14. April 2019, 08:00

Was tut sich bei Destilla?

Das neue Werk der Destilla GmbH in Nördlingen. Bild: Fotostudio Herzig
In Nördlingens neuestem Gewerbegebiet Steinerner Mann ist das „Production & Innovation Center“ der Destilla GmbH nicht zu übersehen. Knapp zwei Jahre dauerte der Bau des neuen, zweiten Werks, in dem das Unternehmen am 7. Januar 2019 die Produktion von natürlichen Kompositionen und reinen Essenzen für die Aromen-, Lebensmittel- und Getränkeindustrie aufgenommen hat. Die Fertigstellung fällt passgenau in das Jahr des 50-jährigen Firmenjubiläums – 2019 wird dadurch für das Nördlinger Unternehmen zu einem bedeutenden Meilenstein.

Laut Matthias Thienel, der gemeinsam mit Vater Armin die Firma als Geschäftsführer leitet, hat die Verlegung der Produktion an den neuen Standort sehr gut geklappt. Einige Kinderkrankheiten habe es natürlich gegeben, aber mittlerweile laufe die Produktion mit voller Geschwindigkeit. „Jetzt ist Routine eingekehrt“, meint Thienel im Gespräch mit unserer Zeitung. Circa 80 der insgesamt 146 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Destilla arbeiten im neuen Werk, der Rest verbleibt im weiterhin betriebenen Standort in Kleinerdlingen. Dort werden aus Rohstoffen Extrakte und Halbfabrikate gewonnen, die später in der Mischabteilung im neuen Werk 2 weiterverarbeitet werden.

Was macht Destilla?

„Viele Leute wissen immer noch nicht genau, was Destilla eigentlich macht“, meint Marketing Manager Michael Feil. „Wir stellen keinen Schnaps her und verkaufen auch keinen“, lacht Matthias Thienel in Anspielung auf ein häufiges Missverständnis.

„Am einfachsten kann man unsere Arbeit vielleicht anhand von einzelnen Produktgruppen erklären“, erzählt Thienel weiter. Beispiel Salbeiextrakt: Aus Salbeiblättern gewinnen die Destilla-Destillateure einen konzentrierten Extrakt, der z.B. an die Hersteller von Salbeibonbons verkauft wird, die damit ihr Produkt herstellen. Beispiel Glühwein: Aus verschiedenen Gewürzen wie Zimt, Kardamom, Nelken und vielen anderen wird ein Extrakt gewonnen, der zur Herstellung des beliebten Wintergetränks genutzt wird.

Das Besondere: Destilla nutzt ausschließlich natürliche Rohstoffe, keine synthetischen Ausgangsstoffe wie Chemikalien. „Unser Grad an Natürlichkeit wird von keinem anderen Mitbewerber erreicht“, berichtet Matthias Thienel stolz. Dafür kann er seinem Großvater Franz Latka danken, der gemeinsam mit Ehefrau Erika 1969 die Destilla GmbH gründete. Er traf die geradezu visionäre Entscheidung, ausschließlich mit natürlichen Rohstoffen zu arbeiten.

In der Region verwurzelt

Heute, 50 Jahre später, ist die Destilla GmbH ein Global Player mit 21 Vertriebspartnern weltweit, u.a. in Nord- und Südamerika, Australien, China und Afrika. Dennoch hat das Unternehmen seine Wurzeln und seine Heimat nicht vergessen: Wo immer es möglich ist versucht Destilla, seine Rohstoffe in der Region einzukaufen, z.B. Frischkräuter, Zwiebeln, Rote Beete usw. Nachhaltigkeit wird im Unternehmen nämlich groß geschrieben – auch in der Personalpolitik, wie Matthias Thienel betont. Die Destilla GmbH lege als Familienunternehmen großen Wert auf motivierte Mitarbeiter und ist deshalb auch in der Ausbildung besonders engagiert: Bei Destilla können junge Menschen die Berufe Industriekaufmann/-frau, Chemielaborant/-in, Destillateur/-in, Fachkraft für Lagerlogistik und Fachinformatiker/-in für Systemintegration erlernen. Des Weiteren unterstützt Destilla die Vereinsarbeit in der Region, ebenso wie zahlreiche soziale Projekte, Kindergärten und Kultureinrichtungen. Das soll die Verbundenheit zu Nördlingen und dem Ries stärken und die Region am Erfolg des Unternehmens teilhaben lassen – selbst wenn mancher hier meint, bei Destilla werde Schnaps gebraut .