18. April 2019, 10:54

Ist das Almarin bezahlbar?

Bild: Jenny Wagner
Am vergangenen Mittwochabend wurden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Wiedereröffnung des Almarins präsentiert. Nicht nur die Verantwortlichen waren schockiert.

Nun steht fest, die Sanierung des Almarins in Mönchsdeggingen kostet rund 7,3 Millionen Euro. Laut dem Planungsbüro Fritz aus Bad Urach seien dies die Kosten für eine „Minimalsanierung“. Bedeutet, wird das Almarin tatsächlich saniert, so müssten die Besucher in Zukunft auf ein Außenbecken, einen Saunabereich und möglicherweise auch auf eine Gastronomie verzichten. Die Kosten für eine Komplettsanierung des Bades samt Außenbereich seien laut Landrat Stefan Rößle einfach nicht bezahlbar. Durch Eigenleistungen könnten laut Kreisbaumeister Karlheinz Wolf rund 900.000 Euro eingespart werden. Dennoch steht eine monströse Summe von über 6 Millionen Euro im Raum, die für die Sanierung des in die Jahre gekommenen Bades benötigt werden. Fördermittel erhoffen sich die Mönchsdegginger vor allem vom Freistaat Bayern und auch vom Bund. Dass dies nicht so ganz einfach werden wird, das machte Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange klar, denn eigentlich ist die Förderung von Schwimmbädern nicht Aufgabe des Bundes, sondern alleinige Aufgabe der Kommunen: „Es wird ein langer und schwieriger Weg, für den niemand von uns einen Erfolg versprechen kann.“ Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler sprach den Bürgern seine Unterstützung zu – wie hoch die Fördersumme des Freistaats Bayern jedoch ausfallen könne, ist aber noch nicht bekannt. 

Sanierung in fast allen Bereichen des Bades notwendig

Wie sanierungsbedürftig das Bad wirklich ist, das zeigte Architektin Heike Klügel vom Planungsbüro Fritz aus Bad Urach am vergangenen Mittwochabend auf. Immense Mängel gäbe es laut Klügel in nahezu jedem Bereich des Bades. So müsse unter anderem die Glasfassade erneuert, Holzquerträger ausgetauscht und die Oberflächen im Inneren komplett ersetzt werden. Auch die gesamte Technik im Untergeschoss des Bades müsse laut Architektin Heike Klügel komplett ersetzt werden.

Vor allem aber die laufenden Kosten, die aus dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie hervorgingen, machten die Besucher der Informationsveranstaltung sprachlos. „Ein Schwimmbad ist die teuerste Sportimmobilie, die sich eine Gemeinde leisten kann“, erklärte Marie Gudorf vom Planungsbüro Fritz die vorgestellten Zahlen. Aus der Studie ging hervor, dass rund 30.000 Badbesucher im Jahr erwartet werden. Mit den Einnahmen eines Shops und verschiedenen Schwimmkursen ergäbe dies pro Jahr einen Gesamterlös von rund 130.000 Euro. Dem entgegen stehen die ermittelten laufenden Kosten – jährlich rund 1,2 Millionen Euro. Circa 1 Million Euro Defizit würde das Bad, laut den Berechnungen des Planungsbüro Fritz aus Bad Urach, jährlich erwirtschaften.

Geplättet von den Zahlen der Machbarkeitsstudie waren auch die Verantwortlichen des Fördervereins, allen voran Michael Gumpp und Rolf Bergdolt. Beide sind überzeugt davon, dass das Almarin deutlich mehr Besucherpotenzial aufweisen könne und zahlreiche Kosten, die aus der Machbarkeitsstudie hervorgingen, unrealistisch seien. Laut Gumpp wolle der Förderverein weiterhin zahlreiche Aufgaben selbst übernehmen, daher seien, zum Beispiel die Kosten für Werbung und Marketing deutlich niedriger anzusetzen, als es in der Machbarkeitsstudie getan wurde. Insgesamt gehen die beiden Verantwortlichen daher von einem jährlichen Defizit von rund 190.000 Euro aus.

Bis zum 30. Mai haben nun die umliegenden Gemeinden Zeit sich zu entscheiden, ob sie sich eine Teilnahme am Zweckverband vorstellen können.