28. März 2019, 13:08

Tierischer Besuch in der Redaktion

Das Tierheim in Nördlingen zieht gerade drei Eichhörnchen auf. Der Kleinste, Spookey, kuschelt sich noch an seine Ziehmama. Bild: Jenny Wagner
Das Tierheim in Nördlingen zieht gerade drei Eichhörnchen auf. Nachdem die Wildtiere beim Tierarzt waren, besuchten Manu Kaußen und Katrin Schwindig mit den Jungtieren die Redaktion. Das Tierheim braucht nämlich Hilfe.

„Wenn junge Eichhörnchen ihre Mutter verlieren, rennen die Tiere instinktiv auf Menschen zu. Das ist ein deutliches Zeichen, dass die Tiere Hilfe brauchen,“ erklärt die Leiterin des Nördlinger Tierheims, Manu Kaußen beim Besuch in unserer Redaktion. „Die Tiere klammern sich dann förmlich an den nächsten Menschen, den sie finden, und betteln auf diese Weise um Hilfe. Dann ist es wirklich höchste Zeit, denn den Tieren muss schnell geholfen werden,“ so die Tierschützerin weiter. Bereits 2016 zog sie drei Eichhörnchen groß, in diesem Jahr sind es wieder drei. Ein Geschwisterpaar, dass mittlerweile etwa sechs Wochen alt ist, und ein einzelnes Tier mit vier Wochen. „Während die Großen bereits selbstständig fressen, muss das Kleine noch gefüttert werden“, ein Full-Time-Job, wie Kaußen beschreibt. Die Tiere müssen nämlich anfangs alle zwei, schließlich alle vier Stunden gefüttert werden. „Und selbst dann ist es anfangs ungewiss, ob man die Tiere durchbringt,“ erklärt sie weiter. Deshalb hat Spooky, der Kleinste in der Runde, auch erst seit einigen Tagen einen Namen. Vor zwei Tagen machte er die Augen auf und ist weiterhin sehr anhänglich und schmiegt sich in die Hand seiner Ziehmutter. Die beiden großen – Elmo und Pepino – springen derweil schon fleißig durch ihren Käfig.

Auswilderung ist wichtig

„Eichhörnchen sind Wildtiere und sollten nicht bei den Menschen gehalten werden,“ so Manu Kaußen weiter: „Deshalb steht am Ende der Aufzucht auch die Auswilderung.“ Dafür werden die Tiere in einem Auswilderungsgehege gehalten. Sie werden dabei noch gefüttert, aber nicht mehr angefasst. Irgendwann lässt man dann die Türe auf und lässt sie frei. Allerdings steht das Tierheim nun vor dem Problem, dass nur ein Gehege zur Verfügung steht. „Das brauchen wir für Elmo und Pepino,“ erklärt Kaußen weiter. Da Eichhörnchen gleich alt sein sollten und nicht alleine aufwachsen sollen, ist Kaußen im Moment in Gesprächen mit anderen Aufzuchtstationen, um für Spooky einen Altersgenossen zu finden. „Für die beiden brauchen wir aber auch eine Auswildungerungsanlage. Um diese anzuschaffen fehlt uns im Moment allerdings das Geld.“ Das Gehege würde rund 700,00 Euro kosten und könnte in Zukunft helfen, viele weitere hilflose Tierkinder zu retten. „Deshalb würden wir gerne ein weiteres anschaffen und hoffen auf Spenden,“ so Kaußen.

Wann braucht ein Eichhörnchen Hilfe?

Gerade bei heftigen Frühjahrsstürmen, kann es passieren, dass die Eichhörnchenbabys aus dem Nest fallen oder die Mutter überfahren wird. Dann ist schnelle Hilfe notwendig, um dem Tier ein Überleben zu sichern. „Wichtig ist: Nicht irgendwas geben. Um ein Wildtier wie ein Eichhörnchen groß zu bekommen ist viel Fachwissen nötig. Deshalb das Tier unbedingt zu uns bringen, denn mit falscher Ernährung gefährdet man das Leben der Tiere,“ so Kaußen.

Pepino und Elmo werden ebenfalls vom Tierheim Nördlingen groß gezogen. Bild: Jenny Wagner

So kann man helfen

Wer die Anschaffung eines weiteren Auswilderungsgeheges unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf eines der beiden Konten tun.

Sparkasse Nördlingen
IBAN: DE85722500000000191015

Raiffeisen-Volksbank Ries
IBAN: DE72720693290000070076

Stichwort: Eichhörnchen