Innerhalb von nur vier Wochen ist aus einem leerstehenden Laden in Monheim ein ganz besonderes Fotostudio geworden. Die Idee dazu entstand eher zufällig: Monheims Bürgermeisterin Anita Ferber wies die Fotografin Nina Berger bei einem Anruf auf die frei gewordenen Räume hin. „Und jeder, der mich kennt, weiß, wie sehr ich telefonieren hasse – und vor allem, wie begeistert ich davon bin, morgens um 7:47 Uhr ans Telefon zu gehen. Im Nachhinein bin ich also ziemlich froh, dass ich ausgerechnet bei diesem Anruf rangegangen bin. Sonst gäbe es das Studio heute wahrscheinlich gar nicht“, lacht Berger.
Mitte beziehungsweise Ende Juli wurde kurzerhand der Mietvertrag unterschrieben, am 21. August folgte bereits die Eröffnung. Auf rund 60 Quadratmetern, davon etwa zehn Quadratmeter Fundusraum, entstehen bei Nina Berger inszenierte Fantasy- und Fine-Art-Porträts. Verschiedene Sets, darunter ein Wolkenset, ein Hexenkamin, eine Zinkbadewanne, ein überwuchertes Wohnzimmer, eine Fairy Tea Party und ein Vampirset, sollen die Kundinnen und Kunden in unterschiedliche Fantasiewelten versetzen.
Fotografie mit einer Menge Hokuspokus
Nina Berger, gebürtig aus Flotzheim, fotografiert seit rund 15 Jahren und hat sich über die Jahre auf Fantasyfotografie spezialisiert. Für die Shootings steht ein umfangreicher Fundus mit Kostümen, Accessoires, Perücken und weiteren Requisiten zur Verfügung. Einige Stücke wie Kopfschmuck und Korsetts wurden selbst angefertigt. Auf Wunsch kann bei Make-up-Artistin Laura Burlefinger das passende Styling gebucht werden. Die Shootings finden im Studio oder an ausgewählten Outdoor-Locations statt.
Das Studio ist grundsätzlich nach Terminvereinbarung geöffnet. Freitags von 10 bis 15 Uhr ist Nina Berger außerdem regelmäßig vor Ort. Interessierte können in dieser Zeit auch spontan vorbeikommen und sich die Räumlichkeiten anschauen.
Berger lebt selbst mit einer Behinderung. Diese ist ein Teil ihrer persönlichen Geschichte, soll bei ihrer Arbeit aber nicht im Vordergrund stehen. Entscheidend sei für sie nicht, was sie aufgrund ihrer Behinderung erreicht habe, sondern ihre Fähigkeiten und ihre Leidenschaft für die Fotografie. „Ich habe es nicht so weit gebracht, obwohl ich behindert bin. Ich bin da, wo ich heute bin, weil ich gut bin in dem, was ich tue“, bringt sie ihre Haltung auf den Punkt.
Wer mehr über Nina Berger und ihre Fotografie erfahren möchte, sollte sich unbedingt ihren Instagram-Account farbgestoertfotografie ansehen.