31. März 2017, 18:28

Eine Wildbienenskulptur aus Sandstein für Nördlingen

Einweihung zur "Belebten Skulptur" in der Nördlinger Altstadt am Berger Tor. Bild: Kunstverein
Jeanette Zippel - Kunst mit und über Bienen
Nördlingen - Über 1000 Arten von Wildbienen leben allein in Baden Württemberg, einige sind nicht größer als eine Fruchtfliege. Viele Wildbienenarten leben solitär (einzeln) und benötigen für das Anlegen einzelner Nistzellen Röhren mit Durchmessern von 2 – 8 mm und einer Länge von 10 cm.
Von Wildbienen geht grundsätzlich keine Gefahr für Mensch und Tier aus. Der Stachel fast aller Wildbienenarten ist so weich, dass er nicht einmal die menschliche Haut durchdringen kann. Außerdem haben die einzeln lebenden Wildbienen keinen Staat zu verteidigen wie die Honigbienen und gehen daher jeder Konfrontation scheu aus dem Wege. Sie brauchen sich also um die Sicherheit der Fußgänger am Standort der Wildbienenskulptur keine Sorgen zu machen. Selbst in Kindergärten werden heutzutage sogenannte Insektenhotels aufgestellt, damit vor allem Wildbienen beobachtet werden können.
Die Skulptur aus Sandstein bietet mit ihren Löchern Nistplätze und Lebensraum für verschiedene Wildbienenarten. Durch deren Ansiedelung wird sie zu einer belebten Skulptur. Weil sie scheu sind und sehr schnell fliegen, sind Wildbienen in der Natur schwer zu erkennen. An der Skulptur können sie sehr gut beim Nestbau beobachtet werden.
Die Gestaltung der Skulpturen ist inspiriert von einer Darstellung der griechischen Göttin Artemis. Eine antike Münze zeigt sie mit weiblichem Oberkörper und einem Bienenhinterleib als Unterkörper. Mittels starker Abstrahierung entstand die eigenständige Form der Skulptur. Sie erinnert an eine menschliche Gestalt und den Körper einer Biene zugleich.
Mit jeder Skulptur wird dauerhaft Lebensraum für die heute in ihren Beständen gefährdeten Wildbienen geschaffen.
Die künstlerische Idee ist es, über die ökologische Bedeutung hinaus einen Ort der Begegnung von Natur (Bienen) und Kultur (Skulpturenform) für den Besucher zu schaffen.
Mehr zur künstlerischen Arbeit von Jeanette Zippel unter www.jeanettezippel.de (pm)