19. Dezember 2019, 08:00

Allrounder in Orange - als Straßenwärter im Einsatz

Theo Jung, Straßenwärter Bild: Diana Hahn
Meistens erkennen wir sie schon von Weitem an ihrer leuchtend orangen Arbeitskleidung: Straßenwärter. Damit der Verkehr möglichst ungehindert rollen kann, halten sie unsere Straßen in Stand, reinigen im Herbst die Wege von Schmutz und Laub, sorgen mit dem Winterdienst für freie Fahrt auch bei Schnee und Eis, sichern Baustellen und Unfallstellen, füllen Schlaglöcher auf und beseitigen Ölspuren. Kurzum: Wahre Allrounder in Orange, die immer für uns im Einsatz sind – bei Wind und Wetter. Teil 4 unserer Serie "Helden des Alltags".

Einer dieser in Orange gekleideten Alltagshelden ist Theo Jung aus Hafenreut. Seit 32 Jahren sind die Bundes- und Landstraßen im Landkreis sein Arbeitsplatz, denn so lange ist er bereits für das Straßenbauamt Augsburg im Einsatz. „1987 bin ich als Quereinsteiger zu den Straßenwärtern gekommen. Den Tipp habe ich von meinem Schwiegervater bekommen und habe mir den Beruf dann einfach mal angeschaut“, erinnert sich Jung. An seinem ersten Tag habe er allerdings nicht gewusst, ob das wirklich das Richtige für ihn sei, da er gleich eine nicht so schöne Erfahrung gemacht habe. „Direkt am ersten Tag haben wir am Straßenrand gearbeitet. Es hat geregnet und als ein Lkw vorbeigefahren ist, war ich von oben bis unten nass“, erzählt Theo Jung. Dennoch habe die Vernunft gesiegt und er habe sich dazu entschieden dem Beruf eine Chance zu geben. Eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut hat.

„Man kann in dem Beruf weiterkommen. Mein heutiger Chef war zum Beispiel früher mein Lehrling“, erzählt der Straßenwärter. Auch er habe die Chance gehabt den Chefposten oder einen Job bei der Bauaufsicht zu machen. „Als Chef weißt du nicht wo du hinkommst. Das wollte ich wegen meiner Familie nicht. Bei der Bauaufsicht fand ich abschreckend, dass man in den Wintermonaten frei hat. Ich will aber lieber im Sommer in den Urlaub“, erzählt Jung über seine Beweggründe. An seinem Beruf schätzt Jung besonders, dass es ein sicherer und abwechslungsreicher Arbeitsplatz ist. „Wenn man in einer Fabrik arbeitet macht man nahezu jeden Tag das Gleiche. Bei uns fallen jeden Tag ganz unterschiedliche Arbeiten an“, sagt Jung.

Von asphaltieren über Grünschnitt bis hin zu Arbeiten am Bankett sei alles dabei. Auch die geregelten Arbeitszeiten seien im Beruf des Straßenwärters natürlich toll. „Pro Fahrzeug gibt es drei Schichten. Man weiß also ganz genau, wann man anfängt und wann Feierabend ist“, erzählt Jung. Gerade in Sachen Winterdienst sei das natürlich auch ein Fortschritt. „Früher hatte man Bereitschaft und musste mitten in der Nacht los, um die Straßen zu räumen. Wenn man fertig war, musste man dann zum regulären Dienst antreten. Das war auf Dauer sehr anstrengend“, erinnert sich der Straßenwärter. Ein Nachteil seiner Arbeit sei es natürlich, dass man bei Wind und Wetter draußen ist. Man gewöhne sich aber daran und habe ja auch gute Kleidung, so Jung schmunzelnd. „Unserem Chef ist das auch wichtig, dass wir mit allem Nötigen ausgestattet sind“, erklärt Jung. Ganz ungefährlich sei die Arbeit am Straßenrand nicht. „Da rasen manchmal Autos ganz schön vorbei. Das wird jedes Jahr schlimmer. Man ist froh, wenn alle zu Feierabend wieder heimkommen“, erzählt der Hafenreuter.

Mit dem Mähtruck im Einsatz

Seit einigen Jahren hat sich Theo Jung auf eine Aufgabe spezialisiert. Mit seinem Mähtruck ist er an den Straßen unterwegs und hält damit das Gras, das entlang der Straßen wächst, kurz. „Ich fahre morgens um 6 mit meinem Truck raus und um 16 Uhr bin ich dann wieder im Stützpunkt in Berg. Mir gefällt das gut, denn auf meinem Mähtruck habe ich meine Ruhe und kann meiner Arbeit gewissenhaft nachgehen“, so Jung.

Insgesamt habe sich der Beruf des Straßenwärters durch die Geräte und technischen Möglichkeiten in den letzten Jahren stark gewandelt. „Es ist schon einfacher geworden. Aber handwerklich geschickt sollte man natürlich trotzdem sein und ein Führerschein der Klasse 2 ist auch Voraussetzung“, erklärt Theo Jung. Außerdem sei Zuverlässigkeit eine der wichtigsten Eigenschaften, die eine Straßenwärter mitbringen müsse. „Der Chef muss sich auf dich verlassen können. Man ist schließlich mit großen Maschinen unterwegs“, betont Jung.