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Im Jahr 2014 entstand das neue Versandzentrum am Standort Monheim (Bild: Hama).

Hama: Vom Einmannbetrieb zum internationalen Unternehmen

Mit weltweit über 2500 Mitarbeitern, davon 1500 am Standort in Monheim, ist Hama einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Donau- Ries. Rudolph Hanke, Sohn des Gründers Martin Hanke, leitete seit dem Jahr 1959 das Unternehmen von der Firmenzentrale in Monheim aus. 

Vom Einmannbetrieb … 

1923 wurde der Betrieb Hamaphot KG von Martin Hanke, nach dem Abschluss seiner Photographenlehre, in Dresden gegründet. Zunächst spezialisierte sich der Betrieb auf Foto-Chemikalien für den Großhandel und die Herstellung von Laborgeräten und Aufnahmezubehör.

Martin Hanke in seinem „Büro“ in einem Schuppen (Bild: Hama).

Nachdem der Betrieb in Dresden im Jahr 1945 komplett zerstört wurde, fand die Hamaphot KG, auf Einladung des Kunden Foto-Mannes, einen neuen Standort in Monheim.
In den darauffolgenden Jahren, die geprägt durch die Währungsreform waren, ging es auch mit dem Unternehmen steil bergauf. Im Jahr 1958 starb der Gründer der Hamaphot KG. Sein Sohn Rudolph Hanke übernahm zusammen mit Adolf Thomas, dem Schwiegersohn, die Leitung des Unternehmens. Hanke erzählt, dass dieser für die Verwaltung und den Vertrieb zuständig gewesen sei und er selbst sich den Aufgaben im Marketing und Produktmanagement gewidmet habe. Auch erklärt Rudolph Hanke, dass es schon damals besonders wichtig war, nicht gegen die Konkurrenz aus Fernost anzukämpfen, sondern sich mit ihr zu verbünden. Als Meilensteine in der Geschichte des Unternehmens zählt vor allem die Erfindung des Hamafix Diarahmen zu Beginn der 1970er Jahre. Rudolph Hanke erklärt, dass man das zugeschnittene Filmstück in den Rahmen schob und dieses anschließend in ein kleines Montagegerät steckte. So war mit einem Handgriff das Dia ohne mühsame Arbeit eingerahmt.

… zum internationalen Unternehmen 

Heute erinnert nicht mehr viel an den damaligen Einmannbetrieb von Martin Hanke, nur noch die kleine Ausstellung in der neu renovierten Kantine des Unternehmens im Vertriebsgebäude zeigt einen kleinen Einblick in die Firmengeschichte. Rudolph Hanke erzählt, dass sich über die Jahre hinweg auch sehr viel in seinem Aufgabenbereich geändert hat. „Früher hat man am alles am Reißbrett gezeichnet, heute wird alles in 3D-Technik am Computer konstruiert“, so Hanke. „Sagenhaft, was man damit alles machen kann“, lacht der Senior Chef. Auch erzählt er mir, dass mittlerweile fast die komplette Produktion nach China verlagert wurde. In Monheim hingegen befinden sich noch der Vertrieb, die Konstruktion und das Design. Nur noch die Verpackung wird am Standort in Monheim produziert.

Das neue Versandzentrum ermöglicht den Versand von über 7000 Paketen am Tag (Bild: Hama).

Mittlerweile führt die Firma Hama über 18000 Produkte aus den verschiedensten Bereichen im Sortiment. Daher expandiert das Unternehmen seit mehreren Jahrzehnten in verschiedene Länder, wie Frankreich, Belgien oder China. Aber auch der Standort Monheim vergrößert sich immer weiter, sodass im Jahr 2012 ein neugebautes Wareneingangsgebäude und ein Bürogebäude mit einer Fläche von über 9 000 Quadratmetern eingeweiht werden konnte. Nur zwei Jahre später wurde das neue Logistikzentrum mit einem hochmodernen Versand in Betrieb genommen. Im Durchschnitt finden hier bis zu einer halben Million Artikel pro Tag den Weg von Hama zu ihren Kunden. Als Erfolgsgeheimnis zählt für Hanke bis heute die Offenheit des Unternehmens dem Markt gegenüber für neue Technologien. Der Seniorchef erzählt, dass das Unternehmen einfach immer mit den neusten Trends im Elektronikbereich mitgegangen sei und sich so die Firma mitentwickelte.

Mittlerweile hat sich der 80-jährige Seniorchef immer mehr aus dem operativen Geschäftsbereich zurückgezogen. Der Ruhestand kommt für ihn jedoch noch nicht in Frage.

 

Über Jenny Wagner

Volontärin. Recherchiert und schreibt für online und im blättle. Immer unterwegs, ob bei einer politischen Diskussion, einem Unfall oder im Eins-zu-eins Gespräch mit ihren Interviewpartnern. Zimmerpflanzenbeauftragte im Redaktionsbüro. Steht in ihrer Freizeit auf dem Tennisplatz.