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Gründer, Blogger und Keynote Speaker Michael Brecht. (Bild: DRA)
Gründer, Blogger und Keynote Speaker Michael Brecht. (Bild: DRA)

Auf ein Tässchen mit Michael Brecht

Auch diesmal haben wir für unser Regionalgespräch eine interessante Person befragt. Michael Brecht – Gründerberater, Blogger und Keynote Speaker, hielt für unsere Fragen stets Antworten bereit. Geführt wurde das Gespräch von Diana Hahn.

> Guten Tag Herr Brecht, herzlichen Dank, dass ich Sie zu Hause besuchen darf und Sie sich Zeit für unser Regionalgespräch nehmen. Unser Gespräch steht immer unter dem Motto „Auf ein Tässchen mit …“.

Donau- Ries Aktuell: Was trinken Sie, Tässchen Tee oder Kaffee?

Michael Brecht: Morgens Kaffee, nachmittags Tee

DRA: Was ist eigentlich Ihr Beruf? Gründer, Berater, Redner oder Blogger? 

MB: Ich bin ausgebildeter Diplom Kaufmann. Studiert habe ich an der WHU in Koblenz. Dort war ich im 1. Jahrgang und bin seitdem das Gründer und Entrepreneurship-Thema nie mehr losgeworden. Von daher bin ich in erster Linie Unternehmer mit dem Fokus anderen Unternehmern zu helfen. Da gehört sicherlich Beratung mit rein und auch als Keynote Speaker tätig zu sein. Vom Schwerpunkt her digital.

DRA: Sie waren als CEO von Doodle tätig. Erklären Sie unseren Lesern doch bitte kurz, was Doodle ist.

MB: Doodle ist eine digitale Plattform, um für Gruppen Termine zu verabreden. Es wird heute weltweit genutzt, in über 150 Ländern und in 22 Sprachen verfügbar.

DRA: Was ist die Innovation Factory?

MB: Die habe ich mit zwei Partnern gegründet, weil wir mit vielen mittelständischen Unternehmen in Süd- und Westbayern gesprochen haben und das Signal bekommen haben, dass der Mittelstand sich im Rahmen dieser Digitalisierung im Stich gelassen fühlt. Die großen Corporates haben alle ihre eigenen Innovationszentren. Aber der Mittelständler mit 100 Mitarbeitern außerhalb der großen Zentren fühlt sich eigentlich recht allein gelassen und weiß nicht, wie er mit seiner heutigen Mitarbeiterstruktur neue digitale Themen angehen kann. Dabei hilft die Innovation Factory.

DRA: Was raten Sie Gründern?

MB: Wenn man gründet, muss man sich klar darüber sein, dass das ein sehr zeitintensives Thema ist. Das heißt, nicht so nebenbei gründen und auch noch einen Fulltime-Job haben. Gründen und parallel dazu arbeiten geht nicht. Der zweite wichtige Punkt ist, dass man sich auf ein Gründungsteam einlässt. Denn alleine gründen ist irre mühsam und meist hat man nicht alle Fähigkeiten, die man für die Ausführung des neuen Jobs braucht, in sich selbst. Das Team darf auch nicht unbedingt nur aus den besten Freunden bestehen, sondern sollte durchaus komplementär besetzt sein. Es ergibt überhaupt keinen Sinn, dass sich drei Designer zusammentun und ein Internet Start-up gründen, weil denen fehlt dann die Technik oder der Kaufmann oder ähnliches. Das heißt, es ist wichtig, komplementär zu sein. Ein wichtiger Punkt, den ich auch auf meinem Blog www.michaelbrecht.com mit großen Gründern, wie zum Beispiel Nathan Blecharczyk, einem der drei Gründer von AirBnB besprochen habe. Er sagt: Ganz wichtig ist, dass man groß denkt. Wenn eine Gründung richtig erfolgreich ist, und man vorher nicht groß gedacht hat, dann rennt man immer seinem eigenen Erfolg hinterher

DRA: Sie werden seit einigen Jahren auch als Keynote Speaker engagiert. Was ist ein Keynote Speaker?

