6. Juli 2020, 07:47

"Die Natur ist kein Aschenbecher"

Unter diesem Motto hat sich die Plogging-Gruppe Donauwörth wieder für eine Müllsammel-Aktion in Donauwörth im Ried getroffen. Diesmal wurde sie tatkräftig von der Stiftung Sankt Johannes sowie vom AWV und 2 junge Brüder unterstützt. Bild: Claudia Sorrè
Unter diesem Motto hat sich die Plogging-Gruppe Donauwörth wieder für eine Müllsammel-Aktion in Donauwörth im Ried getroffen. Diesmal wurde sie tatkräftig von der Stiftung Sankt Johannes sowie vom AWV und zwei jungen Brüdern unterstützt.

Sie sind überall. Auf dem Gehweg, am Straßenrand, unter Parkbänken: alle paar Meter liegen Zigarettenkippen. Doch die Kippen sind nicht nur ein ästhetisches Problem. Sie schädigen auch die Umwelt. Zigarettenkippen sind weltweit das am häufigsten weggeworfenen Abfallprodukt - danach erst kommen Plastiktüten! Vor allem an Stränden und Küsten werden sie achtlos weggeschnippt. Pro Tag werden laut Weltgesundheitsorganisation WHO alleine in Deutschland 400 Millionen Zigaretten geraucht, und drei Viertel davon landen nicht im Aschenbecher, sondern am Straßenrand oder in der Natur.

Die Filter bestehen aus dem Kunststoff Cellulose Acetat und enthalten eine Reihe gefährlicher Giftstoffe: beim Rauchen sammeln sich Substanzen wie Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) im Filter. Und nicht zu vergessen: Nikotin. Es ist laut Gefahrenstoffrecht mit langfristiger Wirkung auch giftig für Wasserorganismen. Eine Zigarettenkippe kann, je nach äußerem Umfeld, bis zu 15 Jahre brauchen, bis sie sich zersetzt. Und immer, wenn es regnet, sickern diese Stoffe mit dem Regenwasser in den Boden oder in die Kanalisation. Eine Zigarette ist in fünf Minuten geraucht, aber sie belastet die Umwelt noch jahrelang. Laut wissenschaftlicher Untersuchungen vergiftet schon ein einziger weggeworfener Zigarettenstummel schätzungsweise 40 Liter Grundwasser. Gefährdet sind auch Menschen. Bei Kleinkindern kann schon eine verschluckte Kippe zu Vergiftungssymptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.

Welche Lösungen gibt es?

Ansatz 1: Auf bessere Aufklärung der Menschen setzen, denn vielen Rauchern ist die Umwelt-Problematik gar nicht bewusst. Deshalb versucht die Plogging-Gruppe Donauwörth mit seinen Aktionen Menschen zu sensibilisieren, und das Wegwerfverhalten zu ändern - am besten wäre natürlich, das Rauchen ganz aufzugeben. Wenn kein Mülleimer in der Nähe vorhanden ist, können die Raucher ihre Kippen z. B. in kleinen Taschen-Aschenbechern sammeln.

Ansatz 2: Kippen gehören in den Restmüll, damit sie ordnungsgemäß entsorgt werden. Wenn sie achtlos weggeworfen werden, ist es streng genommen eine Ordnungswidrigkeit und bedeutet normalerweise Bußgeld!

Ansatz 3: Die Tabakindustrie soll für die Entsorgung der Kippen aufkommen – ähnlich wie Batteriehersteller. Für diese Maßnahme setzen sich Experten der WHO ein. Die Tabakindustrie soll sich nicht nur an Säuberungen, sondern auch an den Kosten für Sensibilisierungsaktionen beteiligen. (pm)