In Oettingen wurde am Donnerstag das Konzept des ersten smarten Baumarkts in Bayern vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein vollautomatisiertes Fachgeschäft, welches in der Schloßstraße 48 angesiedelt sein wird.
„Dass der Weggang der BayWa eine große Lücke in Oettingen hinterlassen hat, ist nichts Neues“, so Oettingens Erster Bürgermeister Thomas Heydecker. Umso größer ist nun die Vorfreude auf den Bau-Smartstore, der in Oettingen als erster bayerischer Standort, seinen Platz finden wird. Die BGU aus Ansbach verbessert so den Nahversorgungsmangel der Stadt und feiert mit dem „Versorgungswerk“ Premiere. Dafür ist das Unternehmen auch zu einer beachtlichen finanziellen Investition bereit. „Wir gehen hier Richtung sechsstellig“, verriet Daniel Stiegler, geschäftsführender Gesellschafter der BGU. Die Eröffnung ist für Ende Juli 2026 geplant.
Lebensmittelgeschäft und Baumarkt: Laden teilt sich entzwei
Das Konzept des Smart-Baumarktes ist in Bayern noch nirgendwo zu finden. Bereits der Eintritt in den Laden unterscheidet sich stark vom Altbekannten. Die Eingangstüre wird mit einem Kartenlesegerät ausgestattet. Wer das Geschäft betreten möchte, muss den eigenen Personalausweis oder Reisepass scannen lassen. Dort kann dann von 6 – 20 Uhr vollautomatisiert eingekauft werden. Andere Öffnungszeiten lässt das Bayerische Ladenschlussgesetz nicht zu.
Um diesem Gesetz zu entsprechen, wird der Laden zweigeteilt. Die vorderen 20 m2 des Gebäudes werden Lebensmittel enthalten. Dieser Bereich wird 24/7 zugänglich sein, sodass sich Besucher des Wohnmobilstellplatzes in Oettingen zu jeder Zeit bedienen können. Die restlichen 140 m2 enthalten baumarkttypische Geräte und Materialien. Der hintere Teil wird mit Rollläden abgetrennt, welche um 20 Uhr automatisch schließen und um 6 Uhr wieder öffnen. Durch dieses System kann eine dauerhafte Nahversorgung mit essenziellen Produkten gewährleistet werden. Genussmittel ab 18 Jahren, wie Zigaretten und Alkohol finden keinen Platz im Sortiment.
Hochmoderne Technologie von vorne bis hinten
Die Eingangstüre wird mit einem Kartenlesegerät ausgestattet. Am Eingang wird der Personalausweis gescannt. Bei Diebstahl kann so der Täter direkt identifiziert werden. Auch durch Kamerasteuerung kann mögliche Kriminalität verhindert werden. Wie bereits von vielen Supermärkten bekannt, wird an einer Selbstbedienungskasse bargeldlos bezahlt. Zudem werden in den Räumlichkeiten jeweils eine Hilfesäule und ein Polizeiknopf für Notfälle befestigt. Sollte es zu Fachfragen kommen, steht das Personal aus den Baumärkten in Ansbach und Weißenburg zur Verfügung. Zudem sorgt eine Rampe für Kinderwägen und Rollstühle für einen barrierefreien Zugang.
In der Eröffnungswoche wird jedoch Personal zur Hilfestellung vor Ort sein. Zudem wird auf Minijob-Basis ein Mitarbeiter für die Betreuung des Baumarktes gesucht.
Jahrelanger Leerstand in Oettingens Innenstadt überwunden
Mit dem smarten Baumarkt wird auch ein jahrelanger Leerstand der Stadt Oettingen beendet. Vor gut zehn Jahren war die dort ansässige Schlecker-Filiale ausgezogen, seitdem waren nur immer wieder kurzfristige Projekte in der Schloßstraße 48 angesiedelt. „Solche neuen Ideen braucht es für unsere Innenstädte“, zeigt sich Thomas Heydecker daher begeistert.
von Nina Seefried