14. Februar 2021, 09:00

Tillynesien lebt auch im Jahr 2021

Bild: Matthias Stark; Faschingsclub Rain
Faschingsbälle, Prunksitzungen und Umzüge müssen in dieser Saison ausfallen. Aber die Narren vom Faschingsclub Rain haben sich trotzdem einiges überlegt, um auch in diesem Jahr den Faschingsfreunden aus Nah und Fern ein Programm zu bieten.

Eine Faschingssaison ohne Prinzenpaar? Unvorstellbar für den Faschingsclub Rain und seinen Präsident Florian Riehl. Zumindest ein Kinderprinzenpaar sollte es auch in dieser ungewöhnlichen närrischen Zeit geben. „Auch wenn wir dieses Jahr nur ein Kinderprinzenpaar haben, so gibt es zwei Repräsentanten für unseren Faschingsclub“, so Riehl. Damit das Kinderprinzenpaar auch in den vollen Genuss des Faschings kommen kann, werden die beiden auch in der Saison 2021/2022 den Verein repräsentieren. Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation konnten sich die Regenten auch nicht im gewohnten Umfeld des Rosenballs vorstellen, sondern mussten auf eine Videokonferenz ausweichen. Am 11. November 2020 um 19:19 Uhr hielten Mini-Rosenfee Valerie I. und Mini-Zuckerbaron Felix I. ihre Antrittsrede und eröffneten so eine besondere Faschingssaison.

Minirosenfee Valerie I. (Valerie Geiger) und Minizuckerbaron Felix I. (Felix Huith). Bild: Matthias Stark; Faschingsclub Rain

Faschingsgarde trainiert via Videokonferenz

Der Faschingsclub Rain setzt in dieser Saison ganz stark auf digitale Konzepte. „Gezwungenermaßen, sonst müssten wir den Fasching komplett absagen und das Vereinsleben würde zum Erliegen kommen. Das wollen wir natürlich verhindern“, erklärt Riehl den Ansatz der Vorstandschaft. Aktuell gibt es eine große Aktion im Verein. Alle drei Jugendgruppen – insgesamt rund 60 aktive Tänzerinnen und Tänzer – studieren gemeinsam einen Tanz zum Motto der Saison ein.

Das Motto ist dabei aber noch geheim und soll auch für das nächste Jahr verwendet werden, weil man in den einzelnen Gruppen auch schon mit den entsprechenden Tänzen begonnen hatte. Seit Dezember bekommen die Kinder in den Jugendgruppen jede Woche ein neues Video zugeschickt, in dem einige Tanzschritte hinzukommen. So können sie individuell und zuhause den neuen Tanz einstudieren und die Vorstandschaft hofft, dass es im Laufe des Jahres 2021 auch eine Gelegenheit gibt, diesen zu präsentieren. „Wir hoffen natürlich alle auf eine Besserung der Situation und können uns dann vorstellen den Tanz zum Beispiel mit großen Abständen zwischen den Teilnehmern in der Stadt oder auch in den Parkanlagen aufzuführen und diesen aufzuzeichnen, damit nicht zu viele Zuschauer kommen“, erläutert Riehl die Ideen des Vorstands.

Die große Garde und Teile der Showtanzgruppe treffen sich ebenfalls einmal in der Woche via Videokonferenz und nutzen diese unter Anleitung verschiedener Übungsleiterinnen für gemeinsame Trainingsstunden. „Im Fokus steht hierbei ein Krafttraining in Form eines Workouts. Das ist natürlich auch ganz wichtig für den Zusammenhalt. In der Garde und auch im Showtanz ist das Vertrauen bei den Hebefiguren ganz wichtig. Deshalb freuen wir uns, dass wir hier die Möglichkeit haben, in Kontakt zu bleiben“, erklärt Patricia Rieß.

Ein Faschingsumzug im Sommer?

Eine besonders schmerzhafte Zeit steht ab dem 11. Februar 2021 an. Dann, wenn mit dem Lumpigen Donnerstag der Endspurt und somit die heiße Phase der Faschingszeit beginnt. „Wir sind eine Faschingsstadt und das soll man auch merken“, verdeutlicht Florian Riehl. „Der gesamte Verein ist sehr motiviert und wir wollen natürlich eine Aktion machen, damit die Rainer sehen, dass wir sie nicht vergessen haben. Was genau, das wird sich erst ab Anfang Februar zeigen und mit dieser Ankündigung überrasche ich jetzt auch meine Vereinskollegen. Aber klar ist: Der FCR wird auch in diesem Jahr in Rain sichtbar sein“, so Riehl weiter.

Außerdem plant der Verein eine besondere Aktion für Kinder ...

So könnte man sich einen Faschings-Drive-In vorstellen, bei dem die Kinder sich einige Bonbons und Luftballone abholen können. Außerdem diskutiert der Faschingsclub, ob es möglich wäre, einen Faschingsumzug im Sommer, bevorzugt in den Monaten Juli oder August, durchzuführen. „Immer wieder kam diese Idee schon in den vergangenen Jahren auf und immer waren wir der Meinung: Das wäre was Neues, das wäre cool. Aber umzusetzen war es bisher nicht. Nun ergibt sich hier die Chance“, so Riehl. Die Überlegungen gehen dahin, dass der Umzug beispielsweise nur aus Fußgruppen besteht und durch die Rainer Innenstadt zieht.

Der weitere Verlauf der Corona-Pandemie wird zeigen, wie sich die Situation entwickelt und ob die Idee umgesetzt werden kann. Klar ist jedoch: Der Faschingsclub Rain lässt sich nicht unterkriegen!