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Das Frauenbild in den 50er Jahren war durch die drei "K"s geprägt. (Bild: Pixabay)

Wie sich Familienstrukturen verändert haben

Wie haben sich die Rollenbilder in Familien über die Jahre verändert? Welche Familienformen gibt es heute? Wie alt sind Mütter, wenn sie Kinder bekommen? Und wie viele Babys werden jährlich im Landkreis geboren?

Der Vater arbeitet und die Mutter bleibt zu Hause bei den Kindern – diese Familienform gehört zwar nicht der Vergangenheit an, wird aber immer stärker durch neue Familienmodelle verdrängt. Die außerehelichen Geburten zum Beispiel nehmen seit Jahren zu und die Rolle der Frau verändert sich. Noch in den 50er Jahren war das familiäre Leben einer Frau meist gesellschaftlich vorbestimmt. Sie stand nicht vor der Wahl zu arbeiten, sondern kümmerte sich meist ganz selbstverständlich um Haushalt und Kindererziehung. Es war aber auch die Zeit nach 1955, die als „Blütezeit von Ehe und Familie“ bezeichnet wird. Die Nachkriegszeit beschwor ein Familienidyll herauf: Mutter, Vater und Kinder in einem eigenen Häuschen. Medien unterstützten das Bild von der „Vorzeigefamilie“ mit dem Vater als Oberhaupt und Ernährer und der Mutter als Hausfrau.

Kinder, Küche, Kirche  – Die drei ‚K’s, die die soziale Rolle der Frau nach sehr konservativen Wertvorstellungen beschreiben, gerieten mit den 70er Jahren in die Kritik. Immer mehr Frauen wurden erwerbstätig, die Kindererziehung lief nebenher und in Kindertagesstätten.

Mittlerweile sind Frauen, die neben der Kindererziehung in Teil- oder Vollzeit arbeiten und Kinder, die in KiTas betreut werden Normalität. Frauen sind in der Regel gut ausgebildet und wollen Berufserfahrung sammeln, bevor sie Kinder bekommen und eine Familie gründen.

Späte Mütter im Landkreis Donau-Ries

Immer mehr Frauen entscheiden sich erst spät, eine Familie zu gründen. Fast jedes vierte Neugeborene im Landkreis Donau-Ries hat eine Mutter, die 35 Jahre alt oder älter ist. Das Durchschnittsalter aller werdenden Mütter im Landkreis beträgt 31,2 Jahre.

Es werden wieder mehr Kinder geboren und doch zu wenige

Anfang des Jahres 2017 meldete die Geburtshilfe der Frauenklinik Donauwörth „So viele Babys wie seit zwölf Jahren nicht mehr“, denn im Jahr 2016 gab es einen neuen Geburtenrekord. 558 Entbindungen gab es im vergangenen Jahr und damit eine Steigerung um fast 10 Prozent. Im Stiftungskrankenhaus Nördlingen waren es 474 Geburten. Im Landkreis ist in den letzten zehn Jahren eine fast 10 Prozent höhere Geburtenrate als in Bayern festzustellen.

Mit einem rechnerischen Wert von 1,37 Kindern in Bayern und 1,49 Kindern in Donau-Ries ist man aber vom notwendigen Wert von 2,1 Geburten je Frau für die sogenannte „Bestandserhaltung der Bevölkerung“ noch weit entfernt. In der Bevölkerungsprognose Donau-Ries von 2015 sind die regionalen Geburtenziffern der einzelnen Gemeinden im Landkreis aufgezeigt. Auffallend ist, dass in einigen südlichen Gemeinden wie Holzheim, Münster und Oberndorf Frauen mehr Kinder bekommen, ebenso in Rögling und Ehingen am Ries. Wenige Kinder haben Frauen hingegen in Rain, Möttingen, Alerheim und Forheim

Neue Familienformen – welche gibt es?

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 Kernfamilie

Die Kernfamilie ist sozusagen das Idealbild der Familie und besteht aus einem verheirateten Ehepaar mit einem bzw. mehreren Kindern. Nach wie vor sind viele Familien so strukturiert, wobei manche Eltern erst nach der Geburt des gemeinsamen Kindes heiraten oder unverheiratet in „Wilder Ehe“ zusammenleben

 Alleinerziehende oder Ein-Eltern-Familie

Ehen halten nicht mehr so lange wie noch vor 50 Jahren. In Deutschland gibt es deshalb immer mehr Alleinerziehende. Fast jede fünfte Familie besteht aus nur einem Elternteil. Nach einer Trennung oder einer Scheidung bleibt ein Elternteil –meist die Mutter – mit den Kindern alleine. 

 Patchworkfamilie

Patchworkfamilien sind ähnlich wie Ein-Eltern-Familien ein Resultat aus modernen Partnerschaften, Trennungen und darauffolgenden neuen Partnern: Sie trennt sich von ihrem Mann und nimmt die Kinder mit. Er lebt ebenfalls in Scheidung, seine Kinder kommen am Wochenende zu Besuch. Gemeinsam haben beide, zusätzlich zu den Kindern aus erster Ehe, wiederum ein Kind.

 Pflegefamilien und Adoptivfamilie

Personen ab 18 können Kinder anderer Eltern für eine bestimmte Zeit oder auch auf Dauer bei sich aufnehmen und werden dadurch zu Pflegeeltern. Paare, die keine eigenen Kinder bekommen können, haben die Möglichkeit Kinder zu adoptieren. Adoptierte Kinder haben rechtlich den gleichen Status wie leibliche Kinder.

 Regenbogenfamilie

Familien, in denen Kinder bei zwei homosexuellen, gleichgeschlechtlichen Partnern leben, wird als Regenbogenfamilie bezeichnet.

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Über Mara Kutzner

Redakteurin für online und blättle. Regionalpolitischen Kontroversen und sozialkritischen Themen geht sie mit Nachdruck auf den Grund. Stellt gerne kritische Fragen. Geht im Landkreis fürs blättle auf die Suche nach tollen Lifestyle Produkten. Ist auch privat sozial engagiert.