Neueröffnung

Ein "Dorflädle" für Ebermergen

Ele Hasch und Sabine Reule sind Teil des Teams. Bild: Diana Hahn
Der Harburger Stadtteil Ebermergen stand lange vor der Problematik, dass die Nahversorgung aufgrund der Lage irgendwann fehlt. Seit dem 8. Juli 2022 ist dieses Problem gelöst, denn Ebermergen hat nun ein „Dorflädle“.

Eine engagierte Dorfgemeinschaft hat in Ebermergen dafür gesorgt, dass in dem kleinen Ort die Nahversorgung aufrechterhalten wird. Wie bereits einige andere Landkreis-Gemeinden setzt nun auch Ebermergen auf einen Dorfladen. Rechnet man Ebermergen dazu, gibt es nun mittlerweile elf Dorfläden und einen Stadtladen im Landkreis, die über das Dorfladennetzwerk des Landkreises vernetzt sind. Doch ehe am 8. Juli 2022 das „Ebermergener Dorflädle“ mit einem Fest am Dorfplatz, der direkt vor dem Laden liegt, eröffnet werden konnte, war es ein langer Weg, der bereits im Jahr 2018 mit einer Idee begann.

Klares Signal: Ganz Ebermergen steht hinter der Idee eines Dorfladens

Im Oktober 2019 dann der erste und vielleicht wichtigste Schritt: Rund 200 Besucher*innen waren zu einer Informationsveranstaltung ins Schützenheim gekommen, bei der die Stadträte aus dem kleinen Stadtteil, Jörg Röthinger und Patrick Prügel, ihre Idee des Dorfladens präsentierten. Die Situation damals: In Ebermergen gab es zwar noch eine Metzgerei und eine Bäckerei. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten finden sich jedoch nur im fünf Kilometer entfernten Harburg oder in Donauwörth – bis dorthin sind es neun Kilometer. Dass dringender Handlungsbedarf bestand, darüber waren sich die Besucher*innen im bis auf den letzten Platz gefüllten Schützenheim einig.

„Wir haben daraufhin einen Arbeitskreis gegründet“, erinnert sich Jörg Röthinger, einer der Initiatoren. Mit diesem Arbeitskreis sollte dann auch schnellstmöglich die Vorarbeit geleistet werden, um eine UG – auf der Basis einer Unternehmergesellschaft fußen viele Dorfläden – zu gründen. Nach der Gründung der UG, für die Jörg Röthinger, Christa Bayer und Patrick Prügel als Gesellschafter*innen fungieren, musste die Raumfrage gelöst werden. Ein passendes Gebäude für das Projekt Dorfladen gab es bereits: Zentral in der Dorfmitte gelegen – perfekt für einen Dorfladen, der Einkaufsmöglichkeit und auch Treffpunkt für das ganze Dorf werden sollte. Nachdem der Plan scheiterte, dass das Gebäude von der Stadt gekauft werden sollte, stand das Projekt Dorfladen auf der Kippe. Als Glückstreffer stellte sich dann allerdings der neue Eigentümer des Gebäudes, Andrej Fischer, heraus, der bereit war, das Erdgeschoss an die UG zu vermieten.

300 Anteilseigner*innen bei 940 Einwohner*innen

Problemlos verlief hingegen die Suche nach Anteilseigner*innen. „Die Anteile waren ratzfatz weg. Es gibt knapp 300 Anteilseigner“, so Jörg Röthinger. Wiederum ein deutliches Signal, setzt man sie ins Verhältnis zu den insgesamt 940 Einwohner*innen in Ebermergen. Insgesamt wurden 640 Anteile zu je 200 Euro gezeichnet. 128 000 Euro kamen so zusammen. „Einen Zuschuss von voraussichtlich 50 000 Euro bekommen wir vom Amt für ländliche Entwicklung. Bis die Förderung fließt, haben wir den Betrag über die Dorfgemeinschaftsstiftung Ebermergen zwischenfinanziert“, erklärt Jörg Röthinger. „Eigentlich wollten wir Ende vergangenen Jahres eröffnen. Durch Corona und zuletzt auch Lieferschwierigkeiten mussten wir den Termin nach hinten verschieben. Wir haben nun aber alles bekommen, was wir brauchen. Im Angebot haben wir viele regionale Produkte. Die Nachfrage wird zeigen, wie sich das Sortiment in Zukunft entwickeln wird“, freut sich Jörg Röthinger auf die Zukunft des Dorfladens.

Das Ebermergener Dorflädle bietet eine große Auswahl. Bild: Diana Hahn

Große Auswahl regionaler Produkte

Sechs festangestellte Mitarbeiter*innen sind im Dorflädle beschäftigt. Angeboten werden viele regionale Produkte. So stammen die Backwaren von der Bäckerei Heinrich aus Tapfheim, Wurstwaren kommen von der Metzgerei Goschenhofer, die auch noch eine eigene Filiale im Ort betreibt. Zudem gibt es Kaffee von Kress, Spirituosen von Vitzthum, das Donauwörther Brauhaus ist ebenso vertreten wie die Edel Bonbonfabrik, der Hofladen Landes oder die Mailänder Mühle aus Möttingen. Insgesamt gibt es eine lange Liste regionaler Produkte im Ebermergener Dorflädle.

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