15. Januar 2020, 10:40

Wie wirkt sich Konversion auf Stadt und Region aus?

Die Umwandlung des Kasernenareals zum Wohnquartier wirkt sich nicht nur auf die Große Kreisstadt, sondern auf die gesamte Region aus. Bild: Stefan Birzele
Als die Alfred-Delp-Kaserne 2013 geschlossen wurde, richtete der Landkreis Donau-Ries die Abteilung „Konversionsmanagement“ ein. Das Konversionsmanagement wird vom Freistaat Bayern gefördert, um die sozialökonomischen regionalen Effekte der Schließung der Alfred-Delp-Kaserne in Donauwörth abzufedern. Teil 2 unseres Titelthemas "Donauwörths große Chance - Wie das Alfred-Delp-Quartier aussehen soll".

Das Konversionsmanagement fungiert als Ansprechpartner für alle Bürger, Vereine und Unternehmen im Landkreis Donau-Ries, die von der Schließung des Bundeswehrstandortes betroffen sind. Denn die Auswirkungen waren größer, als man denken möchte. Es sind gut 1000 Dienstposten in Donauwörth weggefallen. Rechnet man die Familienangehörige der Soldaten dazu, haben damals fast 3000 Personen den Landkreis verlassen – so sagen es zumindest Statistiken. Der demografische Wandel wurde dadurch negativ beeinflusst, es war mit einem Kaufkraftverlust zu rechnen und Handwerksbetriebe und Unternehmen, die damals noch von der Bundeswehr beauftragt wurden, benötigten Unterstützung.

All diese negativen Auswirkungen sind überwunden. Der Landkreis verzeichnet eine äußerst positive Bevölkerungsentwicklung, es herrscht Vollbeschäftigung, die Lebensqualität ist hoch. Das Konversionsmanagement gibt es trotzdem noch.

2016 startete sogar eine zweite Förderperiode des Freistaats. Seit 2015 ist Barbara Wunder Konversionsmanagerin im Landratsamt. Mit der städtebaulichen Entwicklung auf dem Konversionsareal in der Donauwörther Parkstadt hat sie allerdings kaum etwas zu tun – das ist ausschließlich Aufgabe der Stadt Donauwörth. Im Landratsamt konzentriert man sich eher auf die Auswirkungen auf die gesamte Region. Ein Schwerpunkt der Konversionsmanagerin liegt zum Beispiel im Regionalmarketing und beim Thema Regionalität. Mit der Bundeswehr haben nicht nur viele Soldaten die Region verlassen, auch ein attraktiver, großer Arbeitgeber ist weggefallen. Das Regionalmarketing möchte den Landkreis nach innen und nach außen als attraktiven Standort für Leben, Arbeit und Freizeit präsentieren. Daneben konzentriert sich die Konversionsmanagerin auf die Siedlungsentwicklung im Landkreis. Denn weil es der Wirtschaft im Landkreis gut geht und Jahr für Jahr gut 1000 neue Arbeitsplätze in der Region entstehen, ist es nicht verwunderlich, dass der Bedarf an Wohnraum ständig wächst. Weil man nicht nur flächensparend bauen möchte, sondern auch die Dorf- und Stadtkerne im Kreis attraktiv halten will, unterstützt der Landkreis Donau-Ries bereits seit 2015 im Rahmen des Konversionsmanagements Kommunen beim Flächenmanagement sowie bei der Vermarktung von Bauland und Leerständen innerhalb der Ortskerne.

„Innen vor Außen“

Dass in Donauwörth nun ein neues Wohnviertel entsteht, sieht Barbara Wunder äußerst positiv. „Bauland und Wohnraum werden dringend gebracht“, so die Konversionsmanagerin. Genau wie Oberbürgermeister Armin Neudert betont sie den Grundsatz „Innen vor Außen“. Denn Stadt und Landkreis wollen, um „Flächenfraß“ zu verhindern, lieber Brachflächen und Leerstände in den Innenstädten und Dorfzentren bebauen und beleben, anstatt neue Wohn- oder Gewerbegebiete „auf der grünen Wiese“ auszuweisen. Innovative Wohnformen, Mehrgenerationenwohnen, Sozialer Wohnungsbau, betreutes, barrierefreies Wohnen und gemeinschaftliche Gärten, all diese neuen Wohnformen im Alfred-Delp-Quartier würden sich sehr positiv auf den Wohnstandort Donauwörth bzw. Donau-Ries auswirken, so Wunder. Neudert sagt, das Alfred-Delp-Quartier werde die Stadt enorm stärken. Zum Beispiel sei durch das Wohnviertel der Grundschulstandort in der Parkstadt gesichert und langfristig für attraktiven Wohnraum gesorgt.