MB: Der Begriff Keynote kommt aus der Musik. Die Keynote ist die Note, die ein A-Capella Chor von einem Sänger oder im Orchester von einem Musiker bekommt, um sich auf das Stück einzustimmen. Ähnlich ist es 19 bei einem Keynote Speaker. Der Keynote Speaker spricht meist zu Beginn einer Konferenz über das Thema. Er gibt einen Ton vor, er stimmt auf die Thematik ein.

DRA: Wie schätzen Sie das Potential des Landkreises als Wirtschaftsstandort ein? Kann man auch von hier aus ein erfolgreiches Start-up führen?

MB: Das hängt ganz von den Möglichkeiten des Teams ab. Es spricht überhaupt nichts dagegen, im Landkreis Donau-Ries zu gründen. Wir haben ja mit dem Technologiecentrum Westbayern in Nördlingen auch eine hervorragende Stelle, in der man Hilfe bekommen kann und dort hoch motivierte Unterstützer findet. Ich glaube, Gründen hat viel damit zu tun, wie man mit seinem eigenen Produkt und seinem eigenen Businessplan Lösungen schaffen kann, die für den Kunden etwas bewegen. Das kann man genauso gut in Harburg oder in Donauwörth oder in Nördlingen, wie man das in München oder in Berlin kann. Was für den Gründer von Vorteil ist, ist eine gute Internetverbindung, gerade wenn man digital gründen will. Ein wichtiger Vorteil im Donau-Ries ist, dass man einen hohen Freizeitwert hat. Das ist nicht zu unterschätzen. Es gibt heute viele Start-ups, die am Strand oder weit draußen sitzen, gerade weil sie nicht diesen Berlin oder LA- oder New York-Moloch um sich herum haben wollen, gerade weil sie sich konzentrieren wollen auf ihren Job. Das ist im Donau-Ries sicherlich einfacher als in der Großstadt. Insofern ist der hohe Freizeitwert und dieses Konzentrieren auf das was ich tue tatsächlich hier wichtig. Es muss aber gepaart sein mit dem richtigen Team. Ich betreue von hier aus Unternehmen in ganz Deutschland. Es ist vollkommen egal, wo ich sitze. Ich muss kein schickes Büro in München in der Maximilianstraße haben, ganz im Gegenteil: Ich fühle mich hier viel wohler und verbrauche viel weniger Zeit für An- und Abreise.

DRA: Welche Themen behandeln Sie als Keynote Speaker?

MB: Die meisten Reden ranken sich um das Thema Digitalisierung. Die sogenannte digitale Disruption, die sich damit befasst, wie man in der heutigen Wirtschaftsform ein Geschäftsmodell um digitale Gedanken erweitern kann. Ich spreche sehr viel zu Start-ups und zum Thema Innovation, auch um in Unternehmen Gedanken für Innovationen freizusetzen. Das können Workshops sein, die über einen ganzen Tag gehen oder Reden über eine Stunde.

DRA: An wen richten sich die Reden? Wer sitzt im Publikum?

Michael Brecht testet Elektroautos auch gerne bei schwierigeren Bedingungen. (Bild: DRA)
Michael Brecht testet Elektroautos auch gerne bei schwierigeren Bedingungen. (Bild: DRA)

MB: Ganz gemischt. Das fängt an bei Schülern und Studenten, mit denen ich Podiumsdiskussionen mache, geht über Fachkräfte und Vorträge in Unternehmen bis hin zu CEOs, CIOs, CFOs – die ganzen C-Level, wie man das so schön nennt, also die Geschäftsführungsebene. Ein ganz spannendes Thema war, als ich nach Seoul eingeladen wurde, um auf dem World Knowledge Forum zu sprechen. Das ist das asiatische Pendant zum Weltwirtschaftsforum in Davos. Ich hatte 1000 Zuhörer, alles Unternehmensführer aus der ganzen Welt sowie Intellektuelle und Professoren. Das war schon ganz spannend, weil wir dort auch aus europäischer Sicht heraus über Start-ups reden konnten.

DRA: Welche Pläne oder Wünsche haben Sie für die Zukunft?

MB: Ich wünsche meiner Familie Gesundheit, den Menschen in Deutschland Besonnenheit und einen klaren Kopf. Ich wünsche uns weltweit die Lust, Neues zu entdecken, zu hinterfragen und positiv anzugehen.

> Vielen Dank für das spannende Gespräch und dass Sie sich die Zeit für uns und unsere Leserinnen und Leser genommen haben.

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