26. September 2020, 09:00

Jedes Stück ein Unikat

Goldschmied Thomas Felmet lässt sich in seiner Werkstatt über die Schulter schauen. Bild: Mara Kutzner
Seit Juli gibt es in der Löpsinger Straße in Nördlingen ein neues Schmuckgeschäft. Warum die Corona-Pandemie Grund für die Ladeneröffnung war und was das Besondere an Thomas Felmets Schmuckstücken ist.

Normalerweise ist Thomas Felmet mit seinem Verkaufsstand auf einer ganzen Reihe von Veranstaltungen in Deutschland, Südtirol und der Schweiz vertreten. In diesem Jahr standen eigentlich zahlreiche Mittelaltermärkte in München, Worms, Rheinfelden und Lenzburg auf dem Programm und auch zum Kaltenberger Ritterturnier, den Südtiroler Ritterspielen und den Fricktaler Highlandgames wäre der Goldschmied aus Hainsfarth eigentlich gefahren, um dort seine Schmuckstücke anzubieten.

Doch all diese Märkte und Veranstaltungen konnten in diesem Jahr bekanntlich nicht stattfinden. Seine handgefertigten Ringe, Armspangen und Ohrringe konnte Thomas Felmet nicht wie gewohnt an seinem Stand verkaufen. „Einfach aufgeben wollte ich nicht“, erzählt der freischaffende Kunstschmied. Während andere kleine Betriebe in der Coronakrise ums Überleben kämpften, eröffnete Felmet Anfang Juli seinen Laden „Geschmeide mit Herz“ in Nördlingen. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dachte ich mir“, so der Goldschmied. „Extreme Zeiten eröffnen Räume für den Abschied von alten Strukturen, Wandel und Wachstum für uns alle“, erklärt er auf seinem Internetauftritt die Entscheidung nun einen Laden zu eröffnen.

Anfertigungen nach Kundenwunsch

In seinem Atelier arbeitet Thomas Felmet schon seit 1989 als freischaffender Kunstschmied. Er hat sich auf das Schmieden von hochwertigen Metallen wie Gold, Silber und Platin spezialisiert. Das Silber, welches Felmet verwendet, stammt aus zertifizierten Minen. „Da lege ich großen Wert darauf“, erklärt der Goldschmied. Das Besondere: Ringe, Anhänger, Talismane, Broschen, Armspangen und Ohrringe werden allesamt von Hand geschmiedet und angefertigt.

Viele Schmuckstücke werden sogar mit einer speziellen japanischen Schmiedetechnik hergestellt. Dabei werden die Materialien glühend ineinander geschmiedet und so eine kontrastreiche und aufwendige Musterung erzeugt. Sie gibt dem Schmuck von „Geschmeide mit Herz“ ein einzigartiges Design.

Wer in den Laden kommt, kann sich dort nicht nur fertige Schmuckstücke, die zum Verkauf angeboten sind, ansehen. Wer möchte, kann dem Kunstschmied bei der Arbeit über die Schulter schauen und beobachten, wie er die handgefertigen Unikate herstellt. Oft sind es ganz spezielle Kundenwünsche die Thomas Felmet erfüllt – zum Beispiel, wenn er Eheringe anfertigt oder andere Schmuckstücke genau nach den Vorstellungen seiner Kunden schmiedet. Gerade sitzt der Kunsthandwerker zum Beispiel an einem Anhänger in Form einer Hundepfote. Eine Kundin wünscht sich dieses Amulett vom Abdruck der Pfote als Andenken an den Vierbeiner.

Das eigene Glück schmieden

„Am Anfang ist da nur eine Idee“, beschreibt Thomas Felmet wie er neue Schmuckstücke herstellt. An seinem mittlerweile doch seltenen Beruf fasziniert ihn besonders, etwas Kreatives, Schönes aus verschiedensten Materialien herzustellen. Für alle die diese Faszination selbst erleben möchten, bietet der Kunstschmied Schmuckkurse an. Beim Eheringschmiedekurs können Paare von Anfang bis Ende bei der Herstellung ihrer Trauringe dabei sein, ihre eigenen Ideen umsetzen und sogar selbst schmieden, löten und hämmern.

Selbstverständlich hilft der erfahrene Goldschmied nicht nur beim Design, sondern auch bei der handwerklichen Umsetzung. Andere Goldschmiedekurse können flexibel bereits ab zwei Personen gebucht werden. Auch hier dürfen die Teilnehmer Schmuckstücke selbst herstellen und lernen die Kunst des Goldschmiedens kennen.