Steinhart

125 Jahre Raiffeisen-Genossenschaft

Die Steinharter Vereine freuen sich über 1.000 Euro Spende zum 125-jährigen Bestehen der Raiffeisen-Genossenschaft im Ort (von links): Bernhard Ströbele (Vorstandsmitglied RVB Ries), Friedrich Hensolt (Förderverein Burgruine Steinhart), Stefan Hertle (Burgschützen), Philip Gutmann (AVC), Andreas Gutmann (Freiwillig Feuerwehr) und Alexander Kotz (Bereichsleiter RVB Ries für Oettingen und das Nordries). Bild: Christina Zuber, RVB Ries eG
Am 5. August 1894 trafen sich 31 engagierte Bürger und gründeten den „Steinharder Darlehenskassenverein“. Über 125 Jahre später kamen ebenfalls über 30 Steinharter zusammen, um dieses Jubiläum im Rahmen einer Mitgliederversammlung der Raiffeisen-Volksbank Ries zu feiern.

„Es waren unruhige Zeiten, in die die Genossenschaft hineingeboren wurde“, sagte Bernhard Ströbele, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bank. Der deutsche Kaiser betrieb eine aggressive Außenpolitik und isolierte das Land zunehmend. Die Gesellschaft war gespalten: Während Facharbeiter in den Städten das Leben genießen konnten, kämpften die Bauern oft um die nackte Existenz. Einen Ausweg sahen die Steinharter in den Ideen von Wilhelm Friedrich Raiffeisen. So wurde eine Genossenschaft gegründet und am 22. August 1894 beim Amtsgericht Ansbach eingetragen.

Die Bankgeschäfte wurden damals in der Stube des Rechners erledigt, meist war das Wohnzimmer sonntags nach dem Gottesdienst „Geschäftsstelle“ und „Schalterraum“. Die Darlehenskassenvereine nach Raiffeisen vereinten immer das Geld- und Warengeschäft – auch in Steinhart. Der Verein finanzierte den Warenbedarf seiner Mitglieder. Saatgut, Dünge- und Futtermittel wurden in großen Mengen und damit kostengünstiger eingekauft. Außerdem wurden Gemeinschaftsgeräte angeschafft, von denen alle profitierten. 1909 kaufte der Darlehenskassenverein Steinhart einen Dampfkessel und einen Dreschwagen. Die Mitglieder beschlossen, ein neues Maschinenhaus zu bauen, um die Dampfdreschmaschine dort unterzustellen.

Die Genossenschaft durchlebte die schwierigen Zeiten während der beiden Weltkriege, Inflation und Währungsreform. Die damals Verantwortlichen des Darlehenskassenvereins – Rechner, Aufsichtsrat und Vorstand – packten an und leisteten Aufbauarbeit. 1953 wurde die Reichsmark-Schlussbilanz und die DM-Eröffnungsbilanz vorgelegt. Die Genossenschaft firmierte jetzt unter „Raiffeisenkasse Steinhart“. Georg Wagner ist der Vorstand. Mit dem wachsenden Geschäft stiegen auch die Anforderungen an die Bank. Am 23. November 1964 verschmolz der Steinharter Darlehenskassenverein mit der Raiffeisenbank Oettingen. Die Bilanzsumme betrug damals 182.000 D-Mark. Ein Kleereiber und zwei Ackerwalzen wurden mit dem Zusammenschluss übergeben.

Die Raiffeisen-Volksbank Ries fußt auf 60 solcher kleiner Dorf-Genossenschaften wie der in Steinhart, erklärte Vorstandsmitglied Ströbele. Heute seien 80 Steinharter Mitglieder und damit Miteigentümer der Bank. Diesen Mitgliedern will die Bank mit Spenden an alle Ortsvereine gratulieren und besonders die ehrenamtlichen Leistungen der Vereine unterstützen. Der AVC, die Burgschützen Steinhart, der Förderverein Burgruine Steinhart und die Freiwillige Feuerwehr erhielten jeweils 250 Euro Spende. (pm)