26. Januar 2021, 09:00
Lessmann GmbH

Von der kleinen Bürstenmanufaktur im ehemaligen Schweinestall ...

Luftbild aus dem Jahr 1964. Bild: Lessmann GmbH
Die Geschichte des Unternehmens Lessmann reicht bis in das Jahr 1926 zurück. Johann Lessmann, Großvater der beiden heutigen Geschäftsführer Dieter und Jürgen Lessmann, gründete die kleine Würbenthaler Drahtbürstenindustrie in Vrbno (deutsch: Würbenthal) in Tschechien. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ging die Unternehmensgeschichte in Oettingen weiter.

„Unser Großvater war ein einfacher Bauernsohn. Er hatte acht Brüder und eine Schwester und war der Einzige, der eine höhere Ausbildung machen konnte. Er ging auf eine Ingenieursschule und kam nach dem Ersten Weltkrieg nach Würbenthal, wo er eine kleine Bürstenfabrik kaufte“, erzählt Geschäftsführer Dieter Lessmann. Johann Lessmann musste gemeinsam mit seiner Familie nach Kriegsende im Jahr 1946 sein Zuhause verlassen. „Unsere Großeltern wurden in einem Eisenbahnwaggon nach Heuberg verbracht und in ein Flüchtlingsheim gesteckt. Unser Großvater hat sofort versucht hier Fuß zu fassen“, erzählt Dieter Lessmann. Im Jahr 1948 zog Familie Lessmann nach Oettingen, wo am 1. Januar 1948 die „J. Lessmann & Sohn Drahtbürstenfabrik“ neugegründet wurde. Die im Betrieb beschäftigten wenigen Mitarbeiter waren meist Flüchtlinge. Gemeinsam mit dem Firmengründer waren sie im Eisenbahnwaggon nach Heuburg gekommen.

Ein ehemaliger Schweinestall diente dem Betrieb mehrere Jahre lang als Produktionsstätte, bevor am heutigen Standort am Fürfällmühlweg im Jahr 1954 erstmals eine kleine Fabrikhalle samt Wohnhaus gebaut werden konnte.

„In Oettingen waren bereits damals die Voraussetzungen für eine Bürstenfabrik sehr gut. Es gab eine Post, eine Bahnstrecke und viel Buchenholz“, erklärt Dieter Lessmann. Bereits in den 50er Jahren wurde der Grundstein für den heutigen internationalen Erfolg des Unternehmens gelegt. Gemeinsam mit sogenannten Exporthäusern in Bremen, Hamburg und Wuppertal eroberte das Oettinger Unternehmen ferne Handelsmärkte – und das mit nur einem einzigen Produkt: einer einfachen Holzhandbürste.

Edgar Lessmann übernimmt die Geschäfte

Im Jahr 1963 stirbt der Unternehmensgründer Johann Lessmann. Sohn Edgar übernimmt daraufhin die Leitung des Betriebes. Nicht nur das Unternehmen wuchs in den darauffolgenden Jahren stetig, sondern auch das Produktsortiment. „Im Jahr 1978 wurde ein neues Bürogebäude und eine neue Lagerhalle gebaut. Für die damalige Zeit waren die Kosten für den Bau unglaublich hoch“, so Dieter Lessmann. In den Jahren 1989 und 1990 stiegen Dieter Lessmann selbst und sein Bruder Jürgen als Geschäftsführer in die Firma ein. Fortan wurden die Bürsten unter dem Namen „Lessmann GmbH“ produziert und verkauft.