der Pause mit Getränken und Müsliriegeln wurden attraktive Radverkehrsachsen entlang der Altstadtmauer befahren und eine neue Strecke nach Baldingen erkundet. Vorhandene Schutzstreifen auf der Würzburger Straße sollen verbreitert und Kreuzungen mit Gefahrenstellen mit zusätzlichen Rotmarkierungen ausgestattet werden, so die Verkehrsplaner Petry und Tengler.

Auch Fahrradstraßen könnte es nach den Vorstellungen des Darmstädter Büros auf Nebenstraßen geben, um Nördlinger*innen und Gästen das Radfahren angenehmer zu gestalten.
In einem waren sich alle Teilnehmer*innen einig: in Nördlingen werden noch viel zu viele Wege mit dem Auto zurückgelegt, für die eigentlich optimal das Fahrrad geeignet wäre.

Ziel ist die Stärkung des Rad- und Fußverkehrs, um die Lebensqualität für Alle zu erhöhen. (pm)