21. Oktober 2020, 14:50

Kinder säen Blühwiese für Insekten an

Die Kombiklasse der Grund- und Mittelschule Oettingen nach der Ansaat der Blumenwiese. Hintere Reihe von links nach rechts: Michaela Dinkelmeier (Landschaftspflegeverband Donau-Ries e.V.), Bürgermeister Thomas Heydecker, Schulleiterin Ursula Hertle, Lehrerin Marianne Ernst, Umweltpädagogin Gertrud Bittl-Dinger. Vordere Reihe: Die Schüler der Kombiklasse. Bild: Franziska Buckel
Zusammen mit der Kombiklasse 1/2 der Grund- und Mittelschule Oettingen wurde vergangene Woche eine Blühwiese für Insekten am Schulhofgelände angelegt. Unter Anleitung des Landschaftspflegeverbandes lernten die Kinder heimische Blumen und Insekten kennen.

In Zeiten des Klimawandels und des starken Rückgangs der Artenvielfalt gewinnen kommunale Grünflächen zunehmend mehr an Bedeutung. Insbesondere Insekten sind für uns Menschen unentbehrlich: sie bestäuben, schaffen fruchtbaren Boden, reinigen Gewässer und regulieren schädliche Arten. Aus diesem Grund hat sich die Stadt Oettingen i. Bay. bereits unter Altbürgermeisterin Petra Wagner für die Teilnahme am Projekt „DONAURIESig säen“ des Landschaftspflegeverbands Donau-Ries e.V. entschieden.

Gemeinsam mit der Stadt wurde im vergangenen Jahr eine Auswahl an städtischen Flächen getroffen, die durch eine Ansaat oder durch die Umstellung der Pflege ökologisch aufgewertet werden können. Derartige Grünflächen sollen zukünftig nur noch zweimal im Jahr gemäht werden. Außerdem sollen ungemähte Teilbereiche belassen werden, so dass Insekten das ganze Jahr über Rückzugsräume finden. Dafür bittet der Landschaftspflegeverband um Verständnis: „Auch wenn nur teilweise gemähte Wiesen unordentlich aussehen, sind sie für viele Insekten wichtiger Lebensraum“. Derartige Flächen sind zum Beispiel entlang des Fahrradwegs auf Höhe des Sportplatzes oder in der Nähe des Spielplatzes am Langacker zu finden und mit einer Infotafel gekennzeichnet.

Auf dem Schulgelände der Grund- und Mittelschule wurde eine etwa 200 m² große Fläche ausgewählt, auf der eine Blumenwiese aus ausschließlich heimischen und gebietseigenen Blumen, Kräutern und Gräsern entstehen soll. Die Ansaat der Fläche wurde von den Kindern der Kombiklasse 1/2 im Zuge einer zweistündigen Umweltbildungsaktion durchgeführt. Unter Anleitung des Landschaftspflegeverbands und Umweltpädagogin Gertrud Bittl-Dinger lernten die Kinder typische Pflanzen und Insekten heimischer Wiesen kennen und durften z.B. erfahren was es heißt, den Boden für eine Ansaat vorzubereiten. Der amtierende Bürgermeister Thomas Heydecker freut sich darüber: „Das Verständnis für die Natur und unsere Umwelt ist wichtig. Wir möchten mit gutem Beispiel voran gehen und bereits die Kleinsten unter uns so früh wie möglich für dieses Thema sensibilisieren.“

Neben der Fläche auf dem Schulhofgelände wurde auch der Grünstreifen zwischen dem neuen Bebauungsgebiet und dem Radweg entlang der Staatstraße Richtung Ehingen mit Regiosaatgut aufgewertet. Für die Aufwertung des Regenrückhaltebeckens am Augraben wurden Samen verwendet, die vorab von heimischen artenreichen Wiesen um Oettingen mit einer speziellen Bürstenmaschine gewonnen wurden.

Wer dem guten Beispiel der Stadt Oettingen folgen möchte, kann sich vom Landschaftspflegeverband beraten lassen. Allerdings ist das Projekt zeitlich bis Ende April 2021 beschränkt, weshalb das Angebot von interessierten Kommunen bald in Anspruch genommen werden sollte. „DONAURIESis säen – Mit heimischen Saatgut Artenvielfalt erhalten“ ist ein Projekt im Rahmen der Initiative NATÜRLICH BAYERN des Deutschen Verbands für Landschaftspflege. Es wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert und ist Teil des Blühpakts Bayern. Für Interessierte steht der Landschaftspflegeverband Donau-Ries e.V. telefonisch unter 09080 / 7250-373 oder per Mail unter dinkelmeier@lpv-don.de gerne zur Verfügung. (pm)