2. Juli 2019, 08:28

Museumsfreunde laden nach Mertingen ein

Museumsfreunde Mertingen e.V. Bild: (Privat)
Bei den Museumsfreunden Mertingen ist am Sonntag, 7. Juli 2019 wieder Interessantes zu sehen.

Die Dauerpräsentationen in der Sölde (Leben auf dem Lande bis in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts) und Stadel (Werkzeuge für Landwirtschaft und Handwerk, Torfstich und alte Mertinger Kirchturmuhr) werden auch immer mal mit neuen Objekten bestückt, so dass sich auch ein wiederholter Besuch lohnt.

In der Alten Schule gibt es zwei Attraktionen: Im großen Ausstellungsraum geht es um das „Kinderkriegen“ in früherer Zeit, häufig ein Vorgang auf Leben und Tod. Wenn etwa die Hebamme, wie in der Ausstellung nachzulesen, zu ungeschickt oder unwissend ist, um eine Blutung zu stillen, oder wenn ein Kind an einer ansteckenden Krankheit stirbt und ein ganzes Haus desinfiziert werden soll wird die „Obrigkeit“ aktiv. Ein Hebammenkoffer und ein Gebärstuhl, beides freundliche Leihgaben aus dem Schlossmuseum Brenz, zeigen unter anderen, wie man sich auf Geburten noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts vorbereitete. Eine bedeutende Rolle rund um die Geburt spielten Glaube und Aberglaube, um sich gegen die Risiken zu schützen und den Mangel an Wissen auszugleichen. Dies und vieles andere Wissenswerte gilt es zu entdecken.

Im Seitentrakt der Alten Schule befindet sich u.a. die Web-Stube mit einem Glanzstück der Sammlung, einem Handwebstuhl mit sechs Schäften, der sich zur Herstellung komplizierter Muster eignet. Mit Angela Buchschuster verfügt das Museum über eine Meisterin, die das anspruchsvolle Gerät am Sonntag vorführen kann. Spinnen und weben gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit, und die Hilfsmittel wurden über Jahrtausende, bis in unsere Gegenwart, ständig verbessert. Bekanntlich wird der Beginn der Industriellen Revolution häufig mit der Einführung der mechanisch angetriebenen (Wasserkraft, Dampfmaschine) Spinnmaschine („Spinning Jenny“) und dem mechanischen Webstuhl gleichgesetzt.

Nördlingen, Ulm und Augsburg waren seit der frühen Neuzeit bedeutende Zentren der beruflichen Weberei, daneben existierte aber auch die Hausweberei, etwa zu Herstellung der Aussteuer und der Kleidung für die Familie.

Die Gebäude der Museumsfreunde sind am Sonntag, 7. Juli 2019 von 14.00 Uhr- 17.00 Uhr geöffnet. (pm